Was immer noch nicht klappt

Manchmal lese in den Kommentaren, dass ich doch mal so langsam meinen Blog umbenennen könnte. Es klappt so vieles, das wäre kein Zufall mehr.

Leider ist es nicht so.

Als ich 2006 oder 2007 meine erste Burda in der Hand hielt, war ich ganz fest der Meinung, dass ich das alles nähen könnte. Wo sollen denn da Schwierigkeiten sein? Einfach ein paar Stoffteile aneinander nähen, das sollte ich doch hinkriegen. Dass das so nicht funktioniert, muss ich hier ja keinem sagen.

Ich habe mich inzwischen ganz gut durchgebissen, und auch wenn das eine oder andere nicht zu 100 % so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe, beende ich doch inzwischen ziemlich viele meiner Projekte.

Am Sonntag habe ich mich endlich dazu durchgerungen, einen schönen flauschigen Wollstoff für einen Pulli anzuschneiden. Ich habe lange überlegt, welcher Schnitt es werden sollte, und letztendlich habe ich mich für einen Pulli mit rückwärtigem V-Ausschnitt entschieden. Der Halsausschnitt sollte mit einem Schrägstreifen eingefasst werden, den ich auch diesmal wirklich im 45 Grad-Winkel zugeschnitten habe, obwohl mir das immer ein bisschen weh tut, weil viel Stoff dabei flöten geht. Aber weil ich ja schon so oft auf die Schnauze gefallen bin, wollte ich es diesmal richtig machen.

Ich kam gut voran, hab das meiste auch mit der Ovi genäht und war sehr zuversichtlich, dass ich diesen Pulli bald tragen werde (wenn das Wetter mitspielt, der Stoff ist wirklich sehr warm). Die Brustabnäher waren nicht so schön, aber das wollte ich ganz zum Schluss dann korrigieren.

Der Kragen - wie der Schrägstreifen für den Halsausschnitt genannt wurde - sollte rechts auf rechts auf den Ausschnitt gesteppt, umgeschlagen und dann an den Nahtzugaben festgenäht werden. Nix wildes. Alles harmlos und machbar. Bis Frau DukannstkeinHalsbündchenannähen daherkam, und der Kragen am Ende vom Lied abstand.

Bei sowas könnte ich aus dem Anzug knallen.

Ich verstehe es einfach nicht. Alles war passend, nichts deutete darauf hin, dass es am Ende labbern könnte. Und doch tat es das. Es ist mir ein Rätsel, was ich falsch gemacht haben könnte.

Ich war so wütend, dass ich alles - einschließlich dem Schnittmuster - in den Müll geworfen habe. Am meisten ärgert es mich, dass ich den Stoff versemmelt habe. Da könnte ich mir in den Hintern beißen. Ich habe noch überlegt, ob ich mir daraus ein Kleid nähe und habe mich bewusst dagegen entschieden, weil alle in Frage kommenden Schnitten dieses doofe Halsbündchen haben. Und ich wollte ja nichts riskieren.

Ich warte jetzt ein paar Tage, bis die Wut wieder verraucht ist. Dann hole ich den Pulli und das Schnittmuster wieder aus Müll raus, trenne die letzte Naht am Kragen auf, und werde dieses verflixte Ding mit der Hand annähen. So lange, bis es passt.

Kommentare:

  1. Hallo Sandra,
    ich finde deinen Blognamen super und hoffe du wirst ihn niemals ändern - auch wenn du dann bald nur noch in Perfektion nähst. 'Zufall wenn's klappt' sagt mir etwas über deine Einstellung aus, dass du ebend mit Neugier und Spaß an die Sache herangehst und auch Enttäuschungen in Kauf nimmst.
    Zu deinem Halsausschnitt: Man sollte beim Einfassen mit Schrägstreifen den Streifen immer etwas dehnen, damit die Ausschnittkante in Form gehalten wird.

    Liebe Grüße
    Immi

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  2. Hast du denn das "Bündchen" kürzer gemacht und etwas gedehnt beim annähen? Das macht man ja bei jersey immer so, ich halte mich da an 30% kürzer, meist langt das,manchmal bei extrem dehnender Ware etwas mehr.Da du im 45 Grad Winkel zugeschnitten hast, dehnt sich das "Bündchen ", und bei gleicher Ausschnittlänge labberts dann, also etwas kürzer einnehmen.
    Das ist alles was mir einfällt.
    Ich hoffe es geht trotzdem weiter mit deinem Kuschelpulli, aber ich Kenn das auch.....☺
    Liebe Grüsse
    Stella

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  3. Ach, ich kann dich so gut nachempfinden... Das ging mir auch schon so und vor allem musste ich über die Stelle lachen: dann hole ich den Pulli wieder aus dem Müll! Genau so geht mir das auch manchmal, am Anfang meiner Nähzeit noch viel mehr. Man gewinnt auf jeden Fall mit jedem Projekt an Erfahrung und manchmal muss man Lehrgeld (Stoff verschneiten etc) zahlen.
    Trotzdem blöd!
    Was den Halsausschnitt angeht schließe ich mich den obigen Damen an: ich vermute, du hast den Streifen für den Halsausschnitt nicht genug/gar nicht gedehnt. Das Problem dabei ist, dass es da keine genauen Angaben geben kann, denn jeder Stoff lässt sich unterschiedlich dehnen... Daher schreibt auch Burda dazu immer nicht so viel.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Halsausschnitt, wäre doch schade um den Stoff!
    Liebe Grüße,
    Stef

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  4. Ach schade! Nähst Du den Pulli zu dem Schwanenkleid aus der Burda? Ja damit habe ich auch gekämpft und der Ausschnitt war eine Katastrophe! Ich habe es damals 3 mal getrennt und dann doch anders gemacht als in der Anleitung beschrieben. Ja nachdem wie dehnbar ein Jersey oder Strickstoff ist, je nachdem hilft oder schadet auch ein Schrägband, habe ich festgestellt. Seit dem Desaster mit dem Ausschnitt an dem Burda-Pulli bin ich dazu übergegangen die Bündchen erstmal nur zu hefeten und dann zu schauen wie es fällt, bevor ich wirklich mit der Overlock rangehe. Das hat mich in der Folge vor größerem Schaden bewahrt.
    Also nur Mut. Gewinn etwas Abstand und mach es mit dem Halsausschnitt auf Deine Weise.
    LG Kuestensocke

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  5. Ich hasse es auch, Halsbündchen zu nähen. Und dein Blogname ist klasse. Bitte nicht ändern. LG Carola

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  6. Ich hasse es auch, Halsbündchen zu nähen. Und dein Blogname ist klasse. Bitte nicht ändern. LG Carola

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  7. Hallo Sandra,
    ich kann deine Situation sooo gut nachvollziehen. Man könnte heulen bis der Arzt kommt, nützt aber nix. Den Pulli aus der Tonne zu holen und weiter zu machen ist eine gute Idee. In meinem Schrank sind - ich weiß nicht wieviele Shirts mit "solchen" Ausschnitten. Irgendwo im Netz hab ich gelesen, man soll nur 3/4 der Ausschnittlänge für das Halsbündchen nehmen und es g e d e h n t annähen. Mal mit ein paar Stoffstücken vorab probieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
    Ich drück dir ganz doll die Daumen, dass dein Pulli noch zu retten ist. Vielleicht klappt es per Zufall;-))
    LG, Astrid

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  8. Ich glaube, das mit der Änderung habe ich auch schon geschrieben:)
    Aber im Ernst, ich nähe andauernd für die Tonne. Unpassender Stoff, falsche Farbe oder schlicht und einfach vermurkst.
    Erst letztlich habe einen ansehnlichen Berg endgültig in der Tonne versenkt.
    ABER mit jedem einzelnen Teil etwas dazugelernt. Und nun schnell zum Müll!
    Liebe Grüße
    Sandra

