Was´n los?

Ja, es ist ruhig hier. Aber nicht nur auf dem Blog, auch im Nähzimmer ist eine kleine Flaute eingekehrt. Irgendwie ist meine Inspiration abhanden gekommen. Ich suche sie in meiner Stoffkiste und bei meinen Schnitten, aber leider umsonst. Der Funke springt nicht über. Also habe ich mir neue Stoffe gekauft, um ein bisschen frischen Wind in meine Gedanken zu bringen. Der Ausverkauf, der überall herrscht, kam mir dabei natürlich sehr gelegen :-)

Trotzdem. Die Euphorie, die mich manchmal überkommt, wenn ich in Schnitten und Stoffen wühle, bleibt aus.
Mein T-Shirt mit dem gestickten Wolf hängt immer noch ärmellos auf der Puppe, mein neues Schneiderlineal ist immer noch unbenutzt. Dabei juckt es in den Fingern, es doch endlich mal einzuweihen.

Was mich irgendwie am meisten hemmt, etwas neues anzufangen, ist der fehlende Kooperationspartner. Nähe ich mir einen Rock, fehlt mir das passende Oberteil. Und umgekehrt natürlich auch.

Und es ärgert mich ganz schön, dass ich den Hintern einfach nicht hochkriege. Wenn der Anfang mal gemacht ist, läuft es doch von alleine weiter....

Gestern Abend waren mein Mann und ich von einem Geschäftspartner zum Eishockeyspiel in Iserlohn eingeladen. Die Gespräche plätscherten so vor sich hin, und auf einmal hörte ich meinen Mann sagen: "Im Nähzimmer von meiner Frau haben wir jetzt auch dieundie Leuchte installiert, damit sie ordentlich Licht hat, wenn sie abends etwas macht."
"Och, Ihre Frau näht? So richtig was zum Anziehen?"
"Ja, und das macht sie auch wirklich gut. Ob das ein Kleid ist, oder ein Mantel, eine Jacke..... richtig toll, was da entsteht."

Natürlich erwähnt er in diesem Zusammenhang auch, dass man für dieses Hobby nicht nur Licht, sondern auch eine ganze Menge an Zubehör braucht, aber als fürsorglicher Ehemann kümmert er sich da natürlich auch drum

Erstaunlicher Weise lebte dieses Gespräch - unter den Männern! - dann richtig auf. Die Tochter des Geschäftspartner näht auch, und die Schwägerin hat sogar ihr Hochzeitskleid und den Anzug für ihren Mann selbst genäht. Wie toll das aussah! Und wie viele Stunden hat sie wohl dafür gebraucht? 

Ich freue mich natürlich, wenn mein Mann von sich aus mit solchen Lobeshymnen daherkommt. Es macht mich stolz, wenn ich mitbekomme, wie sehr er hinter meinem Hobby steht.

Wie es das bei Euch so? Interessiert sich Eure bessere Hälfte für das, was Ihr im Nähzimmer so treibt? Ist er an dem Entstehungsprozess interessiert? Gibt er kluge Ratschläge? Erzählt er sogar davon? Oder ist ihm das alles wurscht? 

MeMadeMittwoch mit Winterjacke

Wenn es draußen kalt ist, nicht regnet oder besonders windig ist, greife ich gerne zu meiner Winterjacke. Genäht habe ich das gute Stück Anfang 2012 nach dem Schnitt 113 aus der Burda 11/2011, und seitdem auch wirklich oft und gerne getragen. Schade, dass sie keine Kapuze hat, und auch nicht wind- und wasserabweisend ist.



Die unteren Taschen sollten eigentlich aufgesetzt werden, aber im Eifer des Gefechtes habe ich das wohl überlesen. Damit die Jacke da jetzt nicht ganz so nackig aussieht, habe ich die Taschen mit einem Zierstich nochmal nachgenäht.


Was mich viel mehr ärgert als die falsch verarbeiteten Taschen, ist die Tatsache, dass ich die Jacke bewusst mindestens eine Nummer größer zugeschnitten habe, damit der dicke Pulli darunter auch noch Platz hat. Das hätte ich mir schenken können, denn es gibt ja die Bequemlichkeitszugabe, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.


Mit dem Bindeband in der Taille kann ich die Jacke etwas auf Figur bringen, dann ist sie nicht ganz so sackmäßig. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Jacke sehr zufrieden.


Mehr selbstgenähtes gibt es wie jeden Mittwoch auf dem MeMadeMittwoch-Blog, wo uns heute eine ganze Menge Damen vom Leipziger Nähtreff begrüßen.

T(est)-Shirt

Während ich hier tippe, rattert neben mir die Stickmaschine. Schon praktisch, mein neuer Arbeitsplatz ;-)

Neulich war bei Urban Threads, meinem neuen Lieblings-Shop, eine Rabattaktion, wo ich für kleines Geld ein paar tolle Stickmuster für meinen großen Rahmen gekauft habe. Untere anderem ein Wolfs-Gesicht, das schon lange auf meiner Wunschliste stand.


Da ich bei meinem Totenkopf-Kleid ein paar Fehler bezüglich des Vlies gemacht habe, und Jersey vielleicht auch nicht der geeignete Stoff für das sehr filigrane Muster war, wollte ich beim Wolf erst ein bisschen testen. Also habe ich im Schrank gewühlt, und Reste von einem Romanit-Jersey hervorgekramt. Vielleicht reicht es sogar für ein Oberteil, mal sehen.


Aber nicht nur das Sticken auf Jersey will ich ausprobieren, sondern auch endlich mal meine neue gebrauchte Coverlock. Ein echtes Schnäppchen!
Inzwischen habe ich auch schon den Video-Kurs angesehen und ein paar Probenähte gemacht. Gar nicht so schwierig, wie ich es mir vorgestellt habe! Jetzt möchte ich natürlich endlich loslegen.

Und was steht bei Euch so an?

Verlinkt beim CreaDienstag

Meine heilige Halle

Da ich zurzeit eh nichts gescheites produziere, zeige ich Euch heute mal "meine Machtzentrale".
Ich gehöre zu den Glücklichen, die ein Nähzimmer ihr Eigen nennen dürfen. Da bin ich auch echt froh drum, denn inzwischen habe ich so viele Sachen, dass ich ohne eigenen Raum ernsthafte Probleme hätte.

Meine ersten Nähversuche fanden unterm Dach statt. Im unbeheizten und ungemütlichen Arbeitszimmer / Abstellraum habe ich mir eine kleine Ecke eingerichtet. Mit nur einem Maschinchen und fast keinem Zubehör drumrum war das durchaus okay. Aber nicht lange.

Inzwischen haben wir im Haus ein bisschen umgeräumt, und jetzt ist mein Nähzimmer in unserem alten Schlafzimmer. Dort steht nämlich unser riesiger Kleiderschrank mit Spiegel (den man auf keinem Foto sieht, weil ich ihn immer im Rücken habe), und wir hatten keinen Bock, den zu zerlegen und woanders wieder aufzubauen.

Das Zimmer habe ich dreimal umgeräumt, bevor es so aussah.



Zuschneidetisch, Bügelbrett und Arbeitstisch stehen in der Mitte der Raumes. Das mag vielleicht nicht sonderlich schön sein, ist aber unendlich praktisch.


An allen Arbeitsplätzen habe ich Licht von oben. Wir wissen ja wohl alle, wie bescheiden es im Winter ist, wenn das Tageslicht knapp ist.



Die Maschinen sind alle einsatzbereit, und müssen nicht erst hervorgeholt und aufgebaut werden. Natürlich sind die Ovi und die Coverlock jetzt nur fürs Foto so schön aufgebaut. In Wirklichkeit sind sie unter ihren Schutzhüllen verborgen :)


Noch viel mehr Machtzentralen gibt es hier - vorbeischauen lohnt sich! Vielen Dank an Sabine für diese tolle Idee. Bei anderen in die heiligen Hallen gucken ist immer spannend ;-))

Einseitige Paspeltasche

Aus der losen Reihe "Wie ist das schon wieder gemeint?" geht es heute um die einseitige Paspeltasche.

Bei meinem derzeitigen Projekt (der Rock 121 aus der Burda 6/2013) bekommen die rückwärtigen Taschen eine Paspel. Hab ich schonmal gemacht, nur nicht in Wort und Bild festgehalten. Das wird jetzt nachgeholt. Zumal die Beschreibung förmlich danach schreit, encodiert zu werden.

Schon der erste Satz lässt die Denkerstirn zur Hochform auflaufen:
Jeweils in 1 cm Abstand zur Paspelansatzlinie soll eine Anstoßlinie markiert werden.
Nachdem ich ein bisschen geblätter und gesucht habe, bin ich auf des Rätsels Lösung gestoßen:



Die drei blauen waagrechten Linien haben folgende Bewandnis: Die unterste Linie ist die Anstoßlinie. Die in der Mitte ist Paspelansatzlinie. Und die oberste Linie ist die Taschenbeutelansatzlinie (spielt jemand regelmäßig Galgenmännchen / Hangman? Taschenbeutelansatzlinie ist ein tolles Wort dafür!)

Jetzt wird der Paspelstreifen längs gefaltet. Die linke Seite ist innen. Mit der Bruchkante wird die Paspel an die Anstoßlinie gelegt. Die offenen Seiten zeigen nach oben.


Die zwei senkrechten Linien markieren die Länge der Paspel. Die mittlere Linie habe ich nochmal auf der Paspel nachgezogen; da wird jetzt gesteppt. Und zwar vom linken senkrechten Strich zum rechten senkrechten Strich.

Jetzt lege ich die offenen Kante der Paspel nach unten, von oben lege ich - rechts auf rechts - einen Taschenbeutel direkt an die gesteppte Paspel. Der Beutel wird jetzt an der Taschenbeutelansatzlinie (heute nacht träume ich davon) festgesteppt.


Die Stepplinien müssen beide gleichlang sein. Das ist wichtig, und hier sollte nicht geschludert werden. Jetzt wird nämlich zwischen den Linien eingeschnitten, zu den Nahtenden hin schräg.

So sollte das vor dem Einschneiden aussehen:


Und so danach (von links fotografiert):


Jetzt wird die Paspel und der Taschenbeutel durch den Einschnitt nach innen gezogen. Auch die kleinen Dreiecke werden nach innen gezogen und auf Paspel und Taschenbeutel festgesteppt:


Das war eigentlich schon die ganze Kunst.
Der zweite Taschenbeutel wird auf die Nahtzugaben der Paspel gesteppt. Die Beutel werden gleichgroß geschnitten, aufeinander gesteppt und fertig ist die Laube!


Jetzt muss nur nochmal drübergebügelt werden.

Ob ich das alles so richtig verstanden habe, lassen wir mal so dahingestellt. Fakt ist: Ich komme somit zum Ziel und habe zwei ansehnliche Paspeltaschen.

MeMadeMittwoch am 07.01.2015

Der erste MeMadeMittwoch im neuen Jahr steht unter dem Motto "Lieblingskleider".
Eine schöne Idee!

Tatsächlich habe ich mindestens ein Lieblingskleid vorzuweisen.
An erster Stelle steht das Kleid aus der MyImage, wirklich gerne und oft getragen.

 
Inzwischen habe ich schon drei Kleider aus dieser Zeitschrift genäht, und obwohl das Totenkopfkleid mich ein klein bisschen von der Passform enttäuscht hat, werde ich diesen Schnittmustern treu bleiben.

Ja, und dann habe ich natürlich meinen Trench auch sehr oft und gerne angehabt.
Die Pläne für eine etwas kürzere Frühlingsversion rotieren schon in meinem Kopf.

 Was ich auch gerne an hatte, aber inzwischen leider dem Mülleimer geweiht, ist dieses Oberteil:

Der Stoff ist ein doppellagiger Jersey. Außen beerenfarbig, innen schwarz. Wirklich ein toller Stoff, nur leider löst er sich in seine Einzelteile auf. Das sieht man ganz deutlich an den Schnittkanten und - was viel schlimmer ist - an den vorderen und hinteren Teilungsnähten. Schade, schade!

Ein weiteres Highlight war zweifelsohne mein Weihnachtskleid. Zum Jahrsabschluss ein Kleid, an dem ich nichts auszusetzen hatte, wo alles glatt lief und ich das Schnittmuster nicht allzu tief vergrabe, weil eine weitere Version vorgesehen ist - nähtechnisch gesehen konnte ich das Jahr nicht besser abschließen.



Im neuen Jahr hoffe ich auf ein paar Oberteile und Hosen, aber auch Kleider und Röcke werden auf meinem Programm stehen. Was ich mir auch vorgenommen habe, ist das Besticken meiner Kleidung. Vielleicht nicht immer mit einem Totenkopf, aber das ein oder andere Teil wird bestimmt mit einem Stickmuster versehen werden.

Mehr Lieblingsstücke aus 2014 gibt es auf dem MeMadeMittwoch-Blog!

Neues Jahr und alte Ideen

Mein erster Post im neuen Jahr - und schon geht es um eine alte Idee, die ich aber jetzt endlich mal umgesetzt habe!

Schon vor längerem habe ich geschrieben, dass ich meine Kleidung gerne noch einen Touch individueller gestalten möchte, indem ich das ein oder andere Stickmotiv verarbeite. Ich werde aber definitiv keine Blümchen oder Bärchen oder Käferchen sticken, weil ich das für alle über 10 Jahren ober-affig finde. Zum Glück gibt es die Seite von Urban Threads!

Zuerst musste aber mal ein Kleidungsstück her, das ich besticken konnte. Meine Wahl fiel auf ein Kleid aus einer etwas älteren My Image. Jersey hatte ich da, und auch ein passenden Vlies zum Besticken von Jersey. Also habe ich losgelegt.



Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Ausschnitt halten soll. Auf der technischen Zeitung stellt er sich ganz anders dar, als auf den Fotos in der Zeitschrift.

Er schlabbert, hängt, liegt nicht richtig. Ähnlich wie bei mir. Aber so schlimm finde ich es nicht.



Ich bin ganz zufrieden, wenn auch nicht so glücklich wie mit den beiden anderen Kleidern aus der MyImage. Die saßen irgendwie besser.

Aber jetzt mal zum Stickbild. Wie gesagt, es gibt keine Blümchen!

Es ist nicht ganz so unscheinbar, wie auf dem Foto, es ist nur sehr schwer zu fotografieren.


So ist es etwas besser zu erkennen. Es ist ein Totenkopf, der aus 58.922 Stichen besteht. Das war für mich eine wahre Geduldsprobe. Der Faden riss natürlich ein paar Mal und der Unterfaden musste auch zweimal gewechselt werden. Zum Schluss musste ich auch noch zittern, damit mir nicht die Oberfadenrolle ausgeht, denn dann hätte ich ein echtes Problem gehabt. Aber der Faden hat gereicht. Sogar meine bessere Hälfte findet das Stickbild klasse. Und das ist für mich eigentlich schon das größte Lob überhaupt.

Ich wünsche Euch einen guten Start ins neue Jahr, viel Glück und Gesundheit, und eine Menge creative Ideen!

Verlinkt bei RUMS