Gestrickdingst

Ich kann nicht stricken. Gelegentlich jammere ich mal bei der ein oder anderen in den Kommentaren, wenn eine selbstgestrickte Jacke oder ein unglaublich toller Pulli gezeigt wird.

Ich würde wirklich was drum geben, aber stricken ist nicht meins. Ich habe vor allen Dingen keine Geduld, es zu lernen. Mit Grauen erinnere ich mich an die Zeit in der Schule, als wir alle einen Schal stricken sollten. Das Ding sah am Ende aus wie ein Pilz.
(In der 4. Klasse sollten wir einen Teddy stricken, ich weiß es noch genau. Ich glaube, das war meine erste 5.)

Vor zwei, drei Jahren dachte ich mir: "Es kann doch einfach nicht sein, dass Du nicht stricken kannst."
Ich bestellte mir ein Buch, borgte mir Nadeln, kaufte Wolle - und scheiterte. Es macht mich so wütend, weil es einfach nicht perfekt ist. Weil meine Strickarbeit nach kürzester Zeit unregelmäßig wird. Für sowas bin ich nicht gemacht. Also habe ich die Sachen wieder bei Seite gelegt und lieber Dinge genäht. Das geht einfach schneller.

In Ruhe lässt mich das Thema trotzdem nicht. Zumal ich gestricke Dinge einfach liebe. Zum Beispiel Socken. Selbstgestricke Socken in Gummistiefel - was besseres gibt es nicht. Und so schwer kann es doch nicht sein, hergottnochmal. Außerdem gibt es doch dieses Strickding. Womit sich strickunfähige wie ich auch mal Socken herstellen können.


So sieht das aus. Funktioniert wie eine Strickliesel.
Nur leider kann ich selbst damit keine Socken stricken, weil ich auch hier nach kurzer Zeit so fest die Wolle um Zacken wickle, dass ich nicht mehr weiterkomme.

Das Ding liegt im Schrank. Leider, leider.

Vor ein paar Monaten gab es beim Kaffeeanbieter wieder so ein ähnliches Teil. Größer. Bunter. Und es versprach, man könne damit Mützen stricken. Und zwar ganz einfach. (Haha)

Ich bin lange um diese Plastikringe rumgeschlichen - ich rede hier von etwa zwei Tagen -, aber dann konnte ich nicht widerstehen und habe sie mitgenommen.


Sie funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie das Strickding. Die Wolle wird um die Zähnchen gewickelt, und dann wird die unterste Masche über die darüberliegende gehoben, und so weiter und so fort. Ich habe mir Wolle gekauft und im Urlaub habe ich mich dann tatsächlich an die Mission Mütze gewagt. Und was soll ich sagen? Tadaa:


Es hat geklappt. Die Mütze passt und die Wolle ist herrlich weich. Eigentlich wolle ich oben noch einen Bommel draufsetzen, wollte dann aber mein Glück nicht herausfordern und habe die Fadenenden einfach nur nach innen gezogen und verknotet.


Ich bin ganz happy, dass ich mir endlich meine Mützen selber machen kann. Auch, wenn ich dazu große, bunte Hilfsmitteln brauche, aber das ist mir wurscht.

Da ich noch genügend Wolle übrig habe, kann ich mir noch einen passenden Schal stricken. Hach, Wolle und ich, wir werden doch noch Freunde.

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Kommentare:

  1. Glückwunsch zur ersten gestrickdingsten Mütze! Sieht super aus! Übrigens gibt es bei makerist gerade einen Gratis-Anfänger-Strick-Videokurs. Vielleicht gibst Du dem ganzen Gestricke mit Video-Unterstützung noch mal eine Chance? ;)
    Und wenn nicht, gibt es jetzt viele Mützen und sonstiges Rundgestricktes, finde ich auch super.
    Liebe Grüße
    Katharina

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  2. Ich habe meiner Freundin (Mitte 30) versucht das Stricken beizubringen. Häkeln ist für sie kein Problem! Es war eine Katastrophe! Sie hat sich so abgemüht! Da haben wir beschlossen: Sie muss nicht alles lernen! Häkeln ist auch sehr schön. Manchmal muss man auch Lücken akzeptieren. Dein Strickdings finde ich allerdings super! Vielleicht doch noch ein Versuch?
    LG Monika

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  3. Ich gratuliere Dir zur ersten Mützen und wünsche Dir immer warme Ohren!
    Es ist schön, dass es viele Hilfmittel zum Stricken gibt und so jeder seinen persönlichen "Angstgegner" bezwingen kann. Ich möchte Dich dennoch ermuntern es auch mit der klassischen Methode zu versuchen - die Mütze wäre dann in der halben Zeit fertig und Du wärst flexibler bei der Wollauswahl. LG Kuestensocke

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  4. Gratulation zu deiner ersten selbstgestrickten Mütze!
    Ich würde dennoch den Nadeln noch eine Chance geben. Du könntest es ja mit Filzwolle versuchen. Da das fertige Stück immer gewaschen und verfilzt werden muss, ist das Strickbild nur nebensächlich. (man sieht es danach nicht mehr - genial oder?)
    Ich hatte auch nach meiner langen Strickabstinenz mit Strickfilzprojekten begonnen (Handtaschen, Filzpantoffel, etc.) und bin so richtig süchtig geworden.
    LG Irene

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  5. herzlichen Glückwunsch, kann das alles nachempfinden. Bei mir hat es auch lange gedauert, bis der Groschen fiel und eine Bommel ist gar nicht so schwer...dafür gibt es Bommelmaker!
    LG schurrmurr

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  6. Deine Beschreibung der Probleme, die du mit dem Stricken hast (hattest?) klingen danach als würdest du dich dabei verkrampfen. Was ja normal ist, wenn man es erst lernt. Falls du dran bleiben willst und "richtig" stricken lernen willst, ein Tipp: kaufe dir einen Knäuel häßliche billige mitteldicke Plastikwolle, zum Üben. Und dann sage dir: "das was ich jetzt stricke, braucht gar nicht schön zu werden!" Am Anfang geht es nämlich hauptsächlich darum, den Faden nicht zu fest und nicht zu locker zu halten, und die Finger nicht zu verkrampfen. Kurz: selbst locker zu bleiben!
    Ich drück dir die Daumen dass es klappt mit dem Stricken,
    Doju

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Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber!