MMM am 30.10.2013

Der erste Herbststurm ist übers Land gezogen, die komisch-warme Luft ist endlich weg und ich kann meinen Rock tragen, den ich Anfang des Jahres genäht habe. Keine Ahnung, was das für ein Stoff ist, aber die Farbe gefällt mir immer besser. Anfangs war ich etwas kritisch, aber inzwischen finde ich den knalligen Farbton super.



Der Schnitt ist aus der April-Burda 2009, und heute morgen beim Anziehen sind mir doch ein paar "Fehler" aufgefallen, die ich damals beim Nähen gemacht habe. Der Rock ist ungefüttert - das würde ich beim nächsten Mal anders machen. Im Rahmen des KSA habe ich inzwischen meinen 2. Kostümrock genäht, beide sind gefüttert und ich empfinde das Tragen der Röcke als deutlich angenehmer. Auch würde ich beim Reißverschluss nicht mehr so schludern, würde einen nahtverdeckten RV nehmen und den Beleg da vernünftig drumrum nähen. Trotzdem trage ich den Rock gerne. Hier könnt Ihr übrigens seine Entstehungsgeschichte verfolgen. Und hier - auf dem MMM-Blog - gibt es noch viel mehr Geschichten über Kleidungsstücke, die den Weg in unseren Alltag gefunden haben.

Ich wurde getaggt

Nun ist es auch bei mir soweit: Ich wurde getaggt, und zwar von Frau von Welt - eine überaus sympathische Bloggerin, bei der ich immer sehr gerne vorbeischaue.

Die Spielregeln sind wie folgt:

- Beantworte die Fragen
- Denke dir selbst zehn Fragen aus
- Suche dir kleine Blogs mit weniger als 200 Lesern und tagge sie
- Erzähle es den Bloggern
- Zurücktaggen gilt nicht

Einfache Sache - das schwierigste wird für mich werden, mir die 10 Fragen auszudenken.... Frau von Welt hat das schon hinter sich gebracht, und das will sie von mir wissen:

1. Was war deine Inspiration mit dem Nähen anzufangen? Und wie hast Du Dir das Nähen beigebracht?
2. Welche Handarbeitstechniken beherrschst Du noch (Stricken, Häckeln, Filzen) und wie kombinierst Du die in deinen Werken?
3. Wo kaufst Du deine Stoffe (Internet, Stoffmarkt, Fachhandel)? Woran achtest Du dabei am meisten (Farbe, Zusammenstellung, Qualität, Preis? So müssen alle meine Stoffe durch den Knittertest durch – kurz in der Fast zusammenpressen und schauen, wie der Stoff danach aussieht)?
4. Konstruierst Du selber deine Schnitte oder nutzt du Fertigschnitte? Was sind deine Favoritmarken? Welche kannst Du empfehlen? Welche sind Deine Standardanpassungen?
5. An wen wendest Du Dich, wenn Du nicht weiter kommst? Welche Nachschlagwerke kannst Du empfehlen?
6. Wie gehst Du mit Nähflauten und unkreativen Phasen um?
7. Welche sind deine Kriterien bei Kaufen vs Selbernähen-Entscheidung?
8. Was steht aktuell auf deiner ToDo-Handarbeits-Liste?
9. Wie ist dein Style? Wie sieht Dein Kopf-Kleiderschrank aus?
10. Was war bisher dein allerliebstes selbstgenähtes Teil?

Spannende Fragen, die ich gerne beantworte:

1. Meine Inspiration war eine Burda-Zeitschrift, die ich mir an einer Tankstelle gegriffen habe. Nur mal durchblättern wollte ich - und schon war es um mich geschehen. Überrascht von all den tollen Teilen habe ich mir die Zeitung mit nach Hause genommen. Von da an habe ich genäht - vorher fand ich das total öde und spießig.

