Donnerstagsgedanken #4

Hach, was bin ich froh. Heute ist mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr. Ich muss feststellen, dass ich längst nicht so ausgepowert bin, wie die Jahre zuvor. Und das liegt eindeutig daran, dass ich nicht mehr jeden Tag nach Erkrath gurken muss. Dieser Bürotausch war arbeitstechnisch so ziemlich das beste überhaupt in diesem Jahr. Ich lausche den Staumeldungen und freue mich, dass ich nicht Teil dieser Autoschlange bin, die sich jeden Tag über die A46 quält. Trotzdem freue ich mich auf meinen Urlaub, ein paar freie Tage.
Gestern abend habe ich das Weihnachtskleid fertig gemacht. Den Saum wollte ich per Blindstich nähen, was mir überhaupt nicht geglückt ist. Falten über Falten - eine Katastrophe. Also habe ich die Naht wieder aufgetrennt. Am liebsten hätte ich sie aufgerissen, so wütend war ich. Bei diesem Kleid hat eigentlich nichts so wirklich geklappt, obwohl es wirklich keine Kunst war, diesen Schnitt zu nähen. Zumindest wollte ich passende Knöpfe haben, also bin ich gestern Abend noch losgeschossen, und habe beziehbare Knöpfe und Saumfix gekauft. Als die Verkäuferin mir 4 Meter Saumfix abschnitt, meinte sie: "Sie können doch nähen, wozu brauchen Sie das denn?" "Ja", sagte ich zu ihr, "manche Dinge möchten sich aber von mir nicht nähen lassen. Dann werden die halt geklebt, bevor ich völlig die Fassung verliere." Zu Hause habe ich dann erstmal den Saum bebügelt und danach wollte ich die Knöpfe beziehen. 11 mm groß, die letzte Packung im Regal. Ich habe meinen Stoff mit Vlieseline beklebt, die kleinen Stoffkreise ausgeschnitten, die Kappe auf den Stoff gelegt und in diese weiße Plastikteil gedrückt. Der überstehende Stoff sollte mit einer Schere unter die Zacken von der Kappe gedrückt werden. Super Idee. Klappte leider überhaupt nicht. Weder mit einer Schere, noch mit einem Nahtauftrenner, noch mit einem Fälzelbeil - der Stoff macht da einfach nicht mit. So landeten 6 kleine rote Stoffkreise im Müll. Die Knöpfe habe ich weggepackt; vielleicht versuche ich das mal mit einfachen Baumwollstoff. Hätte ich nachgedacht, hätte ich gleich 6 Ersatzknöpfe mitgenommen. So hat dieses Kleid nun graue Knöpfe aus meinem Fundus. Ich sage mir immer wieder: Es ist nur einen Abend, den wir zusammen verbringen müssen. Das geht auch mit grauen Knöpfen, nude-farbenem Zipper und ungefüttert. So.
Auf alle Fälle habe ich mir schon Gedanken um mein nächstes Projekt gemacht, während mein Knopflochnähfuß ein perfektes Loch nach dem nächsten zauberte. Wenigstens einer, der mitmacht! Ich hätte gerne einen Tellerrock, bin mir aber noch nicht sicher, wie ich den Bund arbeiten soll. Ich hätte gerne einen breiten Formbund - ich muss mal gucken, ob es hierzu nicht ein Schnittmuster in meiner Sammlung gibt.
Als nächstes steht allerdings der Umzug nach Blogger auf dem Plan. Gestern habe ich meinen Reader bei WP gelöscht und den bei Blogger vervollständigt. Ich liege also in den letzten Zügen. Am Sonntag, wenn das Finale vom WKSA ist, poste ich hier das letzte Mal, danach ist alles drüben zu finden.

1 Kommentar:

  1. Ich wohne in Wersten, deshalb kann ich gut verstehen, dass du froh bist nicht mehr nach Erkrath fahren zu müssen. Wenn die A46 zu ist, geht ja gar nichts mehr. Knöpfe und Knopflöcher können einem ja wirklich den letzten Nerv rauben. Du findest aber bestimmt irgendwann die perfekten Knöpfe zu deinem Kleid.
    Gruß,
    Claudia

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