Des Wahnsinns fette Beute

Die Linkliste zum HosenHerbst bei Meike ist nochmal geöffnet, und ich alte Trödelliesel habe es doch noch tatsächlich geschafft, eine Hose zu nähen. Also, zumindest so grob.

Ziel ist diese Hose aus der Burda 6/2014:


Die Hose hat nichts besonderes, und eigentlich ging es mir hauptsächlich um die Passform. Die Falten unter dem Hintern in Griff bekommen - mehr nicht.
Ich habe mir einen Grundschnitt erarbeitet, mit dem ich sehr zufrieden bin, und mit dem ich gerne noch ein bisschen zusammenarbeiten würde. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass man gerade bei Hosen, bei jedem neuen Hosenschnitt, immer wieder bei Null anfangen muss. Der Stoff spielt eine große Rolle, der Schnitt natürlich auch .... Aber ich habe es trotzdem mal probiert. Nur so zum Spaß.

Ich habe den Schnitt der neuen Hose über den Grundschnitt gelegt. Und dabei kam heraus, das fast kein Unterschied ist. Ich habe lange überlegt, ob ich es wagen soll. Soll ich die Hose ohne die bei mir erforderliche Schnittkorrektur zuschneiden, und einfach mal testen..... vielleicht könnte es passen.

Diese Entscheidung habe ich bis heute vor mir her geschoben, und jetzt hat die Neugierde gesiegt. Die Nähte waren schnell gemacht, der Reißverschluss muss noch warten. Heraus kam folgendes:



Von vorne und von den Seiten sieht es schonmal ganz gut aus. Natürlich ist es durchaus noch verbesserungswürdig, aber fürs erste finde ich es okay. Und jetzt von hinten:

Gar nicht so schlecht, oder??? Ich war sehr überrascht. Diese Hose hat doch tatsächlich Potential, fertig genäht und getragen zu werden.

Ich muss allerdings dazusagen, dass der Stoff dieser Hose dem vom Grundschnitt sehr ähnlich ist. Also sehr stretch-ig! Hätte ich einen anderen Stoff genommen, der bedeutend weniger Elasthananteile hätte, dann würde so was vielleicht nicht klappen, und es wäre ein Griff ins Klo gewesen. Eventuell sollte ich noch ein bisschen mehr den Stoffanteil unter dem Hintern reduzieren, wobei ich mir dann die Frage stelle, ob ich mich hinsetzen kann, ohne mir die Blutzufuhr in die Beine abzuquetschen....

Auch bei mir: HerbstJackenSewAlong #1

Heute startet bei Chrissy der HerbstJackenSewAlong, und da mache ich gerne mit, weil bei mir eh ein Mantel auf dem Programm stand.

Ich möchte gerne einen Mantel für den kalten, usseligen Herbst. Und ich weiß auch schon etwas länger, dass es ein Mix zwischen dieser Jacke ...

 ... und diesem Mantel

wird. Beides ist aus der Burda 8/2014. Ich war sofort in den Schnitt verliebt und hoffehoffehoffe, dass ich den Schlitz hinbekomme.

Warum wird gemixt? Die Jacke ist mir zu kurz (88 cm), der Mantel ist mir zu lang (127 cm). Außerdem möchte ich keine Druckknöpfe haben (Mantelvariante), sondern richtige Knöpfe (Jackenvariante). Vielleicht - ganz vielleicht - mache ich hierfür Paspelknopflöcher. Mal sehen, wie ich in der Zeit liege.

Was den Stoff anbelangt, bin ich noch ziemlich ratlos. Warm soll er sein, flauschig, eine dunkle Farbe haben, sich gut verarbeiten lassen - und bitte einen angenehmen Preis haben. Der Stoffkauf ist auf alle Fälle für die nächsten Tage angedacht. Ich würde mir wünschen, in einem Laden etwas zu finden, denn ich mag es einfach nicht, online Stoff zu kaufen, den ich vorher nicht ausgiebig betatschen konnte.

So, jetzt reihe ich mich erstmal in die Linkliste bei Chrissy ein, wo heute die Vorstellung der Schnitte stattfindet.
Der Sew-Along wird im Wechsel von Chrissy und Karin betreut - vielen Dank an beide für die Organisation!

Me Made Mittwoch am 24.09.2014

Gestern war ich zum 30. Geburtstag meines kleinen Bruders in der Heimat. Das bedeutet für mich: 280 km Hinfahrt, 280 km Rückfahrt. Bedeutet: 560 km Radio hören.

Und gestern war ein ganz besonderer Tag für die Radiomoderatoren.
1. Es war kalendarischer Herbstanfang.
2. Der neue 10-Euro-Schein ist im Umlauf.

Ich hatte das Gefühl, es gibt keine anderen Themen auf der Welt.

Zu 1.) kann ich sagen:
Schön. Endlich. Ich werde den "Sommer" nicht vermissen und freue mich, zu selbstgenähten Herstklamotten greifen zu können. Eines meiner Lieblings-Outfits ist diese Kleid hier:


Das Kleid hat ja einen kleinen Nähfehler *hüstel*....

... der aber unter dem Gürtel verschwindet. Und dieser Gürtel hat noch einen Vorteil. Er vermittelt mir ein sehr vertrautes Gefühl.


Meike hatte die Tage geschrieben, dass sie mit Hosen nach wie vor fremdelt, obwohl sie sich wirklich gerne damit anfreunden möchte. Aber als überzeugte Rock- und Kleiderträgerin fällt ihr das sehr schwer.
Ich kann das absolut nachvollziehen - als Hosenträgerin fühle ich mich in Kleidern sehr fremd, obwohl ich sie mag. Aber ich muss mich gut fühlen, wenn ich ein Kleid tragen will. Ich kann es nicht einfach aus dem Schrank ziehen und mir überwerfen. Es fühlt sich an manchen Tagen einfach nicht gut an - weiß der Geier, warum.

Inzwischen habe ich festgestellt, dass ich mit Kleidern hervorragend klar komme, wenn sie im Bereich der Taille wirklich sehr engen Körperkontakt zu mir haben. So wie ich das von Hosen kenne und gewohnt bin.

Ich möchte Kleider tragen, möchte mich darin aber auch 100 % wohlfühlen. Mit diesem kleinen (Gefühls-)Trick gelingt mir das sehr gut.

Was mich aber noch mehr freut, ist mein Trench.... Ich kann es gar nicht oft genug sagen, wie froh ich bin, mir endlich so ein Teilchen genäht zu haben.




Dummerweise ist der Trench nicht winterfest, daher ist es für mich schon fast Pflicht, beim HerbstJSA mitzumachen, der ab Sonntag bei Chrissy und Karin startet. Ich brauche unbedingt noch einen Mantel, der schön warm ist.

Ach so, zu 2.) kann ich Euch sagen: Der neue Schein ist bis zu 90° waschbar. Keine Ahnung, ob der Vorgänger so was auch schon mitgemacht hat. Ich habe maximal Hundek*ckbeutel in den Taschen, und die vertragen auch ALLES.

So, und jetzt mache ich mich auf zum Me Made Mittwoch. Heute angeführt von Claudia mit einem richtig schönen Geburtstagsoutfit.

Schnitte:
Kleid 108 aus Burda 11/2013
Trench 113 aus Burda 09/2010

... gebacken wird auch noch

Bevor ich jetzt in mein Wochenende abtauche, muss ich noch schnell etwas loswerden. Aus gegebenem Anlass (Winke-Winke, Jenny!)

Ich backe und koche sehr gerne. Auch wenn ich für alles ein Rezept brauche, aber es macht mir trotzdem Spaß, und ich traue mich auch an alles ran. Ich habe auch gerne Hefekuchen gebacken, aber irgendwann hatte ich damit ein paar Misserfolge - und somti war auch die Lust verflogen.

Als die Brotbackautomaten in Mode kamen, musste ich natürlich auch so ein Teil haben. Lange Zeit habe ich damit Brote gebacken, habe sämtliche Backmischungen durchprobiert, und auch ein- oder zweimal selber die Zutaten zusammengemischt (was nicht so der Knaller war).

Inzwischen steht auch der Brotbackautomaten im Regal. Zwischen der Eismaschine und dem elektrischen Fleischwolf. Hinter der Nudelmaschine. Neben dem Sodasprudelding.

Vor ein paar Wochen kam mir in den Sinn, ich könnte doch mal wieder Brot backen. Ohne Automat. Auf die ganz herkömmliche Art und Weise. Ich habe ein bisschen gegoogelt und stellte mein Herzblatt eines Abends meinen Plan vor: Ich brauche ein Gärkörbchen, eine Brotbackform, ein Rezeptbuch und wohl auch eine neue Brotschneidemaschine. Bei der Brotschneidemaschine erhob er Einspruch. Ich solle wohl erstmal die alte suchen. Grmpf.

Noch ein kleines Weilchen später - und nach erfolgreicher Suche - besorgte ich mir erstmal die Brotbackform. Und ich nahm beim Einkaufen getrockneten Sauerteig mit.


Und Mehl und Hefe natürlich auch noch. Heute habe ich mich dann mal an das Brot backen rangemacht, und ich kann jetzt schon sagen, dass ich bis jetzt sehr zufrieden bin. Es ist ja nicht nur der Geschmack und die Konsistenz wichtig, sondern auch die Haltbarkeit. Das Brot sollte morgen Abend auch noch lecker sein.


Und so habe ich es gemacht:

200 gr. Dinkelmehl
300 gr. Weizenmehl (405)
250 gr. Roggenmehl (1150)
10 gr Salz

vermischt.

20 gr Hefe in
100 ml handwarmem Wasser aufgelöst. Dann den
Vollkorn-Sauerteig dazugeschüttet und vermischt.
(Dieser Arbeitsschritt war irgendwie seltsam und suboptimal, stand aber so im Rezept.)

Die Sauerteig-Hefe-Mischung habe ich dann mit dem restlichen Mehl und 500 ml lauwarmem Wasser verknetet. So lange, bis es fast nicht mehr geklebt hat. Den Teig habe ich in eine Schüssel, mit einem Handtuch zugedeckt und gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hatte. Dann habe ich den Teig nochmal durchgeknetet,und auch noch ein bisschen Mehl dazugenommen, weil er doch recht klebrig war.

Für das zweite Gehen habe ich das Brot in die Backform gelegt, und als sich der Teig nochmal um einiges vergrößert hatte, habe ich die Form bei 250° in den vorgeheizten Backofen geschoben. Nach 15 Minuten habe ich die Temperatur auf 190° reduziert, und nach weiteren 55 Minuten das fertige Brot aus dem Ofen geholt.


Ich bin echt überrascht, wie gut mir das Brot geglückt ist. Damit das kein Einzelfall bleibt, habe ich mir heute gleich wieder eine Packung Sauerteig mitgenommen - und eine Tüte Pastamehl. Wird Zeit, dass ich meine Nudelmaschine mal wieder entstaube.

Unterkleid aus Wirkfutter

Wie gestern schon angekündigt, wollte ich ein Unterkleid nähen. Schon seit meinem ersten Kleid aus der MyImage spiele ich mit dem Gedanken, so einen Allrounder für Untendrunter zu machen.

Und weil gestern Suse on the Riverbank so explizit nachgefragt hat, eh nur Fußball im Fernseh kam, und ich große Lust zum Nähen hatte, habe ich mich gleich mal ans Werk gemacht.

Der Schnitt fiel auf das Unterkleid 123 aus der Burda 02/2014. Kein typisches Unterkleid, so mit Spaghettiträger und so, sondern mehr ein verlängertes T-Shirt. Und genau das sollte es werden, denn die beiden Jerseykleider - hier und hier - sind ja auch hoch geschlossen.

Als Stoff habe ich Wirkfutter gewählt. Das ist ein dehnbarer Futterstoff, der mich ganz stark an Fliegengitter erinnert.

Vorder- und Rückenteil sowie die Ärmel waren raz-faz zugeschnitten, und ich dachte eigentlich, das Nähen geht auch so flott, aber die Ovi hat mir mal schon gepflegt einen Strich durch die Rechnung gemacht. 30.000 Mal musste ich neu einfädeln. Ach, was sage ich: 40.000 Mal! Ich bin fast bekloppt geworden. Und dieses rutschige Futter macht es ja auch nicht gerade einfach.

Meine Nadeln, die ich gesteckt habe, waren schneller wieder aus dem Stoff gerutscht, als ich gucken konnte. Gerade bei den Ärmeln war das echt kontra-produktiv. Aber unter Strich kam doch noch ein tragbares Unterkleid raus.

Wirkfutter zieht zwar nicht solche spinnwebartigen Fäden wie Acetat-Futter, aber es fusselt ganz extrem. Nach dem Nähen habe ich den Maschinen erstmal eine Reinigung gekönnt, und direkt mal ein Tröpfchen Öl reingekippt.

Der Halsausschnitt wird mit rotem Schrägband versäubert - wenn ich es denn finde. Ich hab das mal wieder sehr gut weggeräumt......