2. Außer dem Nähen beherrsche ich keine weitere Handarbeitstechnik. Gerne würde ich noch stricken können, aber Wolle und meine Finger - das geht leider gar nicht. Außerdem mangelt es mir an Geduld. Ich habe eine Strickmaschine aus der ehemaligen DDR, aber leider habe ich keine Ahnung, wie ich das Ding ans Laufen kriege. Angeblich soll sie sogar noch funktionieren.

3. Ich habe das Glück, dass es bis zu Alfatex in Bochum nicht weit ist. Dort kaufe ich am liebsten, weil ich alles antatschen kann, was bei Interneteinkäufen ja leider nicht geht. Letzte Woche habe ich fataler Weise noch ein weiteres, gut sortiertes Stoffgeschäft in Bochum entdeckt, wo ich MIT SICHERHEIT nicht zum letzten Mal war. (Chef, verstehen Sie jetzt, warum ich einen Gehaltserhöhung brauche?) Beim Stoffkauf achte ich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das ist für mich das A und O. Zu Billig kaufe ich nicht, und teure Markenstoffen kaufe ich auch nicht.

4. Ich nutze ausschließlich Fertigschnitte. Selber konstruiert habe ich noch nie, bin dem aber nicht abgeneigt. Meine Lieblingsmarke ist Burda. Nach wie vor. Und das kann ich auch nur jedem empfehlen. Meine Standardanpassungen beschränken sich zurzeit auf den Unterschied zwischen Hüfte und Taille. Hier muss ich immer zwischen 1 und 2 Größen überbrücken. Aber das ist ja nicht weiter schwer....

5. Wenn ich nicht weiterkomme.... Hmh, ja....Ich habe hier niemanden, den ich fragen könnte. Leider. Anfangs waren es die Verständigungsprobleme mit den Anleitungen von Burda. Wie oft ist mir da der Kragen geplatzt! Mein Mann hat sich hin und wieder der Beschreibung angenommen, denn er geht ganz anders an die Sache ran. Bei einigen Dingen konnte er mir echt weiterhelfen. Dann bin ich im Nähkurs gewesen, die Anleitungen wurden immer verständlicher. Inzwischen hapert es bei den Passformen. Wie ändere ich etwas ab, damit es keine Falten wirft und einfach schön passt? Das treibt mich auch zur Verzweiflung. Ich bin immer auf der Suche nach einem Buch, wo diese Passformprobleme beschrieben werden.

6. Wenn mich Nähflauten übermannen, dann lass ich sie einfach. Krampfhaft nach dem "Warum habe ich keine Lust?" zu suchen, finde ich ein bisschen albern. Was alleine kommt, geht auch alleine.

7. Ja, das ist eine schwierige Frage, die ich so gar nicht beantworten kann. Klar, ich bin schon durch die Geschäfte und dachte: "Das brauchst Du nicht kaufen, das kannste selber nähen!", aber gemacht habe ich dann weder das eine noch das andere. Also, weder gekauft noch genäht. Wenn ich wirklich Klamotten kaufen gehe, dann weil ich muss und mir das definitiv nicht nähen kann, wie zum Beispiel eine Hightech-Outdoor-Funktionsjacke mit Special-Effekts ;-) Oder weil mir die Zeit zum Nähen fehlt. Oder die Lust. Wenn ich das immer könnte, dann würde ich selber nähen vorziehen. Es macht mehr Spaß und ich weiß, dass ich mich höchstes selbst dabei ausbeute.

8. Auf meiner aktuellen ToDo-Liste steht ganz oben die Versöhnung mit dem Nähgott. Der ist mir nämlich im Moment gar nicht gut gesonnen. Wenn wir uns wieder gut verstehen, dann steht der Rock für mein Kostüm auf dem Plan, danach ein Kleid, eine Jacke, eine Bluse...... Ich bete heute Abend mal.

9. Mein Style und mein Kopfkleiderschrank sind noch sehr weit auseinander. Mein Style ist bis dato schlichtweg praktisch und unspektakulär. In meinen Kopfkleiderschrank geht es durchaus etwas schicker zu. Dort findest Du viel mehr Röcke und Kleider, als in meinem realen Schrank. Wenn ich etwas nähe, dann versuche ich ein Mittelding zu finden. Keine Jeans, aber auch kein Abendkleid.

10. Mein allerliebstes selbstgenähtes Teil..... Einen Favoriten habe ich ehrlich gesagt nicht. Aber ich gebe jedem Stück die Chance dazu!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

So, das waren meine Antworten. Jetzt ist es an mir, die Fragen zu stellen. Los geht's!

1. Gibt es etwas, was Du beim Nähen am Liebsten machst? Ärmel einsetzen, versäubern oder Futter einnähen zum Beispiel?

2. Bügelst Du viel beim Nähen?

3. Achtest Du beim Einkauf von Stoffen und Garnen auf Qualität?

4. Bist Du Wiederholungstäterin und nähst auch schonmal einen Schnitt mehrmals?

5. Hörst Du beim Nähen Musik? Oder läuft nebenbei der TV? Oder brauchst Du absolute Ruhe?

6. Erzählst Du Deinen Mitmenschen, wenn Du etwas selbstgenähtes anhast?

7. Versuchst Du, andere fürs Nähen zu begeistern?

8. Achtest Du bei Anderen auf die Passform? Also, ob die Bluse bei Deiner Kollegin eine ungünstige Aufteilung der Knöpfe hat, oder das Samstag-Abend-Kleid der Moderatorin im TV hässliche Falten wirft?

9. Entwickelst Du eine Art Abneigung gegen Dein Projekt, wenn Du Dich ewig lang damit beschäftigst?

10. Hast Du eine Traummaschine, die Du Dir irgendwann mal gerne holen willst?

Diese zehn Fragen stelle ich an Anja von annimakes und Vanessa von Groovy Clothes. Bei beiden bin ich Dauergast, weil ich die Nähprojekte von beiden sehr mag. Jetzt will ich noch ein bisschen mehr wissen - ob sie sich den Fragen stellen?

Kostüm Sew-Along Teil 4

Heute ist beim KSA der Rock bzw. die Hose das Thema.

Mein ursprünglich geplanter Hosenanzug wurde inzwischen doch noch zum Kostüm, weil die Hose nicht so um meinen HIntern passen wollte, wie ich das gerne hätte. Die notwendigen Schnittanpassungen würden mich zu viel Zeit und Nerven kosten, zumal ich mich damit noch nie auseinander gesetzt habe, also wurde umgeplant und dieser Faltenrock genäht:



Der Rock war einfach und schnell zu nähen: Oben die Passenteile, unten die in Falten gelegte Rockbahn. Innen ein Futterrock, hinten ein nahtverdeckter Reißverschluss. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Ein schönes Teil - leider passt es nicht zur Jacke.

Meiner Meinung nach.

Es wirkt alles so unruhig, die Quernaht zwischen Passen- und Rockteil stört mich am allermeisten:

Vielleicht muss ich mich auch erst daran gewöhnen, weil Vorstellung und Realität in der Regel ja meistens ein bisschen Zeit brauchen, um miteinander warm zu werden. Vielleicht nähe ich mir aber doch noch einen schlichten Rock - ohne Quernaht und Falten.

Genügend Inspirationen für Röcke gibt es heute beim 4. Treffen Kostüm Sew-Along-Treffen auf dem MMM-Blog.

"Und da waren sie wieder....

... meine drei Probleme!"
Kennt Ihr den Satz? Ist aus irgendeinem Film und fiel mir heute morgen ganz spontan ein, als ich die Fotos von meinem Murks-Kleid machte.
Zuerst war ich ja von der Stoffwahl und der Passform sehr angetan. Ich habe das Futterkleid genäht und beschlossen, einen Reißverschluss in die Seitennaht zu machen, weil ich sonst nicht weiß, wie ich in das Kleid reinkommen soll. Das war der Stand der Dinge.
Gestern Abend habe ich dann - Ihr könnt es in meinem Twitterfenster unten rechts verfolgen - beim #kollektivesnähen mitgemacht. Zuerst kam der Ausschnitt, den ich mal wieder in den Sand gesetzt habe. Das Ding steht ab wie eine Halskrause, obwohl die Nahtzugaben angenäht und alles mehrfach gebügelt wurde.


Der Reißverschluss hingegen ging sehr gut einzunähen. Und er ist auch notwendig. Das An- und Ausziehen ist immer noch nicht komfortabel, aber bei weitem schon sehr viel besser als ohne Einstiegshilfe.
Danach kam der Ärmel an die Reihe. Die Manschette war schnell angenäht, und der Ärmel passte scheinbar auch gut ins Armloch - aber das Ergebnis ist desaströs.


Irgendwie scheint der Ärmel komplett verdreht zu sein, und dort, wo mein Finger ist, bildet das Rückenteil eine Falte.


Schön ist was anderes. Ziemlich entäuscht, weil es nicht der Durchmarsch war, den ich mir erhofft hatte, habe ich das Kleid zusammengeknüllt und auf das Bügelbrett geknallt. Soll es doch der Teufel holen!
Heute morgen sah die Welt in meinem Nähzimmer dann schon wieder anders aus und ich gebe dem Kleid noch eine Chance. Den Ausschnitt kann ich nochmal machen, und auch den Ärmel werde ich schon passend einnähen können. Wenn ich an meinen Blazer denke - für jeden Ärmel habe ich zig Versuche gebraucht, bis alle Falten am und rund um den Ärmel weg waren.


Der Ärmel ist übrigens so schmal, wie er aussieht. Den werde ich nochmal komplett neu zuschneiden und nähen müssen, wenn ich mich vernünftig bewegen will. Tja, gerne hätte ich Euch heute etwas anderes präsentiert, aber der Nähgott war mir nicht hold. Aber bitte doch heute Abend, wenn ich mein Kostüm Sew-Along-Röckchen in Angriff nehmen will.

Chiffonkleid aus Tweed

In der Burda 11/2012 ist ein Kleid drin, welches sofort auf die Wunschliste kam.



Und da stand es erstmal. Und stand. Und stand.
Jetzt habe ich mich dran gemacht. Es ist ja wirklich kein großes, kompliziertes Ding, aber ich hatte keine Idee, welchen Stoff - und vor allen Dingen: Welchen Kontraststoff! - ich verwenden könnte. Als Beispiel wird hier Chiffon mit Paillettenstoff genommen - für mich ganz klar ein No-Go. Ich mag kein Geglitzer und Gefunkel an mir. Und ich mag auch nicht frieren - Chiffonstoff für ein Kleid im Winter ist mir echt zu gewagt. Inzwischen habe ich mich für einen hellgrauen Tweed mit lilafarbenem Baumwollstoff als Kontrast für den Saum, die Manschetten und die Halseinfassung entschieden.



Zugeschnitten war das alles recht fix, aber dann kam ein sehr ausgeprägtes Näh-Tief. Gestern Abend konnte ich mich dann endlich mal aufraffen, und zumindest das Kleid zusammennähen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Und siehe da: Es sitzt erstaunlich gut. Kein langer Rücken - ich war erleichtert.



Die Brust- und Rückenabnäher sitzen optimal - allerdings hat das Kleid keinen Verschluss. Noch schaffe ich es, mich da reinzuschlängeln, aber was ist, wenn die Ärmel drin sind? Wenn das Futter noch drin ist? Auskugeln wollte ich mir die Arme dann doch nicht. Todmüde bin ich gestern Abend ins Bett und schlief mit dem Gedanken ein, doch einen Reißverschluss in die Seitennaht zu machen. Somit hätte ich zumindest ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit beim An- und Ausziehen. Zum Glück habe ich die Nähte nicht mit der Overlock zusammengenäht!
Parallel dazu habe ich ja noch mein Röckchen für den Kostüm Sew-Along. Nächsten Sonntag ist Termin, ich habe es gerade mal geschafft, die vier Teile aus dem Schnittbogen zu kopieren. Ich hänge meinen Näh-Plänen ganz schön hinterher! Hinzu kommt, dass ich mit den Kostümen ganz schön angefixt bin, und es tatsächlich in Erwägung ziehe, mir mindestens noch ein Kostüm zu nähen (wohlgemerkt: Ein Kostüm, KEIN Hosenanzug!). Wäre es nicht schön, wenn es in den Stoffgeschäften nicht auch noch ein kleines Päckchen Zeit (wahlweise mit Motivationsschub) zu kaufen gäbe? Ach ja.....
.
.
.
So, genug von Zeitpäckchen geträumt. Dann stelle ich mich mal der Herausforderung, baue einen Reißverschluss ein und begebe mich zumindest an die Vorarbeit für´s KSA-Röckchen!

Die Sache mit der Burda

Vor ein paar Tagen bekam ich von Anja die Frage gestellt, ob ich nicht mal etwas anderes als Burda nähen möchte. Ganz spontan antwortete ich gedanklich: "Nö." Als Antwort zu Anjas liebem Kommentar wollte ich das natürlich nicht schreiben – wäre es doch sehr seltsam rübergekommen. Ausufernd wollte ich aber auch nicht werden, also liegt es nahe, meine Hass-Liebe zu den Burdaschnitten doch mal in einem Extra-Post darzulegen. Lustiger Weise nimmt mir FrauvonWelt mit ihrem MMM-Beitrag die Wörter aus dem Mund....

Ich wollte nie Klamotten nähen, weil ich das als ziemlich spießig empfand. Dummerweise fiel mir dann an einer Tanke die Burda in die Hände, und ich verliebte mich ganz spontan in den Mantel, der auf der Titelseite gezeigt wurde. Beim Durchblättern sah ich noch mehr Klamotten, die mir gefielen – und somit war es um mich geschehen. Die Burda kam mit mir zur Kasse, mit ins Auto, mit nach Hause. „Das ist alles gekennzeichnet – so schwer kann es nicht sein, die Nummern aneinander zu nähen!“

Wie gesagt: Ich hatte vom Nähen keine Ahnung.  Die ganzen Begriffe wie Passe, Beleg, Nahtzugabe oder Umbruch waren absolutes Neuland. Was ich schnell herausfand: Mein Wunschobjekt gab´s nicht in meiner Größe. Aber das war mir inzwischen wurscht, es gab ja so vieles, was von mir genäht werden wollte!

Ich setzte mich mit Burda auseinander, kaufte Stoff und ein Buch – und produzierte nur Mist. Ich weiß nicht, wie viele Teile im Müll landeten, weil ich einfach nicht weiterkam. Es war zum Heulen. Die einfachsten Dinge gelangen mir nicht. An allen Anfängerteilen scheiterte ich kläglich.

Irgendwann raffte ich mich auf und besuchte einen Nähkurs. Die Kursleiterin war sehr nett, konnte mir bei einigen UFO´s helfen, schob aber die Burda mit den Anleitungen darin immer beiseite. Das fand ich sehr schade, denn irgendwie erhoffte ich mir, in diesem Kurs nicht nur das Nähen zu lernen, sondern vor allen Dingen das Verstehen dieser Anleitungen!

Längst hatte ich ein Abo, aber immer noch keinen richtigen Plan. Nach meinem Kurs wurde es etwas besser – trotzdem füllte sich mein Mülleimer immer mit versauten Projekten. Verschnitten, vernäht, zu groß, zu klein – ich ließ nichts aus.

