Oberteilschwäche #3

Das war´s.
Ich bin durch mit dem Thema.

Nein, nicht mit der 12-Top-Challenge, aber mit dem Thema Jersey.
Ich habe so den Kaffee auf... Nur dieser Challenge ist es zu verdanken, dass beim Nähen des Oberteils niemand aus dem Fenster geflogen ist. Und dass dieses Top nicht im Müll liegt, sondern auf der Puppe hängt.

Aber jetzt erstmal von vorne.

Mein Favorit für den März sollte dieses Top werden:


Ein doppellagiges Shirt aus der April-Burda. Der Schnitt gefiel mir sofort, und Jersey hatte ich auch in meiner Kiste liegen. Also fing ich an. Ich habe sogar Einlage auf den Besatz gebügelt, weil ich es so richtig schön machen wollte.

Ich glaube, das war der Startschuss für diese Fehlerserie. Der Besatz lag mir viel zu eng am Hals - das ist nicht so das Gefühl, was ich gerne mag. Durch das Vlies war auch die Dehnbarkeit so gut wie weg, der Besatz lag stramm am Hals, labbert aber dann am Rücken und an der Brust.So hatte ich mir das nicht vorgestellt!

Ich schmiss die Cover an, um den Besatz ganz fachmännisch festzusteppen, aber es dauert natürlich nicht lange, da fraß die Maschine den Stoff. Der erste Befreiungsversuch klappte, aber beim Weiternähen passierte es wieder. Außerdem  legte sich der Besatz nicht so hin, wie er sollte, so dass ich an zwei Stellen Falten gesteppt hatte. Das Auftrennen der Naht soll ja ganz einfach sein, aber bei mir hatten sich wohl die Fädchen schon so festgezurrt, dass ein Auftrennen nur mit Schere möglich war.

Weil ich die Schere gerade in der Hand hielt, mir der Ausschnitt sowieso zu eng war, und meine Wut auf den Besatz immer größer wurde, schnitt ich ihn kurzer Hand ab. Und zwar großzügig. Was soll ich mich noch länger mit dem Ding rumärgern?

Die Cover hätte komplett neu eingefädelt werden müssen, dazu fehlte mir inzwischen jeglicher Nerv. Also fädelte ich die Zwillingsnadel an meiner "normalen" Maschine ein, bügelte alle Säume einmal rum, und steppte mit der Maschine alles fest.

NATÜRLICH ist auch hierbei zwei mal der Faden gerissen und der Stoff verschwand in der Maschine, mir ist nach jedem Faden abschneiden die Schere auf den Boden gefallen, und damit sich das Aufheben lohnt, habe ich noch zig Nadeln mit meinem Ärmel runtergefegt.

Es war mir alles egal. Stur, wie eigentlich nur mein Hund sein kann, nähte ich weiter, riss, zerrte, und schwor mir unzählige Male: Nie mehr Jersey. Dieses Teufelszeug soll doch bleiben, wo der Pfeffer wächst! Wütend hing ich das Teil auf die Puppe, nicht wissend, ob ich da etwas tragbares produziert habe.

Am nächsten Tag war die Wut wieder verraucht. Ich habe die Seitennähte (wo keine Ärmel sind) nochmal deutlich enger genäht, und jetzt sind das Top und ich wieder versöhnt.


Ich weiß trotzdem nicht, ob ich mit Jersey jemals so warm werde, wie ich es mit Webstoffen bin.




Dabei habe ich es mir doch so fest vorgenommen! Es ärgert mich maßlos, dass ich nicht in der Lage bin, ein einfaches Shirt zu nähen. Fragt besser nicht, wie viele Stunden ich an diesem Teil geschnitten, gebügelt, genäht, geschnitten und wieder genäht habe.



Darüber hänge ich mal lieber das Mäntelchen des Schweigens. Apropos Mantel: Damit mache ich jetzt auch weiter. Ich kann wohl besser burda-Anleitungen umsetzen, als Jersey nähen.....

Verlinkt bei der 12-Top-Challenge von Constance, ohne die es das Top mit Sicherheit NICHT gäbe!
Und verlinkt beim CreaDienstag von Anke.

Immer. Wieder. Der Kragen, Teil 2

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Der Kragen, das verflixte Etwas".
Im ersten Teil habe ich schon geschrieben, wie es NICHT geht.
Wie ein Kragen NICHT zusammengenäht wird, das eine Kragenaußenkante nicht gleich eine Kragenaußenkante ist, und wo der Ansatzpunkt ist.

Die Ansatzpunkte eines Kragens haben mich schon viel Nerven gekostet. Wenn man keine Ahnung davon hat, hat ein Kragen nämlich ganz schön viele Ansatzpunkte. Zwei davon habe ich hier mal mit einem Pfeil gekennzeichnet.


Bei meiner Ottobre-Jacke habe ich die Ansatzpunkte (und scheinbar auch den Querstrich) völlig ignoriert. Der Kragen passte (ich glaube, das Modell hat keinen Steg), und deswegen habe ich auch nicht weiter nachgeforscht, ob das auch RICHTIG ist, was da passt.

So soll die Jacke aussehen, wenn der Kragen richtig genäht ist. Die mit den Pfeilen gekennzeichnete Naht fehlt bei mir völlig. Wahrscheinlich würde sich der Kragen auch besser legen, wenn man ihn richtig an die Jacke genäht hätte. Bei mir liegt er flach auf den Schultern, aber in Wirklichkeit sollte er stehen.


Na ja. Aber ansonsten ist die Jacke ganz schön. Bis auf den Kragen, der vorne nicht richtig genäht ist, und sich hinten hochzieht.


Das kann passieren, wenn der Oberkragen nicht einen Zacken größer ist, als der Unterkragen. In den Beschreibung steht oft: "ein wenig Mehrweite anschieben". Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Also: Den Oberkragen ein wenig größer zuschneiden, dann hat man auch das bisschen Mehrweite.

So, jetzt geht es aber endlich mit dem Annähen los. Der Kragen wird zwischen Jacke und Besatz geschoben.
Zur Erinnerung: Der Besatz ist vom Querstrich an den vorderen Kanten bis runter schon mit der Jacke vernäht. Und zwar ganz genau vom Querstrich an, sonst könnte es jetzt zu Problemen führen.

Der Unterkragen liegt rechts auf rechts auf der Jacke, die kleinen Einkerbungen im Steg treffen auf die Schulternähte der Jacke.


Jetzt wird genäht, und zwar von der Einkerbung bis zur Ecke. Genau bis zur Ecke. Ich stecke mir eine Quernadel, über die ich nicht drübernähen darf.

Anschließend wird die Nahtzugabe der Jacke in dieser Ecke eingeschnitten, bis ran an die Naht. Jetzt wird die Längskante genäht (von der Ecke bis zur Nahtzahl 5). Und jetzt wird auch deutlich, warum es so wichtig ist, den Besatz exakt vom Querstrich an zu nähen.


Der Kragen kommt nämlich von hinten, und entweder würde er nicht passen (wenn schon vor dem Quertrich genäht wurde) oder es wäre ein Loch da (wenn nach dem Querstrich mit dem Nähen begonnen wurde).

Die nächste Naht, die ich mache, ist die hintere Naht, zwischen den beiden Querstrichen, die am Steg sind. Ich nähe geradewegs durch, bis zur Ecke. Jetzt wird wieder eingeschnitten, und weitergenäht.

Das war´s. Der Unterkragen ist drin. Was ich lernen musste, ist das wirklich auf den Punkt genaue Nähen. Woanders ist es nicht so schlimm, wenn man die Naht nicht bis zum Ende näht, oder etwas drüber hinaus - bei den Ecken am Kragen wird das definitiv nicht funktionieren.

Der Oberkragen wird genauso gearbeitet.


Er wird an den Besatz genäht, und auch hier wieder schön bis auf den Punkt genau nähen. Wenn in den Ecken etwas sperrt, dann ist das vielleicht der Stich zuviel.


Ich habe die Nahtzugaben der Kragenansatznähte noch aufeinandergesteppt, und bin jetzt fertig mit dem Kragen.

War gar nicht so schwer ;-)

Immer. Wieder. Der Kragen, Teil 1

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Versuch erinnern, einen Kragen zu nähen. Ich hatte es geschafft, den Kragen irgendwie an die Jacke zu nähen, und auf den ersten Blick sah das auch ganz gut aus.
Aber trotzdem: Irgendwas konnte nicht stimmen, weil ich (unter anderem) den rückwärtigen Beleg gar nicht mit verarbeitet habe. Und zwar nicht "aus Versehen", sondern mit purer Absicht. Ich konnte mit dem Teil so gar nichts anfangen, und habe es dann einfach weggelassen. Ich meine, es wurden ja schon Autos auseinandergeschraubt, wieder zusammengesetzt und obwohl ein paar Schrauben übrig blieben, fuhr der Wagen trotzdem. Warum kann das also auch nicht so bei mir sein?

Natürlich kann das beim Nähen nicht so sein. Auch wenn ich es nicht glauben kann, aber alle Teile haben ihre Daseinsberechtigung. Inzwischen kenne ich auch die des rückwärtigen Belegs, verarbeite ihn entsprechend, aber irgendwas läuft beim Kragen immer schief. Das scheint ein Gesetz, eine Art Fluch zu sein.

Ich zeige Euch jetzt, wie es NICHT geht. Wie man einen Kragen ganz schnell ganz falsch zusammennähen kann. Aufgemerkt.

Die Ausgangsposition ist folgende:


An den Vorder- und Rückenteile sind Schulter- und Seitennähte geschlossen. Den Beleg anzunähen war sehr kniffelig, weil 1.) recht kleine Teile für meine ungelenkigen Wurstfingern und 2.) die zu nähende Strecke nicht gerade, sondern leicht gebogen ist.


Zu den Ecken, wie was wo eingeschnitten werden muss, habe ich hier schon einen Post geschrieben. Bei der Jacke wird mit den Belegen genauso verfahren.

Also, weiter im Text.
Vorder- und Rückenteile sind fertig, auch an den Besätzen sind die Schulternähte geschlossen.


Dieses Teil (mit dem rückwärtigen Beleg, wohlgemerkt!) wird jetzt rechts auf rechts auf die Jacke gesteckt. Die Schulternähte treffen aufeinander, genäht wird ab dem Querstrich entlang den vorderen Kanten bis runter.


Es ist wichtig, genau an dem Punkt 5 (Querstrich) mit dem Nähen anzufangen. Nicht 3 mm davor, und nicht 4 mm dahinter.

Danach hänge ich die Jacke auf die Püppi, jetzt gehts an den Kragen.

Kragen und Steg werden jeweils zweimal zugeschnitten. Ich habe darauf geachtet, dass der Oberkragen einen Hauch größer ist, als der Unterkragen. Und ich habe mir die Kragenteile markiert, damit ich das nicht wieder wieder verwechsele.

Zuerst wird der Steg an den Kragen gesteppt. Auch das habe ich schon falsch zusammengenäht, daher lobe ich mir all die Markierungen bei den Schnittteilen.

   (Schwer zu erkennen, aber das jeweils eine 4)

Der Bogen sieht schlimmer aus, als er in Wirklichkeit zu nähen ist. Bei so was stecke ich immer zuerst die Endpunkte, danach die Mitte, und dann kann ich in Ruhe die verbliebene Mehrweite verteilen. 

Die Nahtzugaben werden zurückgeschnitten und auseinandergebügelt. Eigentlich wird die Naht jetzt beidseitig ganz knapp abgesteppt, aber aufgrund des farblich passenden Garns habe ich das gelassen. 


Bis hierhin ist alles richtig, aber jetzt kommt der Fehler.
Die Kragenteile werden an den Außenkanten aufeinander gesteppt. 
Heißt für mich: Die Kragenteile werden an den Außenkanten aufeinander gesteppt. Also so:


Schön von unten am Steg angefangen (ja, ich weiß, das steht nicht da, aber ist das jetzt, wo es so schön zusammengenäht ist, ein Teil, nämlich ein Kragen?), über die eben genähte Naht hinweg, weiter zur ersten Ecke, weiter zur zweiten Ecke, dann das lange Stück, bis zur anderen Ecke hin, und dann wieder runter, bis unten hin.

Die Nahtzugaben habe ich schön brav zurück- und die Ecken abgeschnitten, den Kragen gewendet und gebügelt, und mich gefreut, dass der Oberkragen tatsächlich über dem Unterkragen liegt. 

Jetzt wird der Kragen zwischen Jacke und Besatz gelegt. Der Unterkragen wird an die Jacke genäht, der Oberkragen an den rückwärtigen Besatz. Aber genau das klappt nicht, weil ich nämlich viel zu viel Kragenaußenkante aufeinander gesteppt habe. Dabei steht in der Beschreibung, man muss an den Schmalkanten genau an den Ansatzkanten beginnen und enden. Hiermit werden aber nicht die Ansatzkanten vom Steg gemeint, sondern die des Kragens. Und der wird hier angesetzt:


Muss man wissen, nä? 

Ich habe die Nähte wieder aufgetrennt, und schon fügt sich der Kragen fast von alleine zwischen Jacke und Beleg. Jetzt bin ich wieder auf dem richtigen Weg.

Im 2. Teil beschreibe ich die Schritte vom Annähen. Und ich zeige anhand meiner Ottobre-Jacke wie doof es aussehen kann, wenn der Unterkragen gleichgroß oder sogar größer als der Oberkragen ist.

Stay tuned!

Völlig vonner Rolle

Bei dem tollen Gespräch, welches ich neulich mit Muriel geführt habe, haben wir auch mal kurz das Thema "Folie oder Papier" zum Abnehmen von Schnitten angeschnitten. Ich favorisiere Folie, hatte aber aus Kostengründen auch mal Papier gekauft. Allerdings ist die Folie, die ich nutze, auch nicht gerade günstig, aber im Baumarkt soll es Abhilfe geben.
Ich sagte noch so "wenn es Sommer wird, sind wir bestimmt wieder öfter im Baumarkt, und dann werde ich Ausschau halten."
Kaum stand das Wort "Frühlingsanfang" im Kalender, sattelten mein Mann und ich die Hühner, und bummelten durch die Gartenmöbelabteilung im Baumarkt. Es muss dringend etwas neues her, worauf man bequem die lauen Sommernächte genießen kann!

Gott sei Dank fiel mir wieder ein, dass ich auch mal nach Folie gucken wollte. Ich hatte ja schonmal Malerfolie, und die war grau-en-voll. Dünn, dünner, labberig, klebte überall fest..... ein Albtraum. Da muss es doch noch etwas besseres geben! Und tatsächlich: Abdeckfolie, schön fest, stabil, und im Verhältnis zur Folie von bu*da und Co. ein Schnäppchen. Die Folie ist gedoppelt auf einer Rolle, das ist echt klasse, weil es nur einen Knick gibt. Ansonsten habe ich alle Nase lang diese blöde Falte, besonders gerne an Ecken und Schnittkanten. Aber das ist ja jetzt vorbei.


Natürlich wurde die Folie sofort auf Herz und Nieren getestet, und es gab einen kleinen Zuschneide-Marathon. Zuerst ein Shirt (mehr dazu beim nächsten Treffen der 12 Tops-Challenge), und dann - weil es so super lief - ein Mantel.

Auch dieses Vorhaben habe ich beim Podcast kurz angesprochen, und jetzt ist es endlich soweit. Ich habe Schnitt, Stoff und eine gehörige Portion Motivation.


Dieser Mantel aus der Burda 03/2011 soll es werden. Die Länge ist optimal für mich, ich mag die großen Taschen und auf den Fotos wirkte der Mantel sehr viel taillierter, als er sich auf der technischen Zeichnung zeigt. Ich hoffe, das wird dann bei mir auch so werden, ansonsten helfe ich ein bisschen nach. ;-)

 
Das ist der Stoff (eine wunderbar weiche, hell-beige Gabardine), und das blaue ist das Futter. Knöpfe habe ich noch keine, evtl. werde ich meinen Fundus mal durchforsten.

Auf alle Fälle habe ich richtig, richtig Lust, diesen Mantel zu nähen, und den ganzen Werdegang zu verbloggen. Werde ich den Kragen diesmal auf Anhieb richtig annähen? Schaffe ich es, die Blende für die aufgesetzte Tasche zu bezwingen? Denke ich endlich mal an einen Aufhänger? Welche Überraschungen verbirgt die Beschreibung? Werde ich den Schlitz ordentlich nähen können?

Ein kleine Falle habe ich schon entdeckt - eher zufällig beim Überfliegen der Einleitung. Ich hatte alle Teile schon abgepaust, die Ärmel- und Taschenblende - genauso wie den Besatz vom Vorderteil - extra abgenommen.

Die Teile (Vorder- und Rückenteil mit vorderer und hinterer Blende) liegen schon alle auf dem Stoff, da vergewissere ich mich nochmal wegen der Naht- und Saumzugaben. Ist wirklich alles 1,5 bzw. 4 cm? Ja, ist es. Aber warte mal.... was steht da noch? "An den Teilen 1, 2 und 10 die Blenden entlang der Nahtlinien abschneiden". Ah, wie gut, dass ich das gesehen habe. Das bedeutet also folgendes (hier beispielhaft am Rückenteil / Ärmelblende):


So sieht das Rückenteil aus, die Blende habe ich übernommen. Und das heißt "an den Nahtlinien abschneiden":


Das kleine Dingelchen wird extra AN die Jacke genäht, und nicht AUF die Jacke (das ist dann wohl auch der Unterschied zwischen Besatz und Blende ;-)). Sieht ganz schön tricky aus. Für die Taschen gilt das Gleiche: Blende ab, und extra drannnähen. Ich bin gespannt......

Verlinkt beim CreaDienstag

Mal wieder etwas gesticktes

Ich bin ja wirklich nicht so die Stickerin vor dem Herren, auch wenn es hin und wieder etwas zu sehen gibt. Um trotzdem ein bisschen auf dem Laufenden zu bleiben, und auch, um mir ein paar neue Inspirationen zu holen, fahre ich seit ein paar Jahren gemeinsam mit meiner Mutter (die mich mit der Stickerei angefixt hat) ins Heimbuchenthal. Vom letzten Mal hatte ich hier ja schon davon berichtet.

Ich muss sagen, dieses Jahr war ich etwas enttäuscht. Es gab keine besonderen Neuheiten, es wurde nichts außergewöhnliches vorgestellt, und die Sticktechniken waren auch schon ein alter Hut.

Am ersten Tag war das Material Kork und und die Technik CutWork ein großes Thema. Wir bekamen passend zugeschnittene Kork-Teile, die dann mit der CutWork-Technik bestickt wurden. 

Damit wurde eine Handytasche verziert


und es wurde eine Buchhülle komplett aus Kork genäht und bestickt.


Kork fühlt sich interessant an, es ist aber keine Herausforderung, ihn zu besticken. Die Nadeln für die CutWork-Technik sind ziemlich kostenintensiv (für die Bernina kostet das Set etwas über 140 Euro!), und die Musterauswahl hält sich in Grenzen. Für das Besticken von Kleidung ist es auch nur sehr bedingt geeignet, und für Deko-Stickereien fehlt mir immer der zündende Funke (wofür mein Mann heimlich jeden Abend ein Dankesgebet gen Himmel schickt).

Die letzte Arbeit an diesem Tag war ein kleines, wirklich kleines Reißverschluss-Täschchen. 


Als Schlüsselanhänger ist es zu groß, für alles andere zu klein, zu platt, zu eng. Aber auch das ist aus Kork. Na ja. Haut mich nicht vom Hocker. Wen das mit dem Kork trotzdem interessiert, hier kann man das zum Beispiel bestellen.

Ich hatte die leise Hoffnung, dass der zweite Tag besser und spannender wurde, aber weit gefehlt..... Das erste Projekt war eine Blüte in 3D. Zuerst wurde das Blatt gestickt, und in die Umrandung der Blütenblätter wurde ein dünner Blumendraht eingearbeitet. Anschließend wurde mit CutWork das Blatt ausgeschnitten. Genauso wurde auch die Blüte gearbeitet. Zuerst grobe Konturen, dann der Draht, dann ausschneiden. Beides wurde geformt, aufeinander geklebt und sah am Ende dann so aus:

 

Dieses Objekt sollte zum Schluss noch auf ein breites Gummiband geklebt werden, dann hat man ein tolles Armband, aber darauf habe ich verzichtet. Das ist eine Technik, mit der ich so gar nichts anfangen kann.Ich bin einfach noch nicht so weit, und werde es wohl auch so schnell nicht werden.