Das Unterkleid verlinke ich bei RUMS - Rund ums Weib

Me Made Mittwoch mit Jerseykleid

Endlich wieder Me Made Mittwoch! Endlich wieder viele Inspirationen holen, neue Blogs entdecken und schöne Kleidung bewundern. Und ich freue mich, dass das Team Verstärkung bekommen hat - von drei tollen Frauen, die mit Sicherheit eine ganz, ganz große Bereichung für diese Plattform sind.

Ich habe mir ein weiteres Kleid aus der MyImage genäht, und ich muss sagen, auch dieses Modell gefällt mir sehr gut.


Der Schnitt sieht einen Reißverschluss vor, aber da ich Jersey verwendet habe, verzichte ich auf den Reißverschluss. Den Halsausschnitt habe ich nicht mit Bubi-Kragen und Beleg versehen. Damit er elastisch bleibt, habe ich ihn mit Schrägband versäubert. Was ein Gefummel für mich ungeübte Jerseynäherin!

Zuerst musste ich mir mal einen Schrägstreifen basteln. Dafür habe ich zwei Streifen im 45°-Winkel (wichtig für die Dehnbarkeit!) aus meinem Stoff ausgeschnitten, und die beiden Streifen dann im 90°-Winkel übereinander gelegt.


Dann habe ich beide Teile mit einer gerade Naht im Fadenverlauf zusammengenäht (weiße Naht auf weißem Untergrund ist schlecht zu sehen, daher mit Nadelspitze gekennzeichnet).


Anschließend wurde der Streifen längs gefaltet, gebügelt und mit dem Overlook-Stich meiner Maschine leicht gedehnt an den Halsausschnitt genäht. Dafür habe ich eine Stunde gebraucht ... ich muss das unbedingt üben.

Den Ärmel- und Rocksaum habe ich mit der Zwillingsnadel genäht. Früher war die Zwillingsnadel ein kleiner Angstgegner, aber wenn ich langsam damit nähe, damit sich die Maschine nicht "verschluckt", dann klappt es auch ganz gut. Und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.




































Ein weiterer, toller Schnitt, der sich super für ein Herbstkleid eignet. Der einzige Nachteil ist, dass das Kleid nicht gefüttert ist. Ich denke, ich werde in Kürze mal ein Unterkleid nähen müssen....

Und jetzt schnell rüber zum Me Made Mittwoch - heute angeführt von Frau Kirsche.

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Vielen, vielen Dank für all die lieben Komplimente, die Ihr mir zu meinem Trench gemacht habt. Ich muss sagen, dass macht mich schon ein bisschen stolz.

Einige schrieben, dass sie sich nicht trauen würden, so etwas kompliziertes zu nähen. Ich kann Euch sagen, dass ich es nicht besonders schwierig fand - eher langwierig. Für mich ist es eine viel größere Herausforderung, mit Jersey zu arbeiten, und genau da will ich mich jetzt ranwagen.

Es soll wieder ein Kleid aus der MyImage werden.

Wie immer nutze ich beim Zuschneiden das Doppelkopierrädchen. Ich bewundere die Damen, die ein exaktes Augenmaß haben, und die Nahtzugaben sich nicht markieren, sondern einfach drauf losschneiden.

Apropos Nahtzugaben: Manchmal stolpere ich über den Satz: "Ich lasse die Nahtzugabe einfach weg, dann wird es schon passen."
Es mag jeder so machen, wie er es für richtig hält, aber gerade bei dieser Zeichnung ist mir aufgefallen, dass die Nahtzugaben nich überall proportional gleich sind. Klar kann man mit der Nahtzugabe ein bisschen spielen, aber ich persönlich mache mir die "Arbeit", und rädel einmal um mein Teil rum. So verfälsche ich nichts.

Ich übertrage auch alle Markierungen. Anfangs war ich damit sehr faul, aber inzwischen achte ich peinlich genau darauf, dass ich ja nichts übersehe.


Alle Teile werden durchnummeriert und teilweise auch beschriftet, dass ich nicht dauernd gucken muss, welches Teil nun was ist.



Ich nähe genauso, wie es beschrieben ist. Ich arbeite Satz für Satz ab. Bei langen Abschnitten markiere ich den Satz, den dich fertig habe, damit ich nicht den Überblick verliere. Es könnte fatal sein, wenn man einen Satz überspringt ;-)



Es ist wichtig, dass man die richtige Nadel nimmt. Ich bin immer überrascht, dass es Leute gibt, die Jersey nähen, aber keine Jerseynadel nutzen. Man braucht keine Hightech-Maschine, solange man ein paar grundlegene Dinge beachtet....


Das Nähen läuft gut; ich versuche mich mal am Framilon-Band. Elastische Nähte sollen dadurch elastisch bleiben - mal sehen, ob´s stimmt. Bei meinem jetzigen Projekt habe ich die Schulternähte damit verstärkt.


Was hier so formlos hängt, sieht an mir zum Glück nicht so aus. 

 
Ich bin noch etwas unschlüssig, wie ich den Halsausschnitt gestalten soll. Soll ich den Ausschnitt mit dem Besatz verstürzen? Oder mit Schrägband einfassen? Fakt ist: Es muss dehnbar bleiben, sonst bekomme ich das Kleid nicht mehr über meinen Kopf. Viel Auswahl bleibt da ja nicht.....

Es ist vollbracht.

Mein erster selbstgenähter Trenchcoat ist fertig.
Er ist kein Meisterstück, hat mich zwischenzeitlich ein bisschen geärgert, aber ich mag ihn.
Ich bin stolz auf mich, dass ich durchgehalten habe, jawoll!!



Den Schnitt im Schulterriegel habe ich mit ganz schmal eingestelltem Zick-Zack-Stich geflickt.

Die Ärmelriegel habe ich mit ein paar Stichen fixiert, damit sie nicht runterrutschen. Das muss man natürlich nicht machen, wenn man den Knopf entsprechend annäht, damit die Riegel stramm sitzen, aber ich wollte keinen stramm sitzenden Riegel. Und das Futter sieht doch auch gut aus, oder?


Auf den Haken-und-Ösen-Verschluss am Kragensteg habe ich verzichtet. Das mag ich nämlich noch weniger als stramme Riegel.

Ich habe keine Passformänderungen vorgenommen. Im Nachhinein würde ich sagen, dass um die Schultern rum ein bisschen viel Stoff ist - vielleicht hätte ich den Rücken ein bisschen schmaler machen sollen.


Mit der Länge habe ich lange gehadert. Lt. Schnitt ist die Länge genau richtig, und der Mantel endet unterhalb des Knies. Und ich wollte ja einen langen Mantel. Also habe ich ihn auch so gelassen. Für mich ist die Länge etwas gewöhnungsbedürftig, aber auf keinen Fall fühle ich mich unwohl.



An dem Schnitt hat mir besonders gut gefallen, dass er alle Eigenschaften vom klassischen Trench aufweist, und er hat eine Kellerfalte im Rücken (ob das klassisch ist, weiß ich nicht, aber es ist toll).

Ein - oder ich soll ich besser sagen: DER Trenchcoat - wird aus Gabardine genäht. Ob mein Stoff Gabardine ist??? Keine Ahnung. Gekauft habe ich ihn bei Javro in Dortmund, ein Stoffgeschäft mit großer Auswahl, moderaten Preisen - aber leider ohne Angaben der Stoffarten.

Auf alle Fälle sollte der Stoff nicht allzu dick sein. An der Stelle, wo Schulterriegel, Armloch, vordere und rückwärtige Passe aufeinander treffen, kommen schnell ein paar Stofflagen zusammen!

Da ich den Trench zu vielen anderen Sachen tragen möchte, kam für mich nur eine neutrale Farbe in Frage. Vielleicht nähe ich mir im Frühjahr nochmal einen Trench, diesmal kürzer und dann in weiß. Stelle ich mich absolut schick vor - aber für den Schmuddelherbst eher nicht.



So, ich hoffe, ich habe Euch ein bisschen Lust gemacht, Euch auch so ein tolles Teil zu nähen. Es ist auch nicht so schwer, wie man denkt! Wer Interesse hat: Der Trench ist Nr. 113 aus der Burda 09/2010.



Ich für meinen Teil habe einen großen Meilenstein auf dem Weg zu meinem Wunsch-Kleiderschrank geschafft. Endlich kann ich mich an weitere Röcke und Kleider machen, die ich dank des Mantels auch im Herbst tragen kann (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich überwiegend ausschließlich nur Jacken besitzen, die zu Jeanshosen passen....).

Stay tuned!

Und jetzt ab damit zu RUMS - Rund ums Weib.

Es ist nicht so, wie es aussieht.

Es ist schlimmer.

Dieser Trench und ich..... Es läuft viel mehr schief, als ich gedacht hatte. Zuerst der Murks bei den Abnähern und den Taschenklappen. Dann der Kampf mit dem Kragen. Und dieses unendliche Gefummel bei den Ärmeln.

Ich dachte, es kann nicht schlimmer kommen.
Was auch immer mich geritten hat - ich habe die Knopflöcher mit dem Nahttrenner geöffnet. Mache ich eigentlich nicht, sondern ich schneide sie auf, damit mir nicht das passiert, was nun passiert ist: Ich ramme mit dem Nahttrenner über das genähte Knopfloch hinaus, und zerschneide mir 1 cm von dem Schulterriegel. Als ich mich langsam von der Schockstarre wieder befreien konnte, wollte ich den Mantel schon in die Ecke werfen. Ehrlich. Ein Projekt, bei dem eines nach dem anderen schief läuft, das kann einfach nichts werden. Warum also weiter aufregen und Zeit investieren?

Ich starrte also auf den Schnitt in dem Riegel und dachte:

JETZT ERST RECHT!!!!

Ich meine, was soll jetzt noch passieren? 
Es gelang mir, die Knöpfe ohne größere Zwischenfälle an den Mantel zu nähen. So langsam lerne ich es tatsächlich. 

Danach kam der Futtermantel an die Reihe. Auf diesen Arbeitsschritt habe ich mich gefreut. Futter nähen macht mir nichts aus, und ich wusste genau, wie ich das Futter anschließend in den Mantel einnähen werde.

Blöd nur, dass die Schulternähte vom Futter so gar nicht passen wollten. Also habe ich es passend gemacht. Was sich natürlich gerächt hat - war ja klar. Ich hatte ziemliche Probleme, die Ärmel in das Armloch zu bekommen, aber irgendwie klappte es dann doch. Ja, es sind Falten drin, aber wer sieht das denn? Und solange es passt, nehme ich es diese Schlamperei gerne ich Kauf. 

Mindestens genauso problematisch war es, das Futter an den rückwärtigen Beleg zu nähen. Überhaupt war es diesmal kein Spaß, das Futter einzunähen. Und dann das Verstürzen der Ärmelsäume! Ich musste mehrfach tief in den Bauch atmen, um nicht die Geduld zu verlieren. Außerdem fing das Futter an, entsetzlich zu fusseln. Ständig verhedderte sich das Nähmaschinenfüsschen, die Nadel oder ich in diese spinnwebartigen Fäden. Menno! 

Ich dachte an den Schnitzer im Schulterriegel und machte weiter. Wie heißt es so schön: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert. Trifft auch auf einige Nähprojekte zu.

Das Säumen. 
Das Säumen habe ich gleich zweimal gemacht, weil es so schön ist. Und weil ich sagte: "Jetzt muss ich nur noch schnell säumen."
Nicht nur das eigenmächtige Kürzen rächt sich - nein! Auch das Verwenden der Wörter "nur noch schnell". Das gibt es beim Nähen nicht. Irgendwann werde auch ich das verstehen.

Am liebsten hätte ich den Saum vom Oberstoff mit dem Futter verstürzt, aber das geht leider nicht, weil der Mantel hinten eine Falte hat, die beim Futter nicht vorgesehen ist. 

Und das ist jetzt der Stand der Dinge:

Ich muss die Vorderkanten noch absteppen, Knopflöcher nähen und 10 Knöpfe annähen. Dann ist der Mantel fertig. 


Es gefällt mir nicht so, dass die Knöpfe so hoch stehen, und früher oder später werden sie auch noch das Wackeln anfangen. Aber von der Optik her passen die Knöpfe doch am besten.

Und so sieht das gute Stück von innen aus. Ich weiß nicht, wo mein Fehler beim Futter war. Ich weiß, wie man das Futter zuschneidet, dass man einiges weglassen muss, dass es nicht so lang werden soll, dass man eine Bewegungsfalte berücksichtigen muss und so weiter und so fort. Es ist ja nicht meine erste Futterjacke. Aber bei keiner tat ich mich so schwer. Na ja.

Das Futter passt, ich kann den Trench anziehen, ohne dass es irgendwo kracht, und das ist für mich schonmal die halbe Miete. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wer die Wahl hat......

Endlich, endlich ist es September. Ich hoffe, dass sich nun dieser wankelmütige Sommer verabschiedet, und sich ein konstantes Wetter einstellt. Wegen mir auch konstant schlecht, aber bitte, bitte nicht mehr so ein "Heute-So-Und-Morgen-So-Wetter". Das hat mich wirklich krank gemacht.

Passend zum Herbst habe ich mir eine neue Stickdatei gegönnt und zwei MugRugs gestickt.


Die Stickdatei gibt es schon länger, aber ich schleiche immer recht lange um sowas rum. Meistens bin ich mir unsicher, ob ich das auch immer alles so umsetzen kann.


Damit meine ich nicht das Sticken, sondern die Zusammenstellung der Stoffe. Ich bin immer recht schnell voreingenommen von den gezeigten Designbeispielen!


Ich habe halt nicht so die kunterbunten Patchworkstoffe auf Lager, und auch meine Stickgarne sind recht überschaubar.


Diesmal bin ich aber ganz zufrieden mit dem, was ich da produziert habe.


Einer der beiden MugRugs ist für meine Kollegin. Für welchen wird sie sich wohl entscheiden - Kürbis oder Apfel? Ich würde den Kürbis bevorzugen - und Ihr?

Mehr kreative Dinge gibt es wie immer beim CreaDienstag - bitte hier entlang. 

Stoffe: Die Umrandungen sind Baumwollstoffe von Javro. Die weiße Grundfläche sind Reste von meiner Hose. Weil es ein Stretchstoff ist, der nicht in den Stickrahmen eingespannt werden kann, habe ich ihn mit Sprühkleber auf das Stickvlies geklebt. Die Äpfel sind Reste von meiner Bluse.
Stickdatei: September MugRugs vom Stickbär

HosenHerbst #2


Heute geht es bei Meike mit dem HosenHerbst weiter. Die Ansprüche an die Passform werden heute thematisiert, und dazu kann ich eine ganze Menge sagen. So viel, dass mich Meike gebeten hat, einen Gastpost zu schreiben! Darüber habe ich mich riesig gefreut und bin ihrer Bitte sehr, sehr gerne nachgekommen. Also wundert Euch nicht, wenn Ihr bei Meike das Gleichen zu lesen bekommt ;-)

Passform I - Ansprüche 

Welche Passformmängel kenne ich von Kaufhosen oder selbst genähten Hosen? Zeigt her eure ungeliebten Hosen! Welche Anpassungen habe ich schon mal versucht, um Passformmängel zu beheben. Wie erkenne ich überhaupt Passformmängel und wie heißt mein Problem? Wo gibt es Informationen über Anpassungen? Wovor habe ich den meisten Respekt? 



Um eine halbwegs vernünftige Hose zu bekommen, die man tragen kann, habe ich viel rumprobiert. Dabei wage ich mal zu behaupten, dass ich gar nicht so viele Dinge berücksichtigen muss. Aber da ich nicht weiß, wie ich anfangen soll, ist es echt kniffelig, eine gut sitzende Hose zu nähen. Die ich im Übrigen immer noch nicht habe, aber ich arbeite daran.

Welche Passformmängel kenne ich von Kaufhosen oder selbst genähten Hosen?

Ich habe eine breite Hüfte und eine schmale Taille. Bei Kleidern ist das nicht so ein Problem, bei Hosen schon. Wo ein Kleid das kleine Hohlkreuz kaschiert, steht bei der Hose der Bund unschön ab, insbesondere im Sitzen. Dem Problem kann ich etwas entgegenwirken, indem ich Hüfthosen trage (bis dahin passt die Hose nämlich), aber das will ich ja auch nicht immer. Vor allen Dingen nicht im Herbst / Winter - da habe ich es gerne etwas wärmer um die Leibesmitte rum. Wenn ich eine Hose nähe, kann ich natürlich den Bund anpassen. Das ist auch machbar und von den Arbeitsschritten her verständlich. ABER das ist nicht das einzige Problem bei selbstgenähten Hosen.

Zeigt her eure ungeliebten Hosen!

Diese Hose wollte ich für den Kostüm-Sew-Along nähen. Wie unschwer zu erkennen ist: Großes, unschönes Passformproblem. Dabei passt die Hose um die Taille recht gut.



Und das ist die Hose, die ich für den SWAP gemacht habe. Bis jetzt habe ich es immer kaschiert, hier zeige ich es ganz ungeniert: Der Bund steht ab.