Dann entdeckte ich die nähende Bloggerwelt. Zuerst klickte ich mich von Bastelblog zu Bastelblog, sah selbstgenähte Taschen und Geldbeutel und fing an, mich damit zu beschäftigen. Weg von Burda, hin zu den Mädels, die mit Bildern und eigenen Worten erklären, wie sie was machen. Auf einmal fiel mir vieles leichter.

Von den Bastelblogs war es nicht mehr weit zu den Näh-Nerds, die sich im Netz tummeln. ABER: Keine der Damen nähte nach Burda. Vereinzelt tauchte hier und da mal etwas auf, aber es war wirklich sehr, sehr selten. Woran lag das?

Ich absolvierte noch zwei Kurse, danach gings tatsächlich bergauf. Ich stellte fest, dass die Anleitungen der Burda, die ich nie verstanden habe, auf einmal verständlicher wurden. Das lag hauptsächlich wohl daran, dass ich inzwischen auch etwas mehr Ahnung vom Nähen hatte!

Die Näh-Blogs wurden bald wie eine Droge für mich. Jeden Abend klickte ich mich durch die Vielzahl der selbstgenähten Kleider und Röcke. Ich kam auch hinter das Geheimnis der Burda-Phobie: Es waren die Anleitungen, die niemand verstand, es waren die Passformprobleme, es war der unübersichtliche Schnittbogen, die Modelle waren zu spießig.... Jede hatte ihren Grund, auf Burda zu schimpfen. Wie ich auch. Trotzdem besorgte ich mir nichts anderes, sondern nähte weiter meine Burdaschnitte, kämpfte mich Stück für Stück durch die Anleitungen - und gaaaanz langsam kamen wir uns doch tatsächlich näher.

Natürlich habe ich auch schon in andere Nähzeitschriften reingeblättert. Ottobre, Meine Nähmode (Simplicity) und die Inspiration (von Bernina) lagen bei mir schon auf dem Nähtisch. Das ist natürlich nur eine ganz, ganz kleine Auswahl, aber es weckt auch keine Bedürfnisse nach mehr. Bei der Ottobre vermisse ich Pass- und Nahtzeichen, bei Simplicity geht mir das "Eine Anleitung für zehn Modelle"-System ziemlich auf den Wecker und für die Inspiration fehlt es mir persönlich an zehn Jahren Näherfahrung, bis ich diese - doch sehr stark verkürzte - Anleitung verstehe.

Im Gegensatz zu anderen Bloggerinnen verfolge ich keinen bestimmten Stil. Ich nähe, was mir gefällt, was zu mir passt. Ich probiere aus, und lerne bei jedem Teil etwas dazu. Inzwischen ist es sogar schon so, dass ich - ICH! - anderen eine Hilfestellung geben kann. Und ich bin manchmal verwundert, was Nicht-Burda-Näherinnen für Fragen haben. Ich bin erstaunt darüber, welch großer Anklang ein Post findet, in dem ein "Trick" gezeigt wird, der bei Burda in jeder Anleitung umgesetzt wird. Scheinbar werden solche kleine Kleinigkeiten von anderen Schnittmusterherstellern gar nicht erwähnt.

Passformprobleme scheint es überall zu geben. Davon kann ich auch ein Lied singen, aber ist das wirklich das Problem von Burda? Liegt es nicht an mir, wenn die Schultern zu breit, die Taille zu schmal und der Hintern zu flach ist? Mhm.

Also, ich bleibe Burda treu. Gerne blättere ich durch andere Zeitschriften und versuche mich auch daran, aber ich freue mich jeden Monat auf die neue Ausgabe der Burda. Und ich freue mich, wenn ich andere Mädels im Netz finde, die gerne mit und nach Burda arbeiten. Das gibt mir das Gefühl, keine Aussätzige zu sein.

Ja, burdarisch muss man lernen. Ja, die Fotos sind Müll. Ja, die Modelle sind Geschmackssache.

