Sticken für´s Stadtmädchen

Vor zwei Wochen haben wir bei einer lieben Bekannten von uns die Küche aufgebaut. Ihre Tochter war auch dabei, und während einer Kaffeepause fragte sie mich: "Du kannst doch nähen, oder?" Ich sage: "Ja", und denke: Hoffentlich will sie keine Tasche.....

Ich bin eine schlechte Taschennäherin. Ich habe da einfach kein Händchen dafür. Als hätte sie es geahnt, meinte sie: "Kannst Du mir eine Tasche nähen? So eine kleine Kosmetiktasche?"

Ich zögerte: "Mhm, ich weiß nicht - ich brauche da unbedingt ein Schnittmuster dazu, eine Anleitung, und dann auch den entsprechenden Stoff...." Während ich noch nach Ausreden suchte, schnappte sie sich schon ihr Smart-Phone und murmelte: "Guck mal...... sowas in der Art..... das habe ich mir vorgestellt..... Das hier!" Sie reichte mir das Handy rüber und zeigte mir ihre Wunsch-Tasche.

Zu meiner freudigen Überraschung war es ein Kosmetiktäschen, das nicht genäht, sondern gestickt wird! Juhu! DAS kann ich. Sogar die Stickdatei hatte ich mir mal irgendwann hier gekauft. Schnell wurden wir uns einig, und ich packte seit langer Zeit mal wieder mein Stickmodul aus.

Aber wie immer, wenn ich etwas für andere mache, geht etwas schief. Zuerst der absolute Super-GAU: Die Maschine stickte in die falsche Richtung, die Nadel donnerte auf den Rahmen und brach ab, der Rahmen verkeilte sich und die ganze Chose blieb stehen. Verdammt. Warum die Maschine in die falsche Richtung lostackerte, weiß ich nicht. Ich konnte den Schaden aber Gott sei Dank beseitigen, ohne nochmal komplett von vorne anfangen zu müssen.



Ich liebe solche ITH-Stickdateien.... leider ließ weiterer Ärger nicht länger auf sich warten.  Der Schriftzug wurde gestickt, und da verzweifelte ich fast. Der Oberfaden riss, und riss, und riss. Ich habe die Nadel getauscht, die Geschwindigkeit und letztendlich auch die Oberfadenspannung reduziert. Dann lief es endlich. Endlich! Keine Ahnung, was am Fadenbruch schuld war, aber sowas kostet mich immer Nerven und ärgert mich - gerade, wenn es für andere ist, und besonders gut werden soll.

Und dann kam wieder so ein seltsamer "Fehl-Stick":



Auch hier tackert die Maschine völlig unerwartet los. Was auch immer das werden sollte - ich konnte es rechtzeitig stoppen.



Heraus kam dann aber doch noch eine ganz nette Kosmetiktasche, die heute von ihrer neuen Besitzerin in Empfang genommen wird. Sogar an ein Handmade-Label habe ich gedacht!



Hach, ich mache sowas trotzdem gerne. Ich hoffe, ihre neue Besitzerin hat Spaß damit.

Aber bevor die Tasche mit auf Reisen geht, kommt sie erstmal zum CreaDienstag. Das neue System dort finde ich im Übrigen sehr gut. Ihr auch?

Kommentare:

  1. Ich bin sogar sicher, dass sich die Besitzerin darüber freuen wird: wirklich ganz zauberhaft geworden! Und beim nächsten Projekt ist Deine Stickmaschine hoffentlich wieder etwas "netter" zu Dir ;-)

    Viele Grüße,
    Kerstin

    AntwortenLöschen
  2. Oh, das kenne ich. Wenn die Maschine ein Eigenleben entwickelt, bin ich auch immer kurz vorm Verzweifeln. Und ja, es ist immer dann, wenn es gut werden muss, niemals bei Probesticken.^^ Die Tasche ist aber ganz, ganz toll geworden!

    Grüßleins
    Lin

    AntwortenLöschen
  3. Oje, ich kenne das, da möchte man schnell was Schönes zaubern und schon spinnt die Maschine und es dauert hundertmal länger als geplant. Sieht aber wirklich super aus!

    AntwortenLöschen
  4. Ich bin begeistert! Superschön das Kosmetiktäschchen!
    Lieben Gruß
    Ute

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber!