Mein Wintermantel ist fertig

Das große Finale habe ich ja leider verpasst, weil ich mich a) immer mit der Zeit verzockt hatte und b) mich auf den letzten Metern auch noch eine Magen-Darm-Geschichte flachgelegt hat. Es hat nicht sollen sein, aber jetzt ist es endlich soweit. Das gute Stück ist fertig.

Caban-Jacke 119 aus der Burda 10/2016

Die weiße Knöpfe, die ich im Internet bestellt habe, sind inzwischen halbwegs gerade. Beim ersten Versuch hatte ich die Jacke auf dem Tisch liegen, die Punkte ausgemessen und die Knöpfe angenäht. Ging völlig in die Hose. Wahrscheinlich habe ich den Stoff beim Nähen so gezogen, dass es am Ende aussah, als hätte ich einen im Schuh gehabt. Beim zweiten Mal hatte ich die Jacke auf der Puppe hängen. Das ging dann besser. 



Schwierigkeiten hatte ich auch beim Futter.
Dabei war ich diesmal fleißig, habe die Saumumschläge mit der Hand angenäht und wollte es doch wenigstens einmal richtig und ordentlich machen. Bei den Ärmel hat es auch geklappt, aber dann hörte es auf. Es gelang mir einfach nicht, das Futter mit dem Oberstoff zu verbinden.
Auch hier hatte ich die Jacke auf der Puppe und bin auf allen vieren drumrum gekrochen, um das Futter festzustecken - keine Chance. Es klemmte einfach.
Das Futter erschien einfach zu klein, der Oberstoff wurde nach oben gezogen, und beim Anziehen hatte ich bedenken, irgendwelche Nähte zu sprengen.


Ich dachte, ich hätte einen Fehler gemacht - beim Zuschneiden, beim Einnähen, wo auch immer. Als ich dann meiner Kursleiterin mein Leid klagte, meinte sie, es könne daran liegen, dass der Oberstoff sehr dehnbar und das Futter das genaue Gegenteil ist. Also wurde beschlossen, das Futter nur an einigen Punkten zu fixieren.
Ich habe den Großteil dieser Jacke im Nähkurs genäht. Das war sehr hilfreich, gerade beim Einsetzen der Schulterpolstern. Hier bekam ich den Tipp, doch einen Fisch einzusetzen. Das war wirklich eine gute Idee, die Schulter-/Kragenpartie ist sehr gut geglückt und lenkt ein bisschen von den nicht so gut gelungenen Paspeltaschen ab.


Auf Knopflöcher habe ich verzichtet und schließe den Mantel mit angenähten Druckknöpfen. Ich bin gespannt, wie lange der Stoff das mitmacht, denn er ist wirklich empfindlich und man reißt schneller ein Loch rein, als einem lieb ist. Es hätte Sinn gemacht, mindestens mal die Vorderteile mit einer richtig guten Vlieseline zu verstärken, damit der Stoff einfach stabiler wird.

Am besten gefällt mir der weiße Kragen. Ich finde die Idee mit dem Aufsetzen gar nicht so schlecht. Auch hier habe ich gefühlte Ewigkeiten damit verbracht, die Knöpfe anzunähen.


Allerdings stellte sich schnell raus, dass sich das Futter vom Kragen nach außen schiebt. Hier hat mir eine Leserin auf Facebook geraten, doch einen Keil in die Futtertaschen zu nähen, um die Mehrweite herauszunehmen. Das werde ich auf alle Fälle testen.



Ich mag die Jacke, aber ich bin froh, dass dieses Projekt jetzt endlich fertig ist. Es war sehr viel Gefummel, der Stoff hätte ein bisschen stabiler und weniger dehnbar sein können - und vor allen Dingen weniger fusseln. Die Nähmaschine muss jetzt erstmal einer Grundreinigung unterzogen werden. Alles ist voll mit blauen Flusen.


Mehr selbstnähte Kleidung gibt es auf dem MeMadeMittwoch-Blog, der heute von Nina angeführt wird, die zufälliger Weise die gleiche Jacke wie ich genäht hat, und heute in ihrem grauen Kleid ganz fantastisch aussieht.

PS: Verzeiht die schlechten Fotos. Der Stoff ist dunkelblau, man kann es kaum erkennen, aber ich schaffe es in dieser Jahreszeit nicht, bei Tageslicht Fotos zu machen und es ist wirklich schwer, etwas dunkles zu fotografieren, wenn noch etwas weißes mit auf das Foto soll. Da hört es mit nämlich mit meinen Fotokünsten auf :)

Weihnachtskleid Sew Along 2016, Teil 1

Es geht wieder los, der WKSA2016 auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Eine wirklich schöne Tradition, die mir großen Spaß macht. Dieses Jahr bin ich das dritte Mal mit dabei.

2013 - Nicht so der Burner. Ich habe mich in dem Kleid nicht wohlgefühlt und inzwischen ist es auch entsorgt.
2014 - Ein toller Schnitt! Das Kleid war super, ich mag es sehr, aber der Stoff grenzt das Tragen etwas ein.
2015 - Endlich stimmt hier alles. Der Schnitt, der Stoff - das perfekte Kleid. Und als i-Tüpfelchen gab es noch den Rock dazu.

So will ich 2016 auch wieder beenden. Mit einem Kleid, das nicht zu viel Schnickschnack hat, und gerne auch an anderen Tagen getragen werden kann. Stoff habe ich genug gesammelt. Da ich dieses Jahr nicht allzuviel genäht habe, ist mein Lager für meine Verhältnisse ziemlich gut gefüllt.

Mit dem Schnitt ist es nicht ganz so einfach.
An Weihnachten will man ja immer ein bisschen schicker sein also sonst.
Aber das Kleid muss trotzdem bequem sein.
Es muss viel Essen und Wein und Plätzchen reinpassen.
Es darf nicht knittern, wenn man lange sitzt.
Es darf einem nicht zu warm und nicht zu kalt darin sein.
Und obendrein sollte der Stoff pflegeleicht sein, falls einem der in Soße getränkte Kloß auf den Schoß fällt.

Ich denke, für mich ist dieses Jahr dieser Schnitt eine ganz gute Wahl.

Burda 08/2009

Ich schleiche schon länger um dieses Kleid herum, aber bis dato kam es für mich als Weihnachtskleid nicht in Frage. Da ist kein Bums dahinter. Das Kleid muss doch was hermachen, es muss einen weit schwingenden Rock haben, Glitzer und Tamtam.So dachte ich zumindest.

Mit den Jahren habe ich mich da sehr gewandelt, und es ist mir jetzt viel wichtiger, dass das Kleid einen bequemen Schick hat. Und ich das noch mal tragen kann. Und ich nicht den ganzen Abend die Luft anhalten muss. (Ich werde eines Tages im Jogginganzug Weihnachten feiern, ich sehe das schon kommen.)

Bei der Stoffwahl bin ich mir noch nicht so sicher, aber evtl. wird es dieser Strickstoff werden.


Ich muss nochmal in Ruhe gucken, vor allen Dingen wegen den Falten am Vorderteil vom Rock. Das soll auf alle Fälle kein Geschwulst werden. Vielleicht ist der Stoff auch zu labberig für solche Falten mal sehen.

Evtl. gibt es auch ein Probekleid, denn ich will auf alle Fälle vermeiden, dass der Rücken zu lang oder das Oberteil zu kurz ist.

Und obwohl das jetzt sehr gefährlich ist, gehe ich mal auf dem MeMadeMittwoch-Blog gucken, was die anderen Damen so nähen. Die Inspiration ist doch  gerade bei diesem Sew Along immer recht groß.

Wintermantel Sew Along, Teil 4

Ich hinke mal wieder hinterher.
Das Treffen für den WMSA war schon am Sonntag, aber zum Glück ist die Linkliste noch ein bisschen länger geöffnet.

Dass ich schon länger keine Jacke mit Kragen mehr genäht habe, fiel mir auf, als ich den Unterkragen genäht habe. Meine Güte, was habe ich mich schwer getan. Ich habe mir zehnmal die Anleitung laut vorgelesen, bis ich gemerkt habe, dass ich den Unterkragen an den Beleg nähen soll. Und der Beleg war noch nicht mal zusammengenäht. Es hat wirklich gedauert, bis ich das alles hatte - ABER ich habe das Gefühl, dass ich noch nie einen Kragen so ordentlich und vor allen Dingen richtig genäht habe.



Ob das jetzt wirklich alles stimmt, werde ich dann heute Abend im Nähkurs erfahren.

Im Moment nähe ich das Futter zusammen. Ich habe hierfür Neva Viscon genommen und der Stoff lässt sich wirklich sehr angenehm verarbeiten.


Knöpfe habe ich immer noch keine. Damit tue ich mich diesmal echt schwer. Und ehrlich gesagt habe ich jetzt schon Bammel vor den Knopflöchern. Ich bin am Überlegen, ob ich die Knöpfe nur so aufnähe, und die Jacke dann mit Druckknöpfen schließe. Am liebsten würde ich mich mal an die Paspelknopflöcher wagen, aber dazu fehlt mir ein bisschen die Zeit.

Auch der weiße Fellkragen muss noch zugeschnitten und genäht werden. Es ist alles sehr knapp, aber ich halte mich ran. Ich will die Jacke unbedingt fertig haben, sie gefällt mir trotz den missglückten Tascheneingriffen richtig gut. 

Jetzt aber noch schnell rüber in die Linkliste vom MeMadeMittwoch-Blog. Dort gibt es schon eine ganze Menge Jacken, die alle so fertig aussehen.... Ob ich das noch schaffe??