Herbst-JSA 2014 - Ich bin raus !! UPDATE !!

Erstmal vielen, vielen lieben Dank für all Eure netten, hilfreichen und aufbauenden Kommentare zu meinem letzten Post. Ich habe dem Mantel mit dem Bügeleisen ordentlich Dampf gemacht, und es hat tatsächlich geholfen. Das hätte ich nicht gedacht!
Durch das Bügeln wurden Kragen und vordere Kante platter, und man konnte das alles wieder betrachten. Allerdings scheiterte der Versuch, die Kanten abzusteppen. Der Stoff ist einfach zu dick. Es ist mir kaum gelungen, die vordere Kante unters Füßchen zu schieben, geschweige denn, den Stoff zu nähen. Zweimal hat es gekracht, und die Maschine stoppte mit der Aufforderung, das Greifersystem zu überprüfen.

Die Schlitze beim Mantel erweisen sich auch als Reinfall. Dadurch, dass die Schlitze sehr weit oben beginnen - genau genommen direkt auf dem Hintern - trägt es durch den dicken Stoff extrem auf. Von der Seite hatte ich etwas von einer Ente. Also habe ich die Schlitze zugenäht, und die Schlitzbelege abgeschnitten. Der Entenarsch war weg - die Lust, diesen vermaledeiten Mantel fertig zu nähen, aber definitiv auch.  

Beim Futtermantel habe ich auch einen Bock geschossen, der mir aber erst beim Einnähen des Futters aufgefallen ist. Irgendwie passt nämlich das Futter nicht an den Beleg ran. Dort, wo der neue Brustabnäher ist, ist eine Ecke drin, es ist zu viel Stoff da, ich habe Markierungen gemacht, die kein Gegenüber finden..... ob ich die Seiten vertauscht habe???

Auch die Ärmel der Futterjacke passen nicht so richtig in den Mantel rein. Ich fühle das, und das ist echt ätzend. Das Zuviel an Stoff hätte ich verpacken können, aber nicht die Tatsache, dass ich wohl das Vorderteil falsch zugeschnitten habe.

Ich weiß, dass es nicht im Sinne des Erfinders ist, bei einem Sew-Along auszusteigen, weil man gerade durch die Gemeinschaft doch immer wieder angetrieben wird, weiter zu machen. Aber ich will mich nicht mehr treiben lassen. Ich will mich wieder Projekten widmen, die mir Spaß machen, und das von der ersten Naht an. Ich habe keine Freude beim Mantel-Nähen. Ich mag nicht mehr diesen dicken, schweren, extrem fusselnden Stoff durch die Maschine drücken.

Vielen lieben Dank an Chrissy und Karin, die beide den SewAlong leiten. Ich werde weiterhin vorbeischauen, denn es wimmelt ja nur so von tollen Ideen, Schnitten und Stoffen!

Wie es hier jetzt weitergeht? Ehrlich gesagt, weiß ich es noch nicht. Erstmal werde ich meine Maschine reinigen, ölen und ein bisschen streicheln - als Entschädigung für die Qualen mit dem Mantelstoff. Dann sehen wir mal weiter, wohin mich meine Emotionen und Stoffvorräte treiben.

Update - 04.11.2014
Immi kann nicht nur Hosen, sie hat auch einfach sagenhafte Ideen. Bezüglich den vorderen Kanten schlug sie vor, den Mantel zum Absteppen in eine Schneiderei zu bringen. Vielleicht könne ja eine Industrienähmaschine weiterhelfen?
Ich habe mir mit der flachen Hand vor die Stirn geklatscht und rief: JA! Das könnte mir tatsächlich weiterhelfen. Also bin ich gestern direkt mal während meiner Mittagspause in die Schneiderei um die Ecke und habe gefragt, ob sie so was überhaupt machen. Die Damen waren überhaupt nicht abgeneigt - ich hatte eher den Eindruck, sie finden es gut, dass sie endlich mal keine Industrieware unter der Maschine haben. Sie wollten den Mantel gerne sehen und dann entscheiden, was sie für mich tun könnten.
Heute Vormittag bin ich dann mit meinem Sorgenkind unterm Arm in die Schneiderei.
Schnell war klar, was zu tun ist:

1. Nahtzugaben auf 2 mm zurückschneiden.
(Meine Nahtzugabe ist zurückgeschnitten, aber eindeutig nicht weit genug. Da geht noch mehr!)

2. Nähte ausbügeln, und zwar richtig.
(Ich habe gebügelt, doppelt und dreifach. Mit Dampf und allem Zipp und Zapp. Die Schneiderin ging zum Bügeltisch, schmiss das Bügeleisen mittels einem kleinen Notebook an und bügelte mal kurz drüber. Zack. Naht glatt. Sieht echt toll aus!)

Die Schneiderin hat mich auch etwas wegen des Geruchs beruhigt. Als ich den Mantel gebügelt habe, ist mir nämlich so ein unangenehmer Duft in die Nase gestiegen, und sofort war mir klar: Da ist eine ordentliche Schippe Chemie mit im Stoff! Aber die Schneiderin meinte, dass Wolle nunmal so riecht.

Ich bin mit einem guten Gefühl aus der Schneiderei rausgegangen, und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wenn ich morgen das gute Stück wieder abholen kann.

Kommentare

  1. Oh wie ärgerlich :-( Such dir schnell ein aufbauendes gut gelingendes Nähwerk! Und tiiiiiief durchatmen.
    Beste Grüße
    Janine

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  2. Oh weh, das tut mir leid, es ist doof ein Projekt aufgeben zu müssen. Aber wenn es nur noch frustriert (und das mit dem zu dicken Stoff klingt wirklich nervig) kann ich das sehr sehr gut nachvollziehen. Soll ja eigentlich Spaß machen das Ganze :-) Viel Erfolg mit dem nächsten Projekt, wird bestimmt besser laufen!

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  3. Ach wie schade, aber ich kann verstehen, dass die Luft bei dir raus ist.
    LG von Susanne

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  4. Hi Sandra,
    Kopf hoch - beim nächsten Projekt wird es wieder besser klappen. Ich gebe zu - ich steh mit den Burda-Schnitten auf Kriegsfuß - ich habe deshalb die Zeitschrift auch wieder abbestellt.
    Dein neuer Header gefällt mir sehr gut :-)
    Ganz liebe Grüße, Evelyn

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  5. Schade Sandra, aber Dein neues Bloglayout schaut klasse aus. Das ist doch schon ein tolles neues Projekt!
    LG Carola

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  6. "...ewigen Frage: Wie meint die Burda das wohl???"
    Guten Morgen liebe Sandra,
    der Spruch ist ja klasse! Das Frage ich mich manchmal auch ;)
    Schöne neue Aufmachung für Dein Blog!

    Schade, dass Dein Projekt nicht so wollte. Leider müssen wir diese Erfahrungen machen.
    Das schlimme ist das "Loch" dannach. Aber Du hast die Vintage Burda, und der Schnitt, der Dir gefällt,
    wäre doch vielleicht mal schon ein Anfang für die Hochzeit! Ich bin so auf das Kleid gepannt, denn es wird
    Dir sicher von Schnitt her sehr gut passen. Also Kopf hoch und ran an die neuen Ideen!
    Ganz liebe Grüße Anita

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  7. Hallo Sandra
    Du bist klasse! Ich lese deinen Blog zu gerne!!! Er ist so erfrischend ehrlich und einfach nett....
    na ich bin gespannt auf den Mantel....
    Ich selbst hätte wohl Tonne auf und...

    liebe Grüße Sandra aus dem Schwabenland

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  8. Das ist ja eine tolle Idee mit der Schneiderei! Ich kämpfe auch total mit so einem fusseligen Mantel-Ungeheuer, das ich mir da ins Zimmer geholt habe. Und meine Maschine hat schon mehrfach mit lautem Knall den Geist aufgeben wollen, einmal mit abgebrochener Nadelspitze, die in den Wollbergen irgendwo versunken und auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist....Insofern: tolle Idee, und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

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  9. Zum Update: Super! Perfekte Idee. Man muss auch an Profis delegieren können ;)

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