Und trotz allem: Ja, ich mag Burda!

Kostüm Sew-Along Teil 3

Heute, zum 3. Treffen beim Kostüm Sew-Along, kann ich ein fix und fertiges und mit Futter versehenes Jackett präsentieren.

Ich bin zufrieden damit - immerhin ist es tragbar - aber zwei Dinge ärgern mich:
1. Die Ärmel sind zu lang. Warum ich die nicht gekürzt habe? Was weiß ich! Weil ich so im Wahn war, dass mir die 2 cm zuviel nicht aufgefallen sind. Zumindest ist es mir nicht in den Sinn gekommen, die Ärmel doch einfach anzupassen.
2. Die Art und Weise, wie von Burda die Knopflöcher am Beleg gemacht werden, ist so schäbbig, dass ich nach dem ersten Loch aufgehört habe. Bäh, das sieht echt schlimm aus. Aber auch das hätte sich vermeiden lassen können, wenn man nicht so burda-hörig wäre, sondern einfach mal das Nachdenken anfängt, anstatt blind nachzunähen.
Weil der oberste, innenliegende Knopf nun fehlt, steht die Jacke im zugeknöpften Zustand natürlich etwas ab.


Auf alle Fälle habe ich wieder einiges dazugelernt, und auch wenn es nicht perfekt ist: Für mich ist es ein Erfolgserlebnis.
Nun kommen aber ein paar Probleme, die ich in solchem Maße nicht erwartet habe: Die Hose schlägt richtig, richtig dicke Falten. Ich habe eine Probe genäht - hier könnt Ihr sie sehen - und dagegen sind die zu langen Ärmel gar nichts. Ich möchte das gerne verstehen, warum das so ist, und ich möchte das auch korrigieren, aber im Rahmen des KSA werde ich das nicht schaffen, auch wenn ich fleißg von Immi (sie hat die Hose schon hinter sich) mit Tips unterstützt werde.
Jetzt brauche ich natürlich ein neues Unterteil. Meine Wahl fiel ganz spontan auf dieses Röckchen hier:
Was meint Ihr - passt das zusammen? Kurze Jacke, (relativ) kurzes Röckchen.... ich kann es mir ganz gut vorstellen.
Noch mehr kostümnähende Damen gibt es hier - bei Catherine auf dem MMM-Blog.

Me Made Mittwoch am 02.10.2013

Von der ziemlich schlecht sitzenden Hose von gestern zur perfekt sitzenden Bluse für den heutigen MeMadeMittwoch:


Diese Bluse wurde mir im wahrsten Sinne des Wortes auf den Leib geschneidert. Ich habe sie in einem meiner Nähkurse gemacht, und zwar nur die Bluse, sonst nichts anderes. Jede Naht, aber wirklich jede, wurde mindestens dreimal genäht.


Bei den Prinzess-Nähten haben wir uns Millimeter um Millimeter an meine Körperform rangetastet. Meine Kursleiterin hat sich da wirklich reingehängt und dafür bin ich ihr auch wirklich dankbar.


Bei dieser Bluse habe ich auch das meiste gelernt. Ganz oft sitze ich an der Maschine und denke mit einem Grinsen an den Kurs bei Gabi zurück: Das hat sie dir gezeigt.

Das besondere an dieser Bluse ist allerdings nicht die Passform, sondern die Ärmel. Was auf den Bildern so unordentlich aufgeknöpft rüber kommt, ist der Überärmel, und der muss offen sein, sonst sieht man den Unterärmel nicht. Hier noch ein paar Bilder:

Das Schlimmste an der Bluse Nr. 105 aus der Burda 1/2008 waren für mich die ganzen Knöpfe. Ich HASSE Knöpfe annähen, und diese Bluse hat sage und schreibe 22 Stück. Lange hing die Bluse im Schrank, weil es die Waschmaschine doch tatsächlich gewagt hat, sechs (!) Knöpfe abzuwaschen. Aber inzwischen bin ich im Besitz eines Knopfannäh-Füßchen, und damit nähe ich auch 50 Knöpfe fest.