Wie erkenne ich überhaupt Passformmängel und wie heißt mein Problem?

Darf ich vorstellen? "Sanduhr-Figur" und "flacher Hintern", meine zwei Probleme. Seit ich die Problematik kenne, fällt sie mir auf: Einen flachen Hintern haben viele. Besonders gut zu sehen bei Männern in Anzugshosen. Die Hinterhose bildet Längsfalten unterhalb des Popos und an den Oberschenkel, weil zu viel Stoff und zu wenig Hintern da ist.

Welche Anpassungen habe ich schon mal versucht, um Passformmängel zu beheben? 

Enger und weiter machen - insbesondere am Bund - haben bestimmt schon alle mal gemacht. Oder auch die Länge der Hosenbeine korrigiert. Schwieriger wird es bei der Schrittnaht. Um den "Katzenbart" zu vermeiden, muss man ein bisschen rumspielen, und die Kurve der Naht testen. Steiler oder doch lieber etwas runder? Bei der Anpassung, die für mich von Bedeutung ist, muss ich unterhalb des Popos Stoff reduzieren. Aber wie nehme ich das weg? Lange, lange habe ich gesucht und wurde dann bei Ann Rowley fündig.



Wo gibt es Informationen über Anpassungen? 

Natürlich habe ich meine Bücher gewälzt, und mir zusätzlich noch das Heftchen "Pants for everbody" gekauft. Das ist zwar komplett auf Englisch, aber auch reichlich bebildert, so dass ich der Meinung war, ich könnte meine Problematik doch irgendwie lösen.



Kann ich aber nicht. Nicht mit diesem Buch. Also habe ich gegoogelt, was das Netz hergab, aber ich habe nichts gefunden. Bei der Hobbyschneiderin gab es mal einen bebilderten Hosennähkurs, aber ich weiß, dass ich dazu hunderte Seiten durchforsten muss, und ich will - ehrlich gesagt - keine Doktorarbeit aus meiner Hose machen und außerdem, muß ich zugeben, finde ich den Link dorthin nicht mehr. Ich bin nicht bereit, tagelang zu recherchieren, zu lesen, mir Seiten auszudrucken, und dann zu versuchen: Geht das bei mir auch so? Im Buch "Der große Fotoguide für die Perfekte Passorm" von Sarah Veblen ist auch lang und breit die Anpassung einer Hose erklärt - aber viel interessanter ist der Text, der zum Thema Hosenanpassungen geschrieben steht: „Der Bereich an einer Hose, der am schwierigsten anzupassen ist, ist der untere Rumpf. Versteht man, wie sich die Körpermaße in dem von der Hose geschaffenen Raum verteilt, werden der Anpassungsvorgang und die sich daraus ergebende Arbeit am Schnittmuster einfacher, insbesondere da einige Passformkorrekturen bei Hosen der Intuition widersprechen. Beim Anpassen einer Hose stellen Sie sich den Körper als eine Art Gehäuse vor. Sie haben es mit drei Dimensionen zu tun: (1) der Höhe, das ist der Abstand von der Taille bis zum Ende des Rumpfes; (2) der Weite, also dem Abstand von einer Körperseite zur anderen, und (3) der Tiefe, also dem Abstand von der Körpervorderseite zur Körperrückseite. Diese Dimension der Tiefe wird dadurch noch komplizierter, dass Sie sowohl die besondere Form der Beckenknochen als auch die Rundungen von Bauch und Gesäß berücksichtigen müssen.“ Ich glaube, wenn man sich das verinnerlicht hat, dann ist man schon einen großen Schritt weiter.

Wovor habe ich den meisten Respekt?

Ich muss echt viel um die Ecke denken, vorausschauend arbeiten und immer berücksichtigen, dass Änderungen bei Hosen selten mit einem Arbeitsschritt getan sind. Bei Kleidern versuche ich, meine Rückenlinie nachzuformen, oder ich achte darauf, dass die Hüfte etwas ausgeprägter ist, aber bei der Hose ist es echt schwierig. Für mich. Mit meinem Kenntnisstand.

Das Hosenthema kam in der Bloggergemeinschaft gut an. Es ist toll zu sehen, wie viele sich gefunden haben, um all ihre Erfahrungen bei Frau Crafteln zusammenzutragen. Nochmal ein großes Dankeschön für die Organisation! Und jetzt bitte hier entlang.