Herbstjacken Sew Along - Finale!

Eigentlich war ich schon raus. Hier hatte ich mich abgemeldet, aber Karin hat mich wieder eingeladen, beim Finale doch mitzumachen. Die Abmeldung war doch nur eine reine Verzweiflungstat ;-)

Hier ist er also - mein fertiger Mantel.

Er ist durchaus okay, wenn er auch nicht ganz so dem entspricht, was ich eigentlich wollte. Aber aus Fehlern lernt man, und ich hoffe, es wird mir nicht nochmal passieren, dass ich mich derart im Stoff vergreife.

Die fehlenden Taschen habe ich bis jetzt noch nicht vermisst. Meistens habe ich eh eine Leine in der Hand, und ich trage Handschuhe, wenn es wirklich kalt ist. 

Die Rückenansicht will ich Euch nicht vorenthalten. Auch da habe ich kurzerhand die Schlitze zugenäht, um nicht an eine Ente zu erinnern, weil es einfach viel zu sehr aufgetragen hat.

Geschlossen wird der Mantel mit Druckknöpfen. Das mit den Paspelknopflöchern habe ich mir ganz schnell abgeschminkt.

ABER - um doch ein bisschen stolz zu sein - habe ich nicht nur alle Knöpfe mit der Hand angenäht, sondern auch die Ärmelsäume und die Kragenansatznähte manuell bearbeitet. So langsam kriege ich das ganz gut hin, ohne mich andauernd zu verheddern. 

Auf alle Fälle bin ich jetzt gerüstet, wenn die Temperaturen mal fallen sollten.

Ein großes Dankeschön geht rüber an Karin und Chrissy für die Organisation des Sew Alongs!

Links:
Herbstjacken Sew Along Teil 1
Herbstjacken Sew Along Teil 2
Herbstjacken Sew Along Teil 3
Herbstjacken Sew Along Teil 4
Herbstjacken Sew Along Teil 5
FINALE!


Weihnachtskleid Sew Along - Teil 1

Der WKSA 2014 geht los, wie schön! Schon länger drehen sich meine Pläne um ein Kleid, aber ich bin immer noch ziemlich unschlüssig.

Zuerst war ich fest davon überzeugt, dass ich dieses Jahr Kleid Nr. 111 aus der September-Burda nähen werde.


Und zwar inkl. Kragen, Manschetten und Tüllrock. Allerdings tue ich mich sehr schwer, war die Stoffwahl angeht. Etwas passendes hierfür ist mir noch nicht mal ansatzweise über den Weg gelaufen.

Dann kam eine weitere Burda-Ausgabe, und sofort wurde Kleid Nr. 111 auf Platz 2 verdrängt. Dieses Godet-Kleid .... ich war sofort begeistert.


Was mir überhaupt nicht gefällt, sind die kurzen Ärmel. Da müsste auf alle Fälle eine Lösung her, aber das stelle ich mir nicht allzu schwer vor. 

So, und gestern Nacht lag ich etwa zwei Stunden wach, lauschte dem Wind, und auf einmal kam mir der Gedanke, ich könnte doch auch dieses Kleid nähen:


Das hat zwar noch weniger Ärmel, aber dafür Knopflöcher. Und die würde ich gerne sticken, nicht nähen. Im Moment bin ich nämlich ziemlich angefixt von Urban Threads. Endlich mal keine Kinder-Stickdateien, endlich mal richtig tolle Muster, die dazu auch noch sowas von cool umgesetzt werden, dass ich am liebsten sofort ALLES einmal durchsticken möchte.

Ihr seht, ich bin noch überhaupt nicht sicher, was es letztendlich werden soll. 
Ebenso gut wie ein Kleid könnte ich mir auch diese Kombi vorstellen:


Für das Shirt hätte ich sogar schon Stoff, für den oder überhaupt für einen Rock, müsste ich nochmal durch die Läden stöbern. 

Hach. Es ist nicht einfach. Um mein Chaos perfekt zu machen, gucke ich mal auf dem MeMadeMittwoch-Blog, was dort so alles an potentielle Weihnachtskleidern vorgestellt wird. Gut möglich, dass ich beim nächsten Treffen etwas GANZ anderes nähe....

Me Made Mittwoch im Kleinen Grauen

Ich habe Urlaub, und in den letzten beiden Tagen habe ich mich im Nähzimmer verkrochen, und ein Kleid genäht. Es fühlte sich toll an, nach dem dicken, dicken Mantelstoff mal wieder was "Normales" unterm Füßchen zu haben!

Genäht habe ich das Kleid 102 aus der Burda 9/2014.
Zugeschnitten aus grauem Stretchstoff in Größe 38.


Auf den ersten Blick sieht es ganz gut aus, und es kommt auch den Fotos aus der Burda recht nahe. In Wirklichkeit ist das Kleid allerdings ein ziemliches Hängerchen an mir.

Den Rücken habe ich mir (von links nach rechts) mühevoll geformt, damit zumindest ein bisschen was von einem Kleid zu erahnen ist. Auch in der Taille habe ich ziemlich viel weggenommen.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, auch wenn ich gerne mehr Kleid und weniger Hängerchen hätte.





Es ist gut zu erkennen, dass ich reichlich Platz im Kleid habe, und dass ich noch viel mehr hätte formen müssen, um eine wirklich perfekte Passform zu haben.


Der Rücken ist immer noch deutlich verbesserungswürdig, aber zumindest ist es nicht mehr ganz so schlimm, wie ganz am Anfang. Die Rückenteile sind auch beide schnurgerade; ich hätte es mir denken können, dass das nichts für Leute mit Körperformen ist.

Allerdings hat das Kleid auch etwas gutes: Es ist recht wandelbar. Ich kann es mit Pumps tragen, oder auch mit Stiefeln und dicker Wollstrumpfhose.




Auf alle Fälle kommt das Kleid jetzt in den Koffer. Genauer gesagt: In den Urlaubskoffer. Morgen um diese Zeit wird Hamburg südlich von mir sein, und darauf freue ich mich wie verrückt.

Aber bis dahin habe ich noch genug Zeit, mir alle anderen Damen zu betrachten, die sich heute wieder auf dem Me Made Mittwoch-Blog treffen.

Ecken nähen mit Burda

Beim Durchblättern der Burda 9/2014 sind mir sofort die ersten beiden Kleider ins Auge gefallen. Solche Schnitte mag ich. Aufgrund der kühlen Temperaturen habe ich mich allerdings erstmals für die Langarm-Variante entschieden.


Der Schnitt ist mit 2,5 Punkten gekennzeichnet - nicht ganz ungerechtfertigt, denn die Ecken am Vorder- und Rückenteil lassen sich nicht eben mal so hoppla-hopp nähen, auch wenn es sich in der Anleitung so liest. Anfangs hatte ich da meine Schwierigkeiten, inzwischen habe ich aber den Bogen raus.

Wichtig ist (wie bei allen Schnitten) die Übernahme aller Kennzeichnen. Die zusammengenähten Seitenteile treffen auf die Markierung am Vorderteil. Das ist für mich eine große Stütze, denn so vermeide ich, dass ich die Stoffteile nicht richtig aufeinanderlege, und den Anfang- und Endpunkt der Nähte nicht finde.

In der Beschreibung der Burda heißt es: Seitl. Vorderteile an das mittl. Vorderteil steppen, dabei die Nahtzugaben des Vorderteils an den Ecken einschneiden.
Ein Satz, bei dem ich früher in Schweiß ausgebrochen bin. "Einschneiden" heißt: Wenn ich es nicht mache, funktioniert es nicht. Wenn ich falsch einschneide, ist das Ding notfalls hinüber.

Zuerst markiere ich mir genau den Punkt, der eingeschnitten wird (die Ecke des Vorderteils). Bis dahin wird gesteppt, von unten bis zur Ecke. Und zwar ganz genau. Rumschludern ist nicht.

Nach dem Steppen dieser ersten Naht nehme ich den Stoff aus der Maschine und schneide das Vorderteil in den Ecken bis zur Naht ein.