Creadienstag am 01.10.2013

Ich verzweifel gerade mal wieder an Passformproblemen. Genauer gesagt: An deren Beseitigung.

Dabei fing alles so gut an! Ich wollte im Rahmen des Kostüm-Sew-Alongs einen Hosenanzug nähen. Die Jacke ist so gut wie fertig; für die Hose wollte ich mir eine Probe nähen. Lange habe ich überlegt, ob ich die Paspeltaschen machen soll - ist ja nur eine Probe! Aber ich war so gut gelaunt, und ich hatte Lust, also habe ich die Taschen gemacht. Und ich finde, sie sind mir wirklich gut gelungen.





Spätestens jetzt hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Die vorderen Taschen waren pillepalle, die Hose wurde an der Mittelnaht zusammengenäht und heraus kam das:



Sieht toll aus, nicht wahr? Lt. meinen Büchern entstehen Falten unterhalb des Po´s, wenn derselbige platt - äh, flach ist. Weil die Hose nunmal schon soweit fertig war, und ich keine Lust hatte, wieder von vorne anzufangen, habe ich bei Burda eine Änderungsanleitung gefunden, und wollte danach auch meine Hose ändern. Allzuschwer sieht es nicht aus, und ein Versuch ist es wert.

An einem Hosenbein wird das Zuviel an Länge von der Mittelnaht bis zur Seitennaht als Querfalte abgesteckt. Die Mittelnaht wird aufgetrennt, die Hosenbeine rechts auf rechts ineinander geschoben, das abgesteckte Bein ist außen. Die Mittelnaht wird so abgesteckt, wie sich die Hosenbeine selbst übereinander legen. Schon da habe ich Zweifel, ob das hinaut, weil ich ja jetzt über die Querfalte stecke - aber ich schiebe den Gedanken bei Seite und stecke. Bei dem NICHT abgesteckten, innenliegenden Hosenbein entsteht nun eine Mehrweite, die nach oben geschoben werden soll.

So sieht das bei Burda aus

Und so bei mir:


Ziemlich identisch, nur dass ich keinen RV auf der rechten Seite habe. Jetzt passiert allerdings etwas, was ich nicht verstehe und woran ich mich gedanklich wieder so festfresse, dass ich nicht in der Lage bin, weiterzudenken. Kennt Ihr das? Guckt Euch mal Bild 4 an - hier ist der RV auf einmal links???


Allem Anschein nach ist nun das nicht abgesteckte Bein außen?! Ich habe zig Mal die Beschreibung durchgelesen, aber es ist nicht erwähnt, dass die Beine nun getauscht werden. Eindeutig ist nun rechts außen die Mehrweite zu sehen, die nach oben geschoben wird - auch hier entsteht eine Falte. Wo soll dieser Stoff denn hin?

Es ist so schwer zu verstehen, wie das klappen soll, wenn man nur Bildchen hat. Mit Sicherheit ist das der richtige Weg, Falten unterhalb des Allerwertesten zu beseitigen, aber wo muss man ziehen, wo muss man drücken? Für mich hier wieder eindeutig der Beweis: Ich muss mich dringend mal genauer mit diesem Thema beschäftigen.

Ich hätte die Hose wirklich gerne gerettet - schon wegen den Paspeltaschen - aber jetzt habe ich den Kaffee auf und lege die Falten erstmal zu meinen anderen UFO´s. Ein Gutes hat es allerdings: Ich kann jetzt ganz ohne schlechtes Gewissen doch einen Rock zu meinem Jackett nähen. Und eins kann ich jetzt schonmal sagen: Faltenfrei wird es nicht! ;-)


PS: Wer sich mit dieser Änderung genauer beschäftigen will, der kann sich hier schlau machen.