Weihnachtskleid-Sew-Along 2014 - FINALE

Von mir aus kann Weihnachten jetzt kommen. Der Baum steht und ist geschmückt, alle Geschenke sind besorgt und werden traditionell am 24.12. mit einem Glässchen Sekt verpackt. (Der Sekt wird natürlich nicht verpackt, sondern getrunken. Anders kann ich dieses Papier-Schleifen-Tesa-Gefummel nicht ertragen.)

Und: Ich habe ein Kleid!

Ich wollte es eigentlich nicht ansprechen, aber damit meine unbändige Freude nachvollziehbar ist, muss ich ein bisschen ausholen. Letztes Jahr habe ich auch beim WKSA mitgemacht. Ich hatte einen sehr schönen Schnitt, den ich erfolgreich von Kurz- auf Normalgröße angepasst habe. Ich hatte ein Probekleid genäht, was mich sehr zufrieden gestimmt hat. Und dann versaue ich das alles, indem ich für das "richtige" Kleid roten Satin-Stoff nehme. Rutschig, flutschig, mir nicht stehend. Zum Schluss war ich so sauer auf mich und auf dieses doofe Kleid, dass ich farblich komplett unpassende Knöpfe und einen ebenso unpassenden Reißverschluss genommen haben - nur um dieses hässliche Ding endlich fertig zu bekommen. Ich sah darin fürchterlich aus, habe mich sehr unwohl gefühlt und war froh, als ich den Fummel endlich wieder ausziehen konnte. Als ich das Kleid in den Schrank verbannt habe, schwor ich mir: Beim nächsten WKSA wird es besser!

Und das wurde es auch.

Der Schnitt 111 fiel mir in der September-Burda 2014 ins Auge, und hat sich letztendlich auch durchgesetzt:


Schwieriger wurde es bei der Stoffwahl. Auf keinen Fall irgendwas glänzendes! Die Wahl fiel auf einen schwarz-weißen Baumwollstoff mit Elasthan-Anteil.


Für die Ärmelaufschläge und den Kragen habe ich auch ein Baumwollstoff mit ein bisschen Struktur genommen.


Der Unterrock ist ein Mix aus herkömmlichem Futter und Tüll.
 

Einzig auf den Gürtel habe ich mangels passendem Verschluss verzichtet. Hier hätte ich schwarzes Klettband benötigt, hatte aber nur weißes, und auch sonst keine Idee, wie ich das anders hätte lösen können, ohne den "Gewollt-aber-nicht-gekonnt-Effekt" zu erreichen.

Kleid und Unterrock habe ich zum guten Schluss noch um gut 10 cm gekürzt, und herausgekommen ist das:

Ich bin diesmal wirklich sehr happy mit meinem Outfit. Das Kleid hat eine super Passform; ich musste nichts ändern.



Das Tüllunterrock ist ungewohnt, aber toll!! Ich denke ernsthaft darüber nach, künftig ein bisschen öfter nach Tüll zu greifen. Kleider, die schlaff an mir herunterhängen, kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen.


Auf alle Fälle kann ich eins mit Gewissheit sagen: Mit diesem Kleid bin ich denen aus meinem Kopfkleiderschrank schon sehr viel näher gekommen. Wenn das mal nicht ein vorzeitig erfüllter Weihnachtswunsch ist :-)))

Danke an Frau Kirsche und an Dodo, die uns durch diesen WKSA geführt haben. Es hat mir riesig Spaß gemacht, und ich freue mich jetzt schon auf´s nächste Mal.

Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen einen schönen 4. Advent, und falls wir uns nicht mehr lesen sollten, auch schonmal Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins neue Jahr!


Links:
Mein WKSA, Teil 1
Mein WKAS, Teil 4
Mein WKSA, Teil 5
Das große Finale auf dem MMM-Blog

WKSA 2014 - Auf der Zielgeraden

Heute ist auf dem MMM-Blog das 5. Treffen für den Weihnachtskleid-Sew-Along 2014. Hier und heute kann ich vermelden: Das Kleid ist seit vergangenem Dienstag fertig. Einschließlich Unterrock. Beides gekürzt und gesäumt, passend und bequem.

Tragefotos gibt es natürlich erst beim Finale, heute nur ein kleiner Vorgeschmack:

Kragen und Manschetten habe ich nicht angeknöpft, sondern genäht. Prinzipiell ist die Idee gar nicht so verkehrt, denn bei Bedarf können so Kragen und Manschetten ein schlichtes Kleid optisch schon ziemlich aufwerten.

Das schönste an dem Kleid ist aber der Unterrock.


Mein erster Tüll-Unterrock / Petticoat / "Gerät". Ehrlich gesagt: Ein ungewohntes, aber schönes Gefühl. Es sieht toll aus, und ich denke ernsthaft darüber nach, öfter zu Tüll zu greifen. Vielleicht ein etwas weicherer, der mir nicht den letzten Nerv raubt.

Der Unterrock hat eine Passe und ein Unterteil aus herkömmlichen Futterstoff. Der Tüll wird in Falten gelegt und zwischengefasst.

So sieht es aus, wenn ich den Tüll-Teil nach oben klappe. Eigentlich hätte es noch mehr Tüll sein sollen, aber ich habe mir beim Zuschneiden der rechteckigen Stücke schon einen schweren Schnitzer geleistet. Also musste ich auf eine Tüll-Lage verzichten, was ist aber nicht so schlimm finde. Der Effekt ist trotzdem gut sichtbar ;-)

Was auch sichtbar ist (wird aber nur heute zur Schau gestellt; ab sofort verschwindet das Loch unter dem Kleid):


Das kommt dabei raus, wenn man schnell-schnell die Nahtzugaben mit der Zackenschere zurückschneiden will.

So. Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist der Gürtel. Der wird aus Ripsband genäht, mit Klettverschluss verschlossen und ist ziemlich unspektakulär. Ich überlege, den Gürtel durch ein kleines Tüdeldü-Schleifchen aufzumotzen. Hab ja noch eine Woche Zeit :-)

Ich wünsche Euch allen einen schönen, dritten Advent!

Links:
(Teil 2 und 3 habe ich ausfallen lassen)

Neu entdeckt

Vor etwa drei Wochen - ich schnitt gerade mein Weihnachtskleid zu - rief mich mein Mann: "Komm mal runter, ich brauche Deine Meinung!"

Im Wohnzimmer liegen meine Männer auf dem Sofa, und der Zweibeinige davon starrt auf den Monitor vom Laptop. "Guck mal: Findest Du die gut?"
Mein Blick folgt dem Zeigefinger meines Mannes - und ich sehe eine Coverlock, die gerade ersteigert wird.

Und zwar von uns.
"Noch kann ich aufhören, wenn Du die nicht magst."

Im ersten Moment war ich etwas überfordert.
a) Was ist das für eine Coverlock?
b) Was soll die kosten? und
c) WILL ER MICH VERARSCHEN? Natürlich will ich die haben!!

Zehn Minuten später waren wir Besitzer einer Bernina FunLock 009DCC - und zwar für den Spottpreis von 304,00 €uro. Okay, sie ist ein Auflaufmodell, und die von uns ersteigerte Maschine ist ein Vorführmodell - aber hallo???

Sechs Tage nach diesem Erfolgserlebnis brachte mein Mann abends die Maschine mit. Einschließlich Zubehör, Abdeckhaube und Bedienungsanleitung. Sogar das Garn war noch eingefädelt. Leider muss ich mich noch ein bisschen gedulden, bis ich sie das erste Mal anwerfen darf, weil ich die Coverlock - natürlich! - zu Weihnachten bekomme.

