Pflicht und Kür

Nähen hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Lange Strecken lasse ich wie in Trance unter dem Füßchen der Nähmaschine herlaufen.


Bei meinem nicht fertig gestellten Sommerkleid fand ich es total entspannend, die Nahzugaben mit Zick-Zack-Stich zu versäubern, obwohl ich eine Ovi habe und damit auch viel mache.
Inzwischen macht es mir auch Spaß, Ärmel einzusetzen, einen Bund anzunähen, oder Prinzessnähte zu stecken - im Laufe der Zeit habe ich ein Gefühl dafür entwickelt, was mir anfangs total fehlte, und mich manchmal zum unglücklichsten Menschen vor einer Nähmaschine machte.



Was allerdings nach wie vor lästig ist, ist das Schnitt abnehmen und Zuschneiden. Meine Herren. Und gerade mein geplanter Trench hat schon ganz schön viel an Zeit verschlungen, obwohl ich noch nichts genäht habe.
Es gibt 11 Schnittteile, einige davon auch aus Futterstoff...


... und - was mich immer am meisten nervt - 5 Kleinteile. Stoffstreifen und Rechtecke, aus denen dann Riegeln und Schlaufen und Gürtel werden.


Und dann dieses Verstärken.....  Puuuh, echt nervig. Aber auch da habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist. Früher hatte ich nie Einlage verwendet. Für was auch? Was soll ich mich abrackern, das Zeugs da zuschneiden und aufbügeln, und am Ende komme ich gar nicht dazu, Bund oder Kragen zu nähen, weil ich vorher schon gescheitert bin?!
Inzwischen habe ich genug Näherfahrung, und ich verstärke auch wirklich alle Teile, weil es tatsächlich Sinn macht.

So, das ist beim Nähen für mich die Pflicht. Nervig, aber erforderlich. Und wenn ich das habe, dann geht es an die Kür. Und diesmal habe ich mir wirklich, wirklich ganz fest vorgenommen, sorgfältig und langsam zu nähen. Gerade bei den ganzen Kleinteilen. Obwohl ich mir Mühe gebe, kriege ich es nie ganz gerade und seitengleich hin - irgendwann kommt der Punkt, an dem ich schlafe und nicht mehr exakt arbeite.


Damit es mir nicht so langweilig mit dem Trench wird bzw. ich ein Ausweichmodell habe, knöpfe ich mir noch ein weiteres Kleid aus der MyImage vor. Ich denke, das wird eine gute Abwechslung sein, wenn es beim Trench mal hängen sollte.

Und was macht Ihr am heutigen Creadienstag so alles?

Kommentare:

  1. Oh, das kenne ich ;). Manche Projekte schiebe ich ewig vor mir her, weil ich keine Lust auf das Zuschneiden der ganzen Kleinteile habe. Umso schöner ist dann das Erfolgserlebnis, wenn ich fertig bin!

    Liebe Grüße
    Anika

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  2. Du sprichst mir aus der Seele!!!
    Genau so geht es mir auch. Manchmal könnte ich heulen, wenn einfach gar nichts klappen will. Aber da sind auch die Momente - wie der Zufall, wenn´s klappt! ;-))
    Dann wächst du innerlich und bist stolz wie Bolle, oder?
    Ich wünsch dir viele, viele Erfolgserlebnisse!
    Astrid

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  3. in vielen punkten kann ich dir absolut zustimmen. kelinkramm ist lässtig. manche teile liegen zugeshcnitten,weil ich es ebenfaöls hasse, die klebeeinlagen zuzuschneiden und zu bekleben.es ist u.a. auch enorm zeit raubend. wenn ich manche jackets vollflächig beklebe(das mache ich allerdings sehr selten), dauert es bis zu 3h. Horror!
    auch lange strecken...allerdings sind das bei mir Handarbeit lange Strecken, nicht Maschine.
    ich mag irgendiwe nicht mit overlock zu arbeiten, empfinde als lästig.
    zickzack meide ich grundsätzlich,weil es nicht für bügelabdrücke sorgt, somndern auch die Nahtzugaben statiosch macht. wenn du an dem gleichen Stoff gegenvergleich machst und das in der Hand hälst und bewegst und ziehst- wirst du es merken, warum das nicht so gut ist.
    zickzack ist nur für notfall, wenn overlockfuss nicht dran kommt. overlocknähte sind lockere , feiner, dünner.ich kann dir daher nur raten, lieber overlocken als zickzacken.

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  4. Ich stimme Dir zu, die Kleinteile nerven wirklich. Erst dauert es ewig den Schnitt zu kopieren, dann nochmal lange alles zuzuschneiden, die Einlagen zuzuschneiden alles aufzubügeln und dann nochmal die Passzeichen auf die verstärkten Teile zu übertragen. Da sind Stunden vergangen bevor die erste Naht genäht wird. Das war der Grund, warum Blusen erst in letzter Zeit für mich ok sind und ich jetzt langsam auch in Richtung Blazer und Mantel denke. Dein Arbeitstand für den Trenchcoat schaut toll aus. LG Kuestensocke

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  5. Oh, es geht los!!! Wie schön. Also ich komme gern vorbei und mach Dir den "Kleinkram" den fand ich am schönsten:-))))
    Wie Du habe ich am Anfang oft die Einlage weggelassen, bis die erste Jacke kam. Da kam der AHA Effekt. Meine Overlook ist ein biliges Aldi-Model und raubt mir manchmal den letzten Nerv, dann habe mir eine ZickZack schere gekauft. Overlock nehme ich nur noch wenn ich die Kleidung nicht abfütter (oder für Jersey oder sehr dehnbare (Lycra) Stoffe), aber bekanntlich Sitz die Bekleidung um längen besser wenn es abgefuttert wurde. (in meinem Fall (blöde Maschine) ist es auch so, dass zwei mal das Kleid zu nähen einfach ist als mit der Overlock die Kanten zu versäubern). Wenn ich eine Bekleidung abfütter, dann kommt es auf den Stoff an. Wenn der Stoff nicht ausfranst - dann werden die Kanten nicht versäubert. Wenn der Stoff stark ausfranst, kommt die Zickzack schere. Wie die Kanten aussehen, ist bei den abgefütterten Stück nicht mehr zu sehen. Übrigens, das machen auch die Bekleidungshersteller so. Ist auch eine Zeitersparnis. Mein Trenchcoat habe ich aber auch mit der Overlock versäubert, obwohl ich es gefüttert habe. Tja, so lernt man dazu.
    Glaub mir, die Kleinteile erschrecken einen nur am Anfang (zuschneiden ist schlimmer, aber das Nähen ist schön), weil sooo viele, aber die Entspannen auch schön, besonders, weil Du die winzigen kleine Resultate schnell an dem Mantel sehen kann, was für eine enorme Wirkung die haben. Wünsche Dir ganz viel Spaß & vor allem GEDULD (aus eigener Erfahrung). Da ist eine gute Idee mit einen zweiten (einfachen) Projekt. LG Anita

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