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Stickwochende im Heimbuchenthal


Jedes Jahr veranstaltet die Nähwelt Flach ein Stickwochende.

Bei meiner ersten Teilnahme hatte ich vom Sticken noch keine Ahnung. Meine Mutter hatte es mir zwar mal so grob gezeigt, als ich die Maschine bei ihr abgeholt hatte, aber danach bin ich nie wieder dran. Das Besticken von Handtüchern, T-Shirts und Co. war nicht meins. Ich fand es schlichtweg spießig, die Muster entweder kindisch oder altbacken.

Meine Mutter überredete mich dann ein paar Monate später, mit ihr zu dem Stick-Wochenende zu fahren. Es wäre doch eine tolle Gelegenheit, und ich könnte ein bisschen mit der Maschine üben. Ziemlich voreingenommen bin ich mitgefahren - allerdings habe ich meine Meinung ganz schnell revidiert, und war begeistert! Es wurde ein Rezepteordner erarbeitet, und der Ordner ist bei mir seither in Gebrauch.


Am nächsten Tag haben wir eine Tasche einschl. passendem Geldbeutel gestickt. Hier war das Besondere der Reißverschluss.



 Für mich ist das inzwischen völlig normal, dass manche Stickmuster einen Reißverschluss mit verarbeiten, damals war das wohl noch eine große Sache. Einige sind auf alle Fälle fast nach hinten übergekippt und konnten es kaum fassen.

Beim letzten Mal wurde eine Technik vorgestellt (Cut-Work), die so überhaupt nicht zu mir passte. Ja, es hat Spaß gemacht, aber diese Nadeln (oder besser gesagt: Messer), die für diese Technik benötigt werden, sind sündhaft teuer. Und die Dateien auch.
Den Wandbehang, den wir gemacht haben, kann ich Euch leider nicht mehr zeigen. Ich fand das Ding hässlich, aber die Tante von meinem Mann hat sich sehr darüber gefreut.
Na ja, und dann haben wir noch so einen komischen Loop gemacht. Hierbei wurde eine spezielle Klebeunterlage vorgestellt, die allerdings richtig, richtig teuer ist.



Was mir auch gut in Erinnerung geblieben ist, war das Bekleben des Loops mit diesen Glitzersteinchen..... Mir persönlich gefällt das überhaupt nicht, dieses Geklitzer und Gefunkel. Aber Ihr hättet die "Aaahhhhhh"´s und "Ooooooooooooooohhhhhhhhhhhh"´s der anderen Damen - einschließlich meiner Mutter! - hören sollen, als die Kursleiterinnen mit den Glitzersteinchen ankamen. Wie die kleinen Mädchen haben sich alle auf die Steinchen gestürzt und ich war mir nicht mehr sicher, ob jetzt die Augen oder die Steine mehr funkelten. Ich bin auch brav nach vorne gegangen und habe meine Stein-Ration abgeholt, aber natürlich nur, um sie dann an meine Mutter abzudrücken. Ach Gott, was war sie selig.....(Fast hätte sie mich noch vor all den Leuten geknutscht!)

Was dieses Jahr auf dem Programm steht, ist wie immer ein kleines Geheimnis. Ein bisschen was wird im Vorfeld allerdings bekannt gegeben - und das ist auch gut so. Es geht diesmal um kleine Geschenke / Mitbringsel. Das finde ich ganz nett und brauchbar, denn hin und wieder kommt so was ja ganz gut an. 

Ich werde versuchen, ein bisschen live vom Ort des Geschehens zu bloggen, und diesen Post regelmäßig aktualisieren. Wer "mitkommen" möchte, ist herzlich eingeladen!

Freitag, 28.03.2014
17.20 Uhr
Wir sind im Hotel angekommen und haben unser Zimmer bezogen. Eine schöne Aussicht haben wir: 


Nur davon werden wir nicht so viel haben, schließlich klemmen wir uns ab morgen hinter unsere Maschine! Und die gehen wir jetzt auch mal aufbauen. 

20.08 Uhr
So, die Maschinen stehen.
Mag sein, dass ich die jüngste in unserem Kurs war, aber ich hatte die älteste Maschine. Links und rechts neben mir standen echte Ferraris. (Bevor sich jemand wundert: Ich mache keine Werbung für Bernina, aber an diesem Wochenende waren NUR die Bernina-Maschinen da. Nächstes Wochenende kommen dann all die anderen Marken. Ich weiß nicht, was dahinter steckt, es wird aber so vom Organisator aus getaktet.)

 
Inzwischen sind hier noch andere Damen eingetrudelt, die an dem Kurs teilnehmen.  Das ist immer wieder interessant. Da sind welche dabei, die könnten meine Oma sein, und die bedienen eine solches Hightech-Gerät. Hut ab!

Samstag, 29.03.2014
09.10 Uhr
Guten Morgen! Heute geht es endlich los. 
Das Wetter ist herrlich - fast zu schade, um den ganzen Tag drin zu sitzen. Aber wir freuen uns darauf und sind gespannt, was wir erarbeiten werden. Angeblich soll sogar etwas dabei sein, was dem Stickmuffelmann gefallen wird.... 

13.05 Uhr
Pause. Der Lärmpegel ist gigantisch. Kein Wunder, wenn 13 Maschinen gleichzeitig losrattern. 
Aber wir sind fleißig. Hier schonmal ein erster Einblick: 




17.45 Uhr
Feierabend für heute. Das haben wir heute erarbeitet: 


Ein Türschild für unsere Männer (Schatzi, freust Du Dich?). Man kann aber auch das Handy reinstecken und das Teil dann direkt an die Steckdose hängen.

Das zweite Projekt ist ein Taschenbaumler - mein absolutes Lieblingsstück. Hier standen uns fünf verschiedene Farben zur Auswahl. Ich fand grün ganz passend für den Frühling. Das Teil gefällt mir echt gut und ist wirklich schnell gemacht. Gestickt wurden hier nur die Blumen und Kreise, der Rest kann nach Belieben zusammengebaut werden. Ich habe mir sogar zwei dieser Bausätze mit nach Hause genommen.


Das letzte Projekt war die Erste-Hilfe-Tasche, die von beiden Seiten bestickt ist. 


So, und jetzt: 


Prösterchen!

Sonntag, 30.03.2014
11.11 Uhr (Helau!)
Wir sitzen seit 09.00 Uhr schon wieder hinter der Maschine. Heute werden die beiden Enden eines Schals bestickt. Die Rahmen, die dazu benötigt werden, haben schon recht große Ausmaße:


Das sieht sehr hübsch aus, vor allen Dingen mit dem bunten Garn....

Bei meiner Mutter und ihrem Ferrari sieht das so aus:


Sie testet den neuen Mega-Maxi-Wasweißich-Rahmen, den es seit etwa 2 Wochen gibt. Der Rahmen ist so groß, den könnte ich als Hula-Hoop nutzen.  Der Nachteil bei diesen großen Rahmen ist der Vlies-Verbrauch. Und gerade der Klebevlies ist nicht gerade günstig.

14.00 Uhr
Die letzte Runde läuft.


Es werden Manschetten gestickt, in denen dann ein Gästehandtuch Platz finden soll. Jetzt kommt der Knaller: Wir haben das Handtuch bestickt. Ich dachte, ich höre nicht recht.... Ich sticke doch jetzt nicht meinen Namen auf das Gästehandtuch! Also habe ich daraus ein kleines Mitbringsel für unseren Hund gemacht:


Die Damen haben herzlich gelacht - sie kennen meine Meinung zu solchen Projekten.

Fazit:
Es war ein sehr schönes Wochenende, bei dem ich einiges gelernt habe. Hauptsächlich ging es um den richtigen Untergrund für verschiedene Stickarbeiten. Wenn man eine saubere Arbeit haben will, muss man einfach einiges beachten. In einem Forum habe ich mal gelesen, dass es tatsächlich Leute gibt, die Küchenpapier als Vlies nutzen. Das würde ich nie tun - noch nicht mal beim Sabbertuch für den Hund.


Verlinkt bei RUMS 

Kommentare

  1. Über Deine Zeilen musste ich gerade (am frühen Samstagmorgen) herzhaft schmunzeln. So wie Du anfänglich das Sticken mit der Vorstellung vom spießigen Verschönern von Tischdeckchen, Handtüchern und Co. in Verbindung gebracht hast, geht es wohl vielen. Werde ich nach meinem Job gefragt, haben viele sicherlich den gleichen Eindruck. Dabei beweisen wir ja, dass Sticken auch anders gehen kann ;) Ich wünsche Dir viel Spaß beim Stickwochenende und bin gespannt, was Du Neues lernst. Zeitnahe Berichte (falls Du es schaffst) sind gern gesehen.

    Liebe Grüße
    Heike

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  2. PS. Der Loop erinnert mich an ein Fischernetz ;)

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  3. Wir freuen uns sehr ;)))

    LG Deine Männer

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