Inspirations - Februar

Ach ja, meine Februar-Inspiration..... Ich habe sie fertig gemacht. Und sie mich auch.

Zuerst mal zeige ich Euch meine Inspirationsquelle:


Ein schöner Blusenstoff, den ich in unserem Urlaub im September in Klagenfurt beim Lagerverkauf mitgenommen habe. Noch bevor ich den Stoff aus dem Regal gezogen hatte, wusste ich, dass ich daraus eine Bluse nähen werde. Manchmal hat man ja so Assoziationen.

Blusen stehen sowieso auf meiner ewig langen Liste, also wühlte ich mich durch meine Burdas, um ein schönes, für den Anfang vielleicht etwas einfacheres Schnittmuster zu finden. Diese hier, aus der Burda 09/2011, erschien mir passend. Einfacher Schnitt, keine schwierigen Details und - wie passend zum Stoff - aus einer Dirndl-Reihe.


Also legte ich los. Die drei Schnittteile waren schnell zugeschnitten und die ersten Nähten gingen flott. Das Einreihen der Vorderteile und vor allen Dingen das Versäubern mit dem Einfassstreifen hat mich allerdings schon ein bisschen genervt. Was ein Gefummel! Ich habe keine kleinen, dünnen Fingerchen, die es schaffen, einen Einfassstreifen zig mal so zu knicken, dass er letztendlich 1,5 cm breit ist. Aber ich habe mich zusammengerissen, mehrfach tief durchgeatmet und es geschafft, dieses Mini-Dünne-Ding am Halsausschnitt festzunähen. Und es ist auch fast fehlerfrei.

Seltsamer Weise haben mich die Einfassstreifen für die Ärmelschlitze überhaupt nicht aus der Ruhe gebracht, obwohl die am Ende auch nur 1,5 cm breit sind. Und ich habe festgestellt, dass Ärmelschlitze keine Angstgegner sein müssen, wenn man einen Stoff hat, der ein bisschen mitmacht. Der sich falten, ja sogar bügeln lässt. Nicht so ne Stoffzicke wie bei meinem Weihnachtskleid.

Fast schon stolz auf diese Ärmelschlitze, machte ich mich ans Ärmelbündchen.
Fertige Breite: Zu dünn für mich. Vor allen Dingen: Wie soll da ein Knopf oder Knopfloch genäht werden? 

Himmelherrgottnochmal. Warum habe ich mir das im Vorfeld nicht durchgelesen.
Merke: Nie mehr Blusen mit Einfassstreifen, die am Ende 1,5 cm breit sind. Das ist nichts für meine Männerhände und mein Nervenkostüm.

Letzten Endes habe ich es auch nicht geschafft, das Bündchen zu nähen. Ich weiß nicht, wieso. Drehen, stecken, wenden, nähen, trennen, stecken, eine Nacht drüber schlafen, stecken, nähen, trennen....
Auf dem Weg zum Mülleimer kam die Bluse dann zum Glück am Rollenschneider vorbei. Kurzer Hand schnitt ich die Ärmel einfach auf 3/4 Länge. So. Wollen wir doch mal sehen, wer den längeren Atem hat!

Ich war genervt. Ich hatte keine Lust mehr auf die ach-so-einfache Bluse. Aber ich wollte den Stoff nicht aufgeben. Die Ärmel habe ich rumgenäht, und ich habe ein kleines Loch im Saum gelassen, dass ich evtl. noch ein Gummiband reinziehen kann. Diese Option wollte ich mir aber noch offen halten.

Und jetzt: Tadaa.
Weil die Püppi heute ein strahlerendes Lächeln hat als ich, muss darf sie die Bluse präsentieren:


Die Bluse fällt ziemlich schmal aus, aber sie hat eine angenehme Länge. Ganz oben muss noch ein kleiner Druckknopf hin. Den nähe ich an, wenn ich wieder bei Laune bin.

Im Großen und Ganzen ist die Bluse nicht schlecht geworden. Ich ärgere mich manchmal nur so sehr über mich selbst, weil ich zu ungeduldig bin, zu zitterig werde, die einfachsten Dinge nicht bedenke und überhaupt.

So. Genug aufgeregt. Jetzt gehts zu den anderen Inspirationen.
Frau Burow begrüsst uns in gelungener Hündchenbluse - ich bin ganz begeistert davon!

I´m in Love....

... mit der Burda 2/2014. Ich glaube, davon nähe ich alles.
Außer den Kommunionskleidern natürlich. Aber ansonsten: ALLES.

Das Kleid 116 habe ich schon genäht (nochmal 1000 Dank für all die lieben Kommentare!), jetzt stand ein Rock auf dem Programm. Die 105 hatte es mir sofort angetan, und nachdem ich bei meinem Weihnachtskleid ja schon Erfahrungen mit dem Annähen von spitz zugeschnittenen Passen gesammelt hatte, machte ich mich ans Werk. Dafür habe ich einen Stoff gewählt, den ich letztes Jahr in Klagenfurt gekauft hatte. Ich denke, der Stoff ist einen Tacken zu dick für diesen Schnitt, weil durch die Falten doch ziemlich viele Stofflagen übereinander liegen, aber es ist noch okay.

 Ich muss zugeben, dass ich gerade bei der vorderen Falte x-mal getrennt und neu genäht habe, bis die Spitze wirklich da sein sollte, wo sie hingehört.
Außerdem habe ich den Rock um gute 8 cm kürzer gemacht. Die Original-Länge sah an mir ein bisschen omamäßig aus. Also habe ich zur Schere gegriffen und abgeschnitten. Noch bevor ich den Rock wieder anzog, dachte ich: Oh neee, jetzt habe ich mir den Rock versaut... - aber im angezogenen Zustand finde ich die Länge optimal.

Was mir überhaupt nicht gefällt, ist der Bund. Ein Formbündchen hätte ich wesentlich besser gefunden.

Die hintere Passe geht etwas weiter runter, was ich widerum sehr vorteilhaft finde.

Ich bin sehr happy mit dem Rock! Wieder ein Teil, was auf die Wiederholungsliste gesetzt wird.

Mehr selbstgemachte Kleidung gibt es wie immer beim MeMadeMittwoch.

Me Made Mittwoch am 05.02.2014

Ich hatte hier und hier ja schon davon geschrieben: Die Entstehung vom Kleid 116 aus der Burda 2/2014.

Am vergangenen Samstag wurde das Kleid nach ein paar Tagen Zwangs-Nähpause fertig. Ich hätte es ja nicht gedacht, dass mir das Kleid noch gefallen würde - sah es zuerst doch sehr nach Kartoffelsack aus.

 
Durch die Bindeteile war das sackige dann zwar weg, aber sah es jetzt nicht aus, wie eine Schürze?


Das war der Punkt, an dem ich dachte: Okay, das wird nichts. Trotzdem habe ich weitergemacht und die Ärmel einfach mal so drangesteckt - nur mal gucken, wie es aussehen könnte. Und tatsächlich: Das Bild von der Küchenschürze war sofort verschwunden.


So habe ich die Ärmel doch noch drangenäht. Damit hatte ich im Übrigen so richtig meinen Kampf. Laut Anleitung sollen sie eingehalten werden, was ich überhaupt nicht bewerkstelligen konnte. Also habe ich die Kugel eingereiht. So konnte ich das alles wesentlich besser händeln, aber trotzdem musste ich mehrfach wieder trennen, weil die ein oder andere Falte einfach nicht verschwinden wollte.

Das Interessante - und gleichzeitig das Blödeste - an diesem Kleid ist der Verschluss. Knöpfe hinten auf dem Rücken. Sieht toll aus, aber man braucht immer jemanden, der einem das Kleid zu- und wieder aufmacht.


Zum Glück habe ich so jemanden ;-)
Also, Samstag Abend habe ich das Kleid zum Geburtstag meiner Freundin ausgeführt.


Das Kleid hat einen sehr offenherzigen Ausschnitt, was für die Geburtstagsfeier ganz okay war, weil der Raum doch wirklich gut geheitzt war, aber ansonsten wäre es mir für Februar einfach zu kalt.

Um es trotzdem anziehen zu können, trage ich ein schwarzes Shirt drunter und ziehe Stiefel an. So wird es mir gleich ein paar Grad wärmer und ich kann damit ins Büro gehen.


So, und jetzt gehe ich auf dem MeMadeMittwoch-Blog mal stöbern, was die anderen Mädels alles so tragen.

Muttental

Als Zugezogene aus dem Odenwald ist es für mich schon fast Pflicht, hin und wieder ein bisschen Ruhrgebietskultur zu betreiben. Selbstverständlich war ich schon im Bergbaumuseum im Bochum, was auch sehr interessant ist, aber das ist ja nur eine Attrappe. Obwohl es dort sehr interessant ist, und auf alle Fälle einen Besuch wert, so fehlt mir doch das Gefühl von "und genau hier passierte vor 200 Jahren das und das". Für mich ist es immer spannender, an einem Original-Schauplatz zu sein, als an einem (wenn auch exakt) nachgebauten. 

Das Muttental bei Witten ist durchzogen von Bergbauschächten. Von echten. Von solchen, die schon ein paar 100 Jahre auf dem Buckel haben.


Bei schönstem Wetter hatten natürlich nicht nur wir die Idee, ins Muttental zu fahren. Obwohl das Gebiet ja schon recht groß ist, und sich die Menge eigentlich verläuft, war man nie alleine. Von den herkömmlichen Spaziergängern mal abgesehen, trafen wir ständig auf Walker, Jogger, Joggergruppen, Reiter, Mountenbiker und sogar auf Rollerdogs.(*) Während die Rollerdogs definitiv auf den Wegen bleiben, tun das die Radfahrer leider nicht. Ganz gezielt fahren die querfeldein, und machen damit leider eine ganze Menge kaputt. Ich kann ja verstehen, dass das Spaß macht, aber muss das wirklich sein? So mitten im Naturschutzgebiet? Ich weiß nicht.....


Na ja. Wir sind jedenfalls schön brav auf den Wegen geblieben, hatten den Hund an der Leine, und bestaunten die zig Eingänge.


 















Das Muttental ist wirklich ein schönes Fleckchen Natur. Wenn es halt nicht so überlaufen wäre....













Es ist wirklich interessant und einen Ausflug wert. Wenn man das so sieht, wie die Bergleute sich früher abgerackert haben.... 

Leider sind einige Arbeiter nicht mehr nach Hause gekommen. 


Das ist schon etwas beklemmend, wenn man das liest. 

Nach 2,5 Stunden sind wir wieder am Auto angekommen - und haben gerade mal die Hälfte gesehen. Das nächste Mal nehmen wir Proviant mit.

(*) Der Link zu den Ruhr-Rollern ist beispielhaft. Ganz klar sind uns nicht Silke mit Joe und Phoebe begegnet, aber wer bis jetzt nicht wusste, was rollernde Hunde sind, kann sich auf der Seite gut informieren.