Auch das zweite Projekt gefällt mir nicht so richtig, aber der Ansatz ist schonmal nicht verkehrt. 
Es wurde ein Kissenbezug bestickt (der in Wahrheit richtig groß ist), und das Hauptaugenmerk liegt auf den Rosen, die auf Stoff gedruckt wurden. 


Mit einem Tintenstrahldrucker kann man so ziemlich jedes Motiv auf den Trägerstoff drucken, und dann irgendwo draufnähen. Hier gibt es so was in der Art zu kaufen. Wir haben die Rosen mit Satinstich auf das zuvor gestickte Gitter appliziert. Direkt links und rechts neben dem Blumen-Arrangement wurde ein Muster mit der Hohlsaumnadel gestickt. 


Ganz außen am Kissenbezug kam dann noch ein Muster, welches mit der Zwillingsnadel gestickt wurde. Gähn. Wirklich nicht besonders aufregend. 

Fazit:
Obwohl es alles in allem eine schöne Veranstaltung ist, kann ich diesmal keinen Nutzen für mich daraus ziehen. Interessant war der Kork; würde ich Taschen und Geldbeutel und so was nähen, wäre das ein tolles Material. 
Auch nicht schlecht ist der bedruckbare Stoff; leider weiß ich nicht, was ich mir da draufdrucken und irgendwo aufnähen sollte. Ich denke, das ist eher etwas für Patchwork & Co. 
Ich bleibe also lieber bei meinen bisherigen Stickereien, da habe ich persönlich mehr davon. 

Verlinkt beim CreaDienstag

Ein Podcast.... mit mir!

Ihr kennt sicher schon die Podcast-Reihe von Muriel Nahtzugabe5cm. Eine sehr spannende Sache, wie ich finde, wenn man zu den Gesichtern auch mal die Stimme hört! Und nicht nur die Stimme ist interessant, sondern auch das Gespräch zwischen Muriel und ihrem Gast. Ich habe alle fünf Episoden angehört und fand alle auf ihre Art und Weise toll.

Eines Freitags Morgens - ich wollte gerade mit dem Hund raus - bimmelte es in meinem Email-Postfach: "Hallo Sandra, hast Du Lust, Gast bei meinem nächsten Podcast zu sein? Liebe Grüße, Muriel"

Da war ich erstmal baff. ICH? Ein Podcast?
Völlig überrascht habe ich den Hund angeleint, und bin mit ihm erstmal an die frische Luft.
Meine Gedanken überschlugen sich. Auf der einen Seite war ich schon ein bisschen stolz, dass Muriel ein Podcast mit mir machen wollte. Auf der anderen Seite fragte ich mich immer wieder: Was habe ich schon groß zu erzählen? Mein Blog ist noch nicht so alt, und - sind wir mal ehrlich - so viel besonderes habe ich auch nicht genäht. Einiges davon ist so schrecklich, dass es den Schrank nie mehr verlassen hat.

Trotzdem wollte ich mich auf das Abenteuer Podcast einlassen, und habe Muriel zugesagt. Natürlich! So eine tolle Sache lehnt man doch nicht ab!

Und eine Woche später ging es dann auch los.
Vor dem Telefonat war ich ziemlich nervös, auch währenddessen immer wieder mal, aber als Muriel die letzte Frage stellte, war ich überrascht: Habe ich es tatsächlich geschafft? Haben wir wirklich so lange gequatscht? Und wie oft habe ich mir während des Erzählens eigentlich auf den Oberschenkel geschlagen? Egal.

Jetzt ist der Podcast fertig und ich wünsche Euch hier viel Spaß beim Anhören!

Me Made Mittwoch im Paspelkleid

Es ist vollbracht, mein erstes Paspelkleid ist genäht und kann am Freitag zur Hochzeit getragen werden. Ich bin stolz auf dieses Projekt! Obwohl es in der Summe recht aufwendig war, hat das Nähen großen Spaß gemacht.


Zuerst mussten die Schnittteile von Kurz- auf Normalgröße angepasst werden. Danach habe ich eine Probe genäht, um wirklich auf Nummer Sicher zu gehen, bevor ich den eigentlichen Stoff anschneide. Das ist ja immer so ein kleiner Herzklopfer-Moment.... den guten Stoff zu zerschneiden....


Das Nähen hat ein bisschen mehr Zeit als sonst in Anspruch genommen, weil ich a) die Paspel mit großen Stichen erstmal an den Stoff geheftet habe, b) die eigentliche Naht genäht habe und c) die Paspelnähte anschließend nochmal schmal abgesteppt habe. Aber ich finde, es hat sich gelohnt und das Ergebnis kann sich sehen lassen.



Der Reißverschluss war ein bisschen fummelig. Er beginnt nicht oben am Halsausschnitt, sondern wird zwischen zwei Markierungen eingenäht. Über dem Reißverschluss ist noch ein Schlingverschluss.


Der ist mir nicht ganz so gut gelungen; die Schlaufen sitzen leider nicht mittig, aber ein drittes Mal auftrennen und neu nähen hätte der Stoff nicht verkraftet. Das Einnähen vom Reißverschluss muss also wirklich sorgfältig gemacht werden, damit sich nichts verschiebt, sonst passt es oberhalb des Reißverschlusses nicht mehr, und die Taillenblende (durch die Paspeln richtig gut sichtbar!) hängt auch auf halb neun.


Für ein schönes Innenleben habe ich - wie hier schon geschrieben - ein komplettes Futterkleid genäht, ohne irgendwelche Teile von Futter- und Oberstoff miteinander zu verbinden. Das ist eindeutig besser, schöner und einfacher zu nähen.



Und jetzt kommt noch etwas aus der Reihe #unsympathischeAngeberei: Als das Kleid fertig genäht war, habe ich wieder Ordnung auf meinem Tisch geschaffen, und da fiel mir auf, dass ich noch nie so viele verschiedene Füßchen benutzt habe, wie bei diesem Kleid.


1. Der Normalstichfuß für alle Nähte ohne Paspel (Nr. 1C)
2. Den Stickfuß Nr. 20, mit dem ich immer die Naht vom Saum bis zum nahtverdeckten Reißverschluss nähe. Durch den großen Abstand ist mir nichts im Wege, ich habe Platz und einen guten Überblick. Damit gelingt mir die Naht eigentlich immer problemlos. (Nr. 20C, kaum lesbar)
3. Der Paspelfuß fürs Nähen der Paspel (Nr. 38) 
4. Der Reißverschlussfuß für den nahtverdeckten Reißverschluss (Nr. 35)
5. Der normale Reißverschlussfuß fürs Fixieren und spätere Absteppen der Paspel (Nr. 4)
6. Den Blindstichfuß für den Saum (Nr. 5)
Ist das nicht verrückt? Ehrlicher Weise muss ich sagen, dass ich all diese Füßchen geerbt habe. Bis auf den Paspel-Fuß, den habe ich mir mal zu Weihnachten gewünscht. Die Dinger sind nämlich einfach nur unverschämt teuer. Aber halt auch praktisch. (Fast hätte ich noch das Knöpfchenannähfüßchen Nr. 18 genutzt, aber wir wollen ja nicht übertreiben.)

Hier nochmal die Zusammenfassung:
Schnitt: 118 aus der Burda 03/2015
Stoff: Baumwoll-Satin / Futterstoff / Baumwollpaspel
Änderungen: Von Kurz- auf Normalgröße
Fazit: TOLL!

Mehr selbstgenähtes Kleider, Hosen, Jacken und Röcken an der Frau gibt es wieder drüben auf dem MeMadeMittwoch-Blog, heute mit Gastbloggerin Ruth!



So, und jetzt noch etwas, was ich Euch nicht vorhalten will: Mein Arbeitskollege (richtig gelesen, ein Mann!) interessiert sich ja immer sehr für das, was ich nähe. Er beäugt immer alles sehr kritisch, und er ist immer voll des Lobes für all meine selbstgenähten Sachen. Bis jetzt. Also habe ich ihm auch voller Stolz dieses Bild hier gezeigt:

Und was sagt er - und zwar wie aus der Pistole geschossen: "Gefällt mir überhaupt nicht. Sieht aus wie eine Kittelschürze! Der Stoff ist unmöglich!" Ich habe ihm gesagt, dass das Kleid ja noch nicht fertig ist, dass da noch Ärmel drankommen undsoweiterundsofort, aber er bleibt standhaft. Am nächsten Tag habe ich ihm dann das Bild vom fertigen Kleid gezeigt. Sofort hat er seine Meinung revidiert und ist jetzt doch sehr angetan von diesem Kleid. Geht doch.

WIP - Kleid 118 aus Burda 03/2015

Meine Arbeitskollegin heiratet, und wir sind zur Feier geladen. Wie schön! Natürlich brauche ich für diesen Anlass ein neues Kleid - und Nr. 118 aus der März-Burda erschien mir passend. Das Nähen von Paspeln stand schon länger auf meiner Liste, und bei der Stoffwahl habe ich einen echten Glücksgriff gemacht.

Also, los gehts!

Zuerst habe ich die Schnittteile vergrößert und eine Probe genäht. Passt!
Beim Zuschneiden dachte ich, dass 2,50 Meter wohl ein bisschen zu viel Stoff sind, aber die Saumblenden brauchen recht viel Platz.

Dann ging es ans Nähen, und schon kam ich direkt ins Stolpern: Die angeschnittenen Passen der Rückenteile sollen an das Vorderteil gesteppt werden. Verdammt, Burda! Wo soll das denn bitteschön sein?

Ich habe alles abgesucht, und es dauerte eine kleine Weile, aber dann dämmerte es mir: Es gibt keine Schulternaht. Die Rückenteile sind entsprechend verlängert, gehen über die Schultern hinweg und werden dann an das Vorderteil genäht. Und eben genau das sind die angeschnittenen Passen vom Rückenteil.


Die Paspel habe ich mit meinem Paspelfuß genäht, den ich schon seit über einem Jahr in meinem Fußschränkchen hängen habe. Wird mal Zeit, dass er zum Einsatz kommt!

Bei den Blendenteilen habe ich mir kleine Einkerbungen gemacht, damit ich Oben und Unten nicht vertausche. Der Unterschied ist nämlich echt minimal.


Was ich nicht verstanden habe: Warum sollen die Futter- und Oberstoffteile der Blenden zusammengeheftet und als ein Stoffteil weiter verarbeitet werden?

Natürlich habe ich das auch erstmal gemacht. Ich habe nicht nur geheftet, ich habe mit Sprühkleber die Teile aufeinander geklebt. Somit habe ich das Futter bewegungsunfähig gemacht. Dieses Rutschen, dieses andauernde Formverändern - es macht mich kirre.

Total stolz und froh, diesen Geistesblitz gehabt zu haben, nähte ich die Paspel zwischen Blende und Oberteile. Futter- und Oberstoff habe ich hier dann auch zusammengefasst, obwohl das so nicht in der Anleitung steht. Aber das man es nicht so machen soll, steht da auch nicht.

Das Problem ist jetzt aber folgendes: Durch das Futter vom Oberteil und die zwischengefasste Paspel wird das eine sehr rutschige Kiste. Es ist eine Kurve in der Naht, Stoffstrecken sind gekräuselt - es ist tricky.
Natürlich ging mein erster Versuch in die Hose. Also habe ich die Naht aufgetrennt, das Futter vom Oberteil hochgeklappt und das ganze nochmal ohne Futter genäht. Das sah schon sehr viel besser aus!

Jetzt hatte ich nur ein Futteroberteil ohne Anschluss, weil die Futterblende ja mit der Oberstoffblende eine Einheit bildete.
Wahrscheinlich sollen also Futter- und Oberstoff der Oberteile als ein Stück Stoff weiterverarbeitet werden, aber selbst wenn einem das gelingt, hat man von links die sichtbaren Nahtzugaben - und das verstehe ich halt nicht. Warum wird das Futter für die Blende an den Oberstoff gepinnt? Warum kann man das nicht so machen, wie ich es dann letztendlich gemacht habe:


Aus dem Futterstoff habe ich mir nochmal die Blenden zugeschnitten, und dann das ganze einfach zusammengenäht. Ob mir das das noch zum Verhängnis wird? Ich glaube nicht. Ich hoffe nicht. Ich wüsste nicht, warum. Von vorne sieht das ganze so aus:


Als nächstes kommt jetzt der Reißverschluss, die Ärmel und die Blenden für den Saum und Ärmel. Ach ja, und ein Schlingenverschluss muss auch noch gemeistert werden....