Nichts desto trotz hatte ich schon ein bisschen im Netz gesurft, um vielleicht ein gutes Buch oder andere sachdienliche Hinweise zu finden, die mich als Neu-Besitzerin einer weiteren Maschine in meinem Fuhrpark glücklich machen könnten. Und dabei stolpere ich über die Seite Makerist.de - Deine Handarbeitsschule im Internet. Dort werden Video-Kurse angeboten, bei denen man u.a. auch den Umgang mit der Over- und der Coverlock lernen kann. Genau das Richtige für mich. Und wie es der Zufall will, ist dieser Kurs auch noch im Angebot! Klar, dass ich mir den mal direkt gegönnt habe. Auch habe ich mich für den Kurs "Schnittänderung bei Hosen" als Frühbucher angemeldet. Noch gibt es den nicht, aber darauf bin ich sehr gespannt.

Auf alle Fälle habe ich gestern mal in meinem Nähzimmer aufgeräumt und ein bisschen Platz geschaffen, wenn das neue Maschinchen einzieht. Bei der Gelegenheit habe ich auch mal meinen Stoffvorrat ausgemistet, und vier Säcke Stoffreste und Stofffetzen weggeworfen. Ich weiß gar nicht, was ich damit alles machen wollte?? Basteln kann ich nicht, Tatütas nähe ich nicht - warum hebe ich das alles auf? Jetzt ist wieder Platz im Schrank, der aber bestimmt nicht allzu lange leer bleiben wird. 

Kennt Ihr die Seite Makerist.de, oder tummelt Ihr Euch lieber auf den englisch-sprechenden Video-Kurse? 

WKSA Teil 4

Heute ist wieder Treffen der Weihnachtskleid-Näherinnen, und ich kann mich wieder einreihen. Die beiden letzten Termine musste ich notgedrungen ausfallen lassen, aber jetzt ist mit der Schwänzerei vorbei! Die letzten Tage hatte ich wieder genügend Zeit, mich endlich meinem Kleid zu widmen.

Entschieden hatte ich mich nach einigen Überlegungen für Schnitt 111 aus der Burda 9/2014.

 

Ich hatte mir ein Probe-Oberteil genäht, und war sehr angenehm überrascht, wie perfekt es passte. Keine Änderungen am Rücken, die Länge stimmt - alles super. Also ging ich frohen Mutes an den Zuschnitt, nähte das Kleid zusammen, und war immer noch total happy, als ich es dann zum ersten Mal anzog. Es sitzt wie angegossen.



 

Um trotzdem eine kleine Herausforderung zu haben, beschloss ich, endlich mal ein paar Kappnähte zu machen. Gerade bei den Rockteilen bot es sich an, am Oberteil habe ich nur die geraden Nähte so verarbeitet. Andere Nahtzugaben habe ich mit der "falschen Kappnaht" versäubert, oder ich habe einfach mal ein paar Stiche an meiner Nähmaschine ausprobiert.







Nur die Rockansatznaht habe ich mit der Ovi versäubert.


Nachdem jetzt das Grundgerüst steht, geht es mit den Ärmelaufschlägen weiter. Dafür (und für den Kragen) habe ich weißen Stoff gewählt. Die Teile habe ich zugeschnitten, verstärkt und lt. Anleitung auch genäht. Beim ersten Durchlesen verstand ich mal wieder nur Bahnhof. Nach ein bisschen Probieren fiel aber der Groschen.

Ein verstärktes und ein unverstärktes Teil rechts auf rechts aufeinerander legen. 


Entlang den Schlitzkanten und den oberen Kanten steppen. Ich habe die Naht mit Nadeln nachgelegt, um sie sichtbarer zu machen:




Danach wird das unverstärkte Aufschlagteil nach oben geschlagen und an beiden Enden festgesteckt.



Jetzt wird das ganze Ding zusammengeklappt.....


... dass die verstärkten Aufschlagteile rechts auf rechts aufeinander liegen.


Die verstärkten Teile werden jetzt (genau bis zu den umgeschlagenen Kanten) aufeinandergesteppt. Danach werden die Stecknadeln entfernt, und die unverstärkten Teile können zusammengesteppt werden.


Und das war es auch schon! Jetzt werden die Nahtzugaben zurückgeschnitten, die Ecken abgerundet und das Augschlagteil gewendet.



Die noch offenen Kanten werden mit Schrägband eingefasst und an die Ärmel angeknöpft. Ob ich das wirklich so mache, weiß ich noch nicht. Vor allen Dingen fehlen mir Druckknöpfe und die Zeit und Motivation, welche kaufen zu gehen.....

Den Fortschritt der anderen Damen beim Weihnachtskleid-Nähen sammelt Frau Kirsche drüben auf dem MeMadeMittwoch-Blog.

Me Made Mittwoch im Weihnachtsfeier-Outfit

So langsam komme ich wieder in meinen gewohnten Rhythmus. In den letzten beiden Wochen war echt der Wurm drin....

Zum Warmwerden mache ich heute wieder beim MeMadeMittwoch mit, und zeige Euch mein Outfit, welches ich am vergangenen Freitag auf unserer Weihnachtsfeier getragen habe.

Es ist das Oberteil 114B aus der Burda 12/2014.

Genäht habe ich es aus einem Romanit-Jersey, an dem ich einfach nicht vorbei gehen konnte.

Der Schnitt ist leicht umzusetzen, und ich hatte schon darüber nachgedacht, nochmal einen dünnen Stoff zu nehmen, und mir für das Frühjahr eine Bluse zu nähen. Ich mag einfach diese Ärmelvariante sehr gut leiden, und vor allen Dingen liebe ich es, wenn die Ärmel gekräuselt und ganz offiziell mit Falten eingenäht werden ;-)


Das Shirt wird hinten mit einem ganz normalen Reißverschluss geschlossen. Wenn man die ganze Zeit nur nahtverdeckte Dinger einnäht, steht man wie eine Kuh vorm Berg, wenn ein "normalen" Reißverschluss gefragt ist.
Viel mehr "Kuh vorm Berg" war allerdings die Fachverkäuferin in der Kurzwarenabteilung eines Kaufhauses. Ich war auf der Suche nach einem nahtverdeckten Reißverschluss, und da wurde ich belehrt, dass es sowas doch gar nicht gibt. Auch der hinzugerufene Kollege schüttelte den Kopf. Ich müsse einfach nur den RV so einnähen, dass der Stoff dann drüberlappt. Somit wäre der RV nahtverdeckt. ^^

So, genug gelästert. Ich widme mich jetzt wieder den schönen Dingen des Lebens und klicke mich auf dem MeMadeMittwoch-Blog durch die bunte Anzahl der selbstgenähten Kleidungsstücke.

Herbstjacken Sew Along - Finale!

Eigentlich war ich schon raus. Hier hatte ich mich abgemeldet, aber Karin hat mich wieder eingeladen, beim Finale doch mitzumachen. Die Abmeldung war doch nur eine reine Verzweiflungstat ;-)

Hier ist er also - mein fertiger Mantel.

Er ist durchaus okay, wenn er auch nicht ganz so dem entspricht, was ich eigentlich wollte. Aber aus Fehlern lernt man, und ich hoffe, es wird mir nicht nochmal passieren, dass ich mich derart im Stoff vergreife.

Die fehlenden Taschen habe ich bis jetzt noch nicht vermisst. Meistens habe ich eh eine Leine in der Hand, und ich trage Handschuhe, wenn es wirklich kalt ist. 

Die Rückenansicht will ich Euch nicht vorenthalten. Auch da habe ich kurzerhand die Schlitze zugenäht, um nicht an eine Ente zu erinnern, weil es einfach viel zu sehr aufgetragen hat.

Geschlossen wird der Mantel mit Druckknöpfen. Das mit den Paspelknopflöchern habe ich mir ganz schnell abgeschminkt.

ABER - um doch ein bisschen stolz zu sein - habe ich nicht nur alle Knöpfe mit der Hand angenäht, sondern auch die Ärmelsäume und die Kragenansatznähte manuell bearbeitet. So langsam kriege ich das ganz gut hin, ohne mich andauernd zu verheddern. 

Auf alle Fälle bin ich jetzt gerüstet, wenn die Temperaturen mal fallen sollten.

Ein großes Dankeschön geht rüber an Karin und Chrissy für die Organisation des Sew Alongs!

Links:
Herbstjacken Sew Along Teil 1
Herbstjacken Sew Along Teil 2
Herbstjacken Sew Along Teil 3
Herbstjacken Sew Along Teil 4
Herbstjacken Sew Along Teil 5
FINALE!


Weihnachtskleid Sew Along - Teil 1

Der WKSA 2014 geht los, wie schön! Schon länger drehen sich meine Pläne um ein Kleid, aber ich bin immer noch ziemlich unschlüssig.

Zuerst war ich fest davon überzeugt, dass ich dieses Jahr Kleid Nr. 111 aus der September-Burda nähen werde.


Und zwar inkl. Kragen, Manschetten und Tüllrock. Allerdings tue ich mich sehr schwer, war die Stoffwahl angeht. Etwas passendes hierfür ist mir noch nicht mal ansatzweise über den Weg gelaufen.

Dann kam eine weitere Burda-Ausgabe, und sofort wurde Kleid Nr. 111 auf Platz 2 verdrängt. Dieses Godet-Kleid .... ich war sofort begeistert.


Was mir überhaupt nicht gefällt, sind die kurzen Ärmel. Da müsste auf alle Fälle eine Lösung her, aber das stelle ich mir nicht allzu schwer vor. 

So, und gestern Nacht lag ich etwa zwei Stunden wach, lauschte dem Wind, und auf einmal kam mir der Gedanke, ich könnte doch auch dieses Kleid nähen:


Das hat zwar noch weniger Ärmel, aber dafür Knopflöcher. Und die würde ich gerne sticken, nicht nähen. Im Moment bin ich nämlich ziemlich angefixt von Urban Threads. Endlich mal keine Kinder-Stickdateien, endlich mal richtig tolle Muster, die dazu auch noch sowas von cool umgesetzt werden, dass ich am liebsten sofort ALLES einmal durchsticken möchte.

Ihr seht, ich bin noch überhaupt nicht sicher, was es letztendlich werden soll. 
Ebenso gut wie ein Kleid könnte ich mir auch diese Kombi vorstellen:


Für das Shirt hätte ich sogar schon Stoff, für den oder überhaupt für einen Rock, müsste ich nochmal durch die Läden stöbern. 

Hach. Es ist nicht einfach. Um mein Chaos perfekt zu machen, gucke ich mal auf dem MeMadeMittwoch-Blog, was dort so alles an potentielle Weihnachtskleidern vorgestellt wird. Gut möglich, dass ich beim nächsten Treffen etwas GANZ anderes nähe....

Me Made Mittwoch im Kleinen Grauen

Ich habe Urlaub, und in den letzten beiden Tagen habe ich mich im Nähzimmer verkrochen, und ein Kleid genäht. Es fühlte sich toll an, nach dem dicken, dicken Mantelstoff mal wieder was "Normales" unterm Füßchen zu haben!

Genäht habe ich das Kleid 102 aus der Burda 9/2014.
Zugeschnitten aus grauem Stretchstoff in Größe 38.


Auf den ersten Blick sieht es ganz gut aus, und es kommt auch den Fotos aus der Burda recht nahe. In Wirklichkeit ist das Kleid allerdings ein ziemliches Hängerchen an mir.

Den Rücken habe ich mir (von links nach rechts) mühevoll geformt, damit zumindest ein bisschen was von einem Kleid zu erahnen ist. Auch in der Taille habe ich ziemlich viel weggenommen.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, auch wenn ich gerne mehr Kleid und weniger Hängerchen hätte.





Es ist gut zu erkennen, dass ich reichlich Platz im Kleid habe, und dass ich noch viel mehr hätte formen müssen, um eine wirklich perfekte Passform zu haben.


Der Rücken ist immer noch deutlich verbesserungswürdig, aber zumindest ist es nicht mehr ganz so schlimm, wie ganz am Anfang. Die Rückenteile sind auch beide schnurgerade; ich hätte es mir denken können, dass das nichts für Leute mit Körperformen ist.

Allerdings hat das Kleid auch etwas gutes: Es ist recht wandelbar. Ich kann es mit Pumps tragen, oder auch mit Stiefeln und dicker Wollstrumpfhose.




Auf alle Fälle kommt das Kleid jetzt in den Koffer. Genauer gesagt: In den Urlaubskoffer. Morgen um diese Zeit wird Hamburg südlich von mir sein, und darauf freue ich mich wie verrückt.

Aber bis dahin habe ich noch genug Zeit, mir alle anderen Damen zu betrachten, die sich heute wieder auf dem Me Made Mittwoch-Blog treffen.

Ecken nähen mit Burda

Beim Durchblättern der Burda 9/2014 sind mir sofort die ersten beiden Kleider ins Auge gefallen. Solche Schnitte mag ich. Aufgrund der kühlen Temperaturen habe ich mich allerdings erstmals für die Langarm-Variante entschieden.


Der Schnitt ist mit 2,5 Punkten gekennzeichnet - nicht ganz ungerechtfertigt, denn die Ecken am Vorder- und Rückenteil lassen sich nicht eben mal so hoppla-hopp nähen, auch wenn es sich in der Anleitung so liest. Anfangs hatte ich da meine Schwierigkeiten, inzwischen habe ich aber den Bogen raus.

Wichtig ist (wie bei allen Schnitten) die Übernahme aller Kennzeichnen. Die zusammengenähten Seitenteile treffen auf die Markierung am Vorderteil. Das ist für mich eine große Stütze, denn so vermeide ich, dass ich die Stoffteile nicht richtig aufeinanderlege, und den Anfang- und Endpunkt der Nähte nicht finde.

In der Beschreibung der Burda heißt es: Seitl. Vorderteile an das mittl. Vorderteil steppen, dabei die Nahtzugaben des Vorderteils an den Ecken einschneiden.
Ein Satz, bei dem ich früher in Schweiß ausgebrochen bin. "Einschneiden" heißt: Wenn ich es nicht mache, funktioniert es nicht. Wenn ich falsch einschneide, ist das Ding notfalls hinüber.

Zuerst markiere ich mir genau den Punkt, der eingeschnitten wird (die Ecke des Vorderteils). Bis dahin wird gesteppt, von unten bis zur Ecke. Und zwar ganz genau. Rumschludern ist nicht.

Nach dem Steppen dieser ersten Naht nehme ich den Stoff aus der Maschine und schneide das Vorderteil in den Ecken bis zur Naht ein.

Was sich wie ein Arbeitsschritt liest, sind für mich zwei Schritte. Das Wörtchen "dabei" hat mich echt Nerven gekostet, denn "dabei" beideutet: Steppen unterbrechen, einschneiden, Stoff ausrichten, weitersteppen.

So, nachdem ich eingeschnitten habe, lege ich die Stoffstrecke oberhalb der Ecke zusammen:

Rechts ist die Ecke. Ich achte darauf, dass ich keine Falte in der Nahtstrecke habe, und dass ich bis zur ersten Naht, die rechts in der Ecke endet, freie Fahrt habe. Das geht ganz gut, notfalls nehme ich den Stoff hoch und schüttel ihn ein bisschen. Dann klebt der Stoff nicht und er fällt schon wie von alleine in die richtige Richtung. Gesteppt wird jetzt von oben bis zur Ecke.

So sollte es dann aussehen. Die Nähte müssen aufeinandertreffen, sonst gibt es Löcher. Wenn nicht bis zur Naht eingeschnitten wird, bildet sich keine Ecke, sondern eher eine Kurve.

Jetzt noch schon bügeln, und fertig ist es. Wenn man das einmal geschnasselt hat, klappt es auch. Allerdings ist es manchmal ein langer Weg...


Mehr creative Dinge sammelt heute wieder Anke beim Creadienstag.