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  9. Ich kann dich gut verstehen; da hat man alles schön säuberlich genäht und freut sich schon auf das fertige Stück und dann versaut einem eine kleine Sache die ganze Arbeit. Ich brauche bei solchen Gelegenheiten auch erst mal eine Pause; du schaffst das schon!
    LG von Susanne

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  10. ich sage wie es ist,grade aus und im allgemeinen.
    die meisten Problemen und Fehler basieren auf dem mangeldem Wissen über die Materie.
    es gibt mehrere Wege. der eine davon ist schmerzhaft und lustreduzieren- der weg der Erfahrung.
    der Andere, dass man sich viel Fachwissen reinzieht, ob man es aktuell brauchtz oder niocht- alles aufnehmen, was über den weg läuft, sich für jedes Detail und Feinheiten der Verarbeitung interessieren.
    und nicht zu letzt hilft es ungemein, vorher sich sehr viele Gedanken zur Verarbeitung im Vorfeld zu machen, lesen ,ob und wie die anderen bei dem Modell oder Stelle gemacht haben.
    ich habe einen Kollegen Architekten gehabt, der so pingelig war undan jede nuance sich sein kopf zerbrichen hat, dass es nie irgendwelche horroranrufe von den Baustellen gab, dass irgendwas nciht passite, nicht funktionierte.
    es war allöen sicher nicht leicht mit so einem kollegen zu arbeiten,aberes zahlt sich aus!keien unfälle, kein nervenkrieg, keine katastrophen.
    ob nähen oder architektur- das prinzip ist das gleiche.

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  11. Hallo, kann ich nachempfinden, bin überhaupt kein shirtnäher, gelingt mir nie und deshalb lasse ich es..vielleicht liegt es an meiner Maschine und den Einstellungen.
    Trotzdem bleib dran
    LG schurrmurr

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  12. "Bei sowas könnte ich aus dem Anzug knallen." Verstehe ich - leider nur zu gut -, nützt aber nur bedingt, um Frust abzubauen. Da ist der weitere Plan schon effektiver: Pulli und Schnittmuster aus dem Müll holen und retten, was zu retten ist. Aber ganz ehrlich, ich hab' auch schon Schnitte und Nähprojekte entsorgt, die mir mehr Last als Lust bereitet haben. Da bin ich ganz nah an deinem Motto "Zufall, wenn's klappt!" LG Frau Neu

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  13. Obwohl ich schon sehr lange nähe, ist dein Motto "Zufall, wenn's klappt!" auch mein Motto. Auch wenn das Kleidungsstück nähtechnisch einigermaßen zufriedenstellend gearbeitet ist, kommt die große Ernüchterung beim Tragen. Denn so hatte ich mir das nicht vorgestellt! Das Blöde an der Sache ist, dass ich momentan nicht viel nähe. Und wenn dann das eine Vierteljahresprojekt nicht meinen Erwartungen entspricht, macht Nähen keine Freude.
    Übrigens habe ich auch schon Sachen aus dem "Müll" geholt. Schon alleine deshalb, weil ich mir beweisen wollte, dass ich es doch kann!
    LG Martina

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  14. Also für mich klingt das alles ganz normal. Und nach Lernprozess. Fehler sind was Positives, die gehören dazu und nur durch Fehler kann man lernen. Und wenn man das jetzt noch schafft richtig zu verinnerlichen (was ich wirklich auch in den meisten Fällen nicht schaffe) dann ist das alles nur noch halb so schlimm. Du nähst ja um des Nähens Willen und nicht um nachher nen tollen Pulli zu haben. Ich bin zuversichtlich, dass du das noch hinbekommst und ganz viel dabei lernst und noch mehr Fehler machst :)
    Liebe Grüße
    Katharina

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  15. Lass Dich nicht unterkriegen. Ich hab Halsbündchen an Kindershirts geübt. Mittlerweile klappt das ganz gut.
    LG Dana

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Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber!