Beschissene Tage

Heute vor fünf Jahren war so ein beschissener Tag. Wir mussten unseren heißgeliebten Kater Tommy einschläfern lassen. Obwohl er alt und gesundheitlich sehr angeschlagen war, machte er am 09. August noch einen recht fitten Eindruck. Aber am Morgen vom 10. August war es damit vorbei. Er fraß nichts, er soff nichts, er saß nur da und versuchte vergeblich, sich zu erbrechen. Sofort sind wir zum Tierarzt - zum Glück hatten wir noch Urlaub - und dort wurde ein hühnereigroßer Tumor am Magen diagnostiziert.
Tommy bekam Cortison gespritzt, man machte uns aber keine großen Hoffnungen, gab uns maximal noch vier bis sechs Wochen. Er war zu alt, zu krank, um den Tumor operieren zu können.
Völlig schockiert haben wir unser kleines Häufchen Elend wieder in den Transportkäfig verfrachtet und sind nach Hause gefahren.
Eigentlich sollte es Tommy durch die Spritze wieder etwas besser gehen, aber das tat es nicht. Wir sahen es ihm an, wie sehr er sich quälte. Nachmittags um vier trafen wir dann die Entscheidung, ihn nicht länger leiden zu lassen.
Auch wenn es die schwerste Entscheidung ist, die wir jemals treffen mussten, war es die beste für unseren Kater gewesen. Wir nahmen ihn anschließend mit nach Hause und begruben ihn unter dem Kirschlorbeer.


Etwa vier Wochen später bekam ich von meinem Chef grünes Licht dafür, einen Hund mit ins Büro zu nehmen. Undendlich dankbar dafür begaben wir uns auf die Suche nach Züchtern, die einen Wurf erwarteten. Ende November 2009 zog ein kleiner, brauner Labbi-Rüde bei uns ein, der unser Leben ziemlich durcheinanderwürfelte, und ihm einen gewissen Touch gab, den ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Um es mit den Worten von Heinz Rühmann zu sagen: Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht. 


So, und jetzt geht es hier wieder ums Nähen.

Mein Dashboard ist zur Zeit etwas zweigeteilt. Die einen planen noch Sommergarderobe, die anderen planen schon für den Herbst. Ich hatte hier noch ein Sommerkleid liegen, aber eine ordentliche Erkältung hat dafür gesorgt, dass ich die letzte Woche keine Naht genäht habe. Na ja, und ehrlich gesagt stehe ich ein bisschen vor dem Problem, die Abnäher richtig zu platzieren. Ich müsste jetzt rumtüfteln, auftrennen, neu nähen - und das, obwohl der (Hoch-)Sommer sich erstmal verabschiedet. Also habe ich das Kleid beiseite gelegt, und eine kleine Bestandsaufnahme meiner bis jetzt vorhandenen Herbststoffe gemacht.

Wie immer ist es schwer, die Farben richtig wiederzugeben....
Der Stoff ganz rechts wird zum Trenchchoat verarbeitet. Inzwischen habe ich auch das passende Modell gefunden.

Als ich den Stoff gekauft hatte, habe ich zusammen mit der Verkäuferin überlegt, welche Seite wohl die Rechte werden könnte. Beide Seiten wären möglich, die eine ist glatt und etwas glänzend, die andere rau und matt. Der Rat der Verkäuferin war, die glatte Seite nach außen zu nehmen, denn da würde Regen und Schmutz viel besser abperlen.
Als ich nach Hause fuhr, habe ich darüber nochmal nachgedacht, und ich glaube, dass sie Unrecht hat.
Das Fell unseres Labbis ist richtig rau und drahtig. Das Fell von seinem Kumpel wiederum ist ganz weich, zart und glänzend. Wenn sich beide im Dreck suhlen, ist unser Hund zu Hause vor der Haustür schon fast wieder sauber, während sein Freund jedes Mal unter die Dusche muss. An seinem glatten, glänzenden Fell bleibt nämlich so richtig gerne der Dreck kleben.
Ich weiß nicht, inwiefern ein Vergleich zwischen Stoff und Fell korrekt ist, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es sich beim Stoff ähnlich verhält.

Habt Ihr diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht? Sind raue Stoffe unempfindlicher als glatte? 
 

Kommentare

  1. Ich habe einen Kauf- Kurztrench bei dem die rauhere Seite außen liegt. Auch der Funktionsstoff meiner Minoru ist von aussen leicht pfirsichhautmäßig.
    Beide Jacken "funktionieren" und lassen Wasser abperlen.
    Deine Theorie würde ich also unterstützen.
    LG Luzie

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  2. Ein Familienmitglied/Freund zu verlieren ist immer schlimm. Schön, dass euch bald ein neuer Perlzfreund getröstet hat;-)

    Freu mich auf Dein Mantel. Tja, ich würde auch wirklich den Test mit dem Wasser machen, aber Du kannst den Mantel auch mit Bekleidungspray von Wind und Regen schützen.
    Was wäre den die rechte Seite? Da ist an den Webkanten zu erkennen. In welche Richtung zeigen die Löcher? Übrigens ich habe auch so ein Stoff für meine Shorts vernäht und ich habe die "Samtige" Seite nach innen genommen, weil ich nicht ständig die Flusen an der Hose haben wollte. Aber die Hände haben es schön Samtig:-)))
    LG Anita

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