Was sich wie ein Arbeitsschritt liest, sind für mich zwei Schritte. Das Wörtchen "dabei" hat mich echt Nerven gekostet, denn "dabei" beideutet: Steppen unterbrechen, einschneiden, Stoff ausrichten, weitersteppen.

So, nachdem ich eingeschnitten habe, lege ich die Stoffstrecke oberhalb der Ecke zusammen:

Rechts ist die Ecke. Ich achte darauf, dass ich keine Falte in der Nahtstrecke habe, und dass ich bis zur ersten Naht, die rechts in der Ecke endet, freie Fahrt habe. Das geht ganz gut, notfalls nehme ich den Stoff hoch und schüttel ihn ein bisschen. Dann klebt der Stoff nicht und er fällt schon wie von alleine in die richtige Richtung. Gesteppt wird jetzt von oben bis zur Ecke.

So sollte es dann aussehen. Die Nähte müssen aufeinandertreffen, sonst gibt es Löcher. Wenn nicht bis zur Naht eingeschnitten wird, bildet sich keine Ecke, sondern eher eine Kurve.

Jetzt noch schon bügeln, und fertig ist es. Wenn man das einmal geschnasselt hat, klappt es auch. Allerdings ist es manchmal ein langer Weg...


Mehr creative Dinge sammelt heute wieder Anke beim Creadienstag.

Kleiner Aufwand - Große Wirkung

In meinem Dashboard wimmelt es von fast fertig gestellten Jacken, die sich alle bei Karin zum Endspurt vom Herbst-JSA treffen. Ich hatte mich hier offiziell vom Sew Along abgemeldet, deswegen verlinke ich mich auch nicht weiter.

Der Mantel war bei der Schneiderin, die die vorderen Kanten abgesteppt hat. Damit hat sie mir den Mantel gerettet, denn jetzt ist er tatsächlich wieder ansehnlich.

Der Kragen ist jetzt so, wie ich es gerne mag. Er liegt gut, nichts schiebt sich mehr dahin, wo es nicht hingehört.

Die vordere Ansicht ist eine komplett andere:

Der Mantel wird mit Druckknöpfen geschlossen, die sich unter den großen, runden, schwarzen Knöpfen verstecken (keine Angst, die bleiben nicht so).

Bei der Futterjacke habe ich meinen Fehler auch gefunden. Zuerst dachte ich, ich hätte die Konstruktionsanweisung falsch verstanden, aber das war alles richtig. Es war nur falsch zusammengenäht. Also alles wieder auftrennen, bügeln und neu zusammennähen. Schon passt es.

Der Mantel muss jetzt "nur noch" gesäumt werden. Und ich muss mir eine Anordnung für die Knöpfe überlegen. Dann ist das Ding endlich fertig. 

Hier nochmal ein paar Vorher-Nachher-Fotos.

Auch, wenn der Mantel keine Taschen hat, gefällt er mir sehr gut, und ich denke, dass ich ihn oft tragen werde. Auf alle Fälle ist das erste Winterkleid für unter den Mantel in der Mache.

Herbst-JSA 2014 - Ich bin raus !! UPDATE !!

Erstmal vielen, vielen lieben Dank für all Eure netten, hilfreichen und aufbauenden Kommentare zu meinem letzten Post. Ich habe dem Mantel mit dem Bügeleisen ordentlich Dampf gemacht, und es hat tatsächlich geholfen. Das hätte ich nicht gedacht!
Durch das Bügeln wurden Kragen und vordere Kante platter, und man konnte das alles wieder betrachten. Allerdings scheiterte der Versuch, die Kanten abzusteppen. Der Stoff ist einfach zu dick. Es ist mir kaum gelungen, die vordere Kante unters Füßchen zu schieben, geschweige denn, den Stoff zu nähen. Zweimal hat es gekracht, und die Maschine stoppte mit der Aufforderung, das Greifersystem zu überprüfen.

Die Schlitze beim Mantel erweisen sich auch als Reinfall. Dadurch, dass die Schlitze sehr weit oben beginnen - genau genommen direkt auf dem Hintern - trägt es durch den dicken Stoff extrem auf. Von der Seite hatte ich etwas von einer Ente. Also habe ich die Schlitze zugenäht, und die Schlitzbelege abgeschnitten. Der Entenarsch war weg - die Lust, diesen vermaledeiten Mantel fertig zu nähen, aber definitiv auch.  

Beim Futtermantel habe ich auch einen Bock geschossen, der mir aber erst beim Einnähen des Futters aufgefallen ist. Irgendwie passt nämlich das Futter nicht an den Beleg ran. Dort, wo der neue Brustabnäher ist, ist eine Ecke drin, es ist zu viel Stoff da, ich habe Markierungen gemacht, die kein Gegenüber finden..... ob ich die Seiten vertauscht habe???

Auch die Ärmel der Futterjacke passen nicht so richtig in den Mantel rein. Ich fühle das, und das ist echt ätzend. Das Zuviel an Stoff hätte ich verpacken können, aber nicht die Tatsache, dass ich wohl das Vorderteil falsch zugeschnitten habe.

Ich weiß, dass es nicht im Sinne des Erfinders ist, bei einem Sew-Along auszusteigen, weil man gerade durch die Gemeinschaft doch immer wieder angetrieben wird, weiter zu machen. Aber ich will mich nicht mehr treiben lassen. Ich will mich wieder Projekten widmen, die mir Spaß machen, und das von der ersten Naht an. Ich habe keine Freude beim Mantel-Nähen. Ich mag nicht mehr diesen dicken, schweren, extrem fusselnden Stoff durch die Maschine drücken.

Vielen lieben Dank an Chrissy und Karin, die beide den SewAlong leiten. Ich werde weiterhin vorbeischauen, denn es wimmelt ja nur so von tollen Ideen, Schnitten und Stoffen!

Wie es hier jetzt weitergeht? Ehrlich gesagt, weiß ich es noch nicht. Erstmal werde ich meine Maschine reinigen, ölen und ein bisschen streicheln - als Entschädigung für die Qualen mit dem Mantelstoff. Dann sehen wir mal weiter, wohin mich meine Emotionen und Stoffvorräte treiben.

Update - 04.11.2014
Immi kann nicht nur Hosen, sie hat auch einfach sagenhafte Ideen. Bezüglich den vorderen Kanten schlug sie vor, den Mantel zum Absteppen in eine Schneiderei zu bringen. Vielleicht könne ja eine Industrienähmaschine weiterhelfen?
Ich habe mir mit der flachen Hand vor die Stirn geklatscht und rief: JA! Das könnte mir tatsächlich weiterhelfen. Also bin ich gestern direkt mal während meiner Mittagspause in die Schneiderei um die Ecke und habe gefragt, ob sie so was überhaupt machen. Die Damen waren überhaupt nicht abgeneigt - ich hatte eher den Eindruck, sie finden es gut, dass sie endlich mal keine Industrieware unter der Maschine haben. Sie wollten den Mantel gerne sehen und dann entscheiden, was sie für mich tun könnten.
Heute Vormittag bin ich dann mit meinem Sorgenkind unterm Arm in die Schneiderei.
Schnell war klar, was zu tun ist:

1. Nahtzugaben auf 2 mm zurückschneiden.
(Meine Nahtzugabe ist zurückgeschnitten, aber eindeutig nicht weit genug. Da geht noch mehr!)

2. Nähte ausbügeln, und zwar richtig.
(Ich habe gebügelt, doppelt und dreifach. Mit Dampf und allem Zipp und Zapp. Die Schneiderin ging zum Bügeltisch, schmiss das Bügeleisen mittels einem kleinen Notebook an und bügelte mal kurz drüber. Zack. Naht glatt. Sieht echt toll aus!)

Die Schneiderin hat mich auch etwas wegen des Geruchs beruhigt. Als ich den Mantel gebügelt habe, ist mir nämlich so ein unangenehmer Duft in die Nase gestiegen, und sofort war mir klar: Da ist eine ordentliche Schippe Chemie mit im Stoff! Aber die Schneiderin meinte, dass Wolle nunmal so riecht.

Ich bin mit einem guten Gefühl aus der Schneiderei rausgegangen, und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wenn ich morgen das gute Stück wieder abholen kann.