Me Made Mittwoch am 31.05.2017

Die erste Hitzewelle rollt über uns weg - und ich sitze im 2. OG direkt unter "Flach´s Dach" (kleine Wortspielerei) und schwitze. Zwei Tage lang.

Meine Eltern haben mir zum Geburtstag einen Nähkurs geschenkt, und der fand am vergangenen Wochenende statt. Zum Kurs habe ich hier schon was geschrieben, jetzt kommt mein Ergebnis.

Eigentlich sollte ich hier an dieser Stelle einen Schnitt aus der Mai-Burda zeigen, aber ich hatte ja schon erwähnt, dass im Mai nix für mich drin ist. Deswegen habe ich mir ausschließlich Fashion Style Schnitte für den Kurs ausgesucht. Aber dann trudelte die Juni-Burda ein, und da ist dieser Overall-Schnitt drin, der mir auf Anhieb gefiel und den ich einfach mal ausprobieren wollte.
 

Einen Overall wollte ich sowieso schon längst nähen, aber der aus der Fashion-Style sieht im Vergleich zum Burda-Schnitt ein bisschen sehr nach Freizeit-Anzug / Schlafanzug aus. Ich bin auf alle Fälle sehr froh, dass ich mich im letzten Moment noch anders entschieden habe.

Hier also der Overall 111 aus der Burda 06/2017:



Ich bin sehr begeistert. Als Stoff habe ich Viskose-Jersey verwendet, den ich bei Stoff & Stile gekauft habe. Weil der Stoff recht labberig, aber dennoch in der Gesamtheit recht schwer ist, hat mir die Kursleiterin dazu geraten, alle Oberteile zu bekleben, und das war auch bitter-nötig.


An den Seiten mussten wir auch einiges rausnehmen, was wohl auch an dem Stoff lag. Hätte ich mich für einen festeren Baumwollstoff entschieden, wäre das ganze Ding wieder anders ausgefallen.


Die Hosenbeine haben wir auch locker um zehn Zentimeter gekürzt.
Hohe Schuhe sehen zu dem Overall bestimmt auch toll aus, aber hohe Absätze vertragen sich nicht mit dem Hund, denn wenn der auch nur einen Krümel auf dem Weg liegen sieht, gibt der Gas und Schuhe mit Absätzen wirken dann ähnlich wie Sprungschanzen. So habe ich mich beim Abmessen der Beinlänge für flache Schuhe entschieden, damit ich das gute Stück auch so oft wie möglich anziehen kann.

Die Träger sind aus Ripsband. Geschlossen wird der Overall mit einem Reißverschluss.



Die Oberteile werden alle gedoppelt und miteinander verstürzt.
Die Taschen sind recht groß, und eigentlich hätte man ganz darauf verzichten können, denn wirklich was einstecken kann ich eh nicht, das würde sich nämlich sofort abzeichnen.


Ich bin sehr glücklich, dass ich mich mal wieder an etwas neues gewagt habe. Der Overall wird mit Sicherheit diesen Sommer sehr oft getragen.

Mehr selbstgenähtes gibt es wie jeden Mittwoch hier zu bestaunen.

Der Nähkurs mit Waldi

Am vergangenen Wochenende habe ich an einem Nähkurs teilgenommen.
Hier habe ich schon davon geschrieben und von meinen Plänen berichtet.

Natürlich habe ich nur einen Bruchteil von dem gemacht, was ich vorhatte. Es kommt ja immer anders, als man denkt.

Der Kurs begann morgens um halb zehn. Wir waren insgesamt sechs Mädels, wobei die anderen fünf schon oft zusammen genäht hatten. Die Stimmung war dementsprechend gut, wir waren alle sofort per du - auch die Kursleiterin nahm mich direkt in den Arm und sagte: "Ich bin die Waldi."

Jetzt muss ich dazusagen, dass meine Mutter schon zig Jahre bei Waldi Kurse macht, von ihr total begeistert ist und mir deswegen den Kurs geschenkt hat. Und meine Mutter hat auch im Vorfeld der Waldi so viel über mich erzählt, dass Waldi mich praktisch auch schon in- und auswendig kannte.

Also, die Stimmung war ausgelassen, wir sind in den Kursraum, haben ausgepackt, unsere Schnitte vorgestellt und dann mit einem Gläschen Sekt auf Gutes Gelingen angestoßen.

Jetzt isses so: Waldi kommt aus der Industrie-Näh-Branche. Da geht alles ruck-zuck, da MUSS alles ruck-zuck gehen. Da ist keine Zeit für zweimal hinfassen und dreimal kontrollieren. Mein letzter Nähkurs war genau das Gegenteil. Hier wurde mir gezeigt, wie ich mit Kopierpapier die Abnäher exakt einzeichne - Waldi verleierte die Augen, machte mit Kreide und Lineal zwei Striche und - zack! - das wars. "Und jetzt nähst du von hier nach da und dann ist das Ding auch fertig!"

Ich hätte mich das nicht getraut. Ich hätte meine Abnäher schön eingezeichnet, abgesteckt - kontrolliert! - und dann genäht.

Überhaupt. Waldi und die Stecknadeln. Ich weiß nicht, wie oft sie mir die Nadeln rausgezogen hat. "Das brauchst du nicht. Du steckst dir hier die Nadel, du hast hier einen Zwick und da einen Zwick - das reicht."

Und auch hier habe ich wieder ganz deutlich den Unterschied zum letzten Kurs gemerkt: Waldi steckt die Nadeln quer zur Stoffkante, beim letzten Kurs hieß es, wir sollen die Nadeln längs stecken. Dass sich hier die Geister scheiden, ist mir schon oft aufgefallen.
Ich persönliche entscheide das spontan. Es gibt Stoffe, da stecke ich quer, es gibt welche, da stecke ich längs.

Und es gibt Schnitte, da stecke ich viel. Sehr viel. Ich meine, ich hätte irgendwo hier auf dem Blog ein Bild von einer gesteckten Armkugel, die ich mit mindestens 200 Stecknadeln fixiert habe. In meinem ersten Nähkurs hieß es ganz oft: "Stecknadeln sind eure Freunde. Nutzt sie."

Jede Kursleiterin macht es halt anders, aber alle machen es gut. Natürlich habe ich auch bei Waldi wieder den ein oder anderen Trick gelernt, den ich dankbar angenommen habe und auch weiter nutzen werde. Diese Tipps sind nämlich unbezahlbar und stehen in keinem Buch und in keiner Anleitung.

So, und jetzt zu meinen Projekten.
Auf alle Fälle wollte ich das Hemdblusenkleid nähen, wegen dem Kragen. Hach, was war mir das wichtig. Na ja. Es liegt unangetastet in der Tasche.
Und auch das Einfassen mit Jerseystreifen wollte ich mir un-be-dingt zeigen lassen. Auch dieser Schnitt tummelt sich beim Hemdblusenkleid. Unangefasst selbstverständlich.

Statt dessen habe ich einen Overall genäht. Zwar nicht den, den ich ursprünglich ins Auge gefasst hatte, aber immerhin: Er ist fertig, sitzt, passt, wackelt und hat Luft - und gefällt mir ausgesprochen gut. Hier schonmal eine kleine Vorschau, morgen beim MeMadeMittwoch gibt es mehr dazu:

Im Anschluss daran habe ich noch ein Kleid genäht - wenigstens ein Projekt, das ich 1:1 umgesetzt habe:

Das ist noch nicht ganz fertig, der Besatz fehlt und ich muss es noch umnähen, aber wir haben es angepasst, und das war mir sehr wichtig. Diese Arbeitsschritte nochmal zu sehen war sehr gut. Das letzte Mal, bei dem etwas anpasst wurde, ist wirklich schon sehr lange her.
Waldi hätte noch viel mehr bei dem Kleid angepasst, aber ich hatte den Stoff schon zu Hause zugeschnitten. Von daher habe ich ihr die Möglichkeit genommen, das alles korrekt zu machen. Aber ich finde, wir haben es trotzdem sehr gut hinbekommen.

Und jetzt noch ein kleiner Insider:
Hallo Waldi, Deine Augen trügen Dich nicht, ich habe mir zu Hause direkt mal meinen Tisch an die Maschine geschoben. Viele liebe Grüße und nochmal Danke für alles. :-*


Me Made Mittwoch am 10.05.2017

Ich habe etwas neues gewagt:
Eine Bluse aus Jersey. Ich habe das schon so oft gesehen und dachte jedes Mal, wie genial das doch ist. Es ist kein lockeres Shirt, aber auch keine steife Bluse. Es ist eine perfekte Mischung.

Es war ein bisschen schwierig, den passenden Jerseystoff zu finden - nicht zu dehnbar, nicht zu fest, nicht zu dünn und nicht zu dick. Den passenden Schnitt hatte ich in der Fashion Style 03/2017 gesehen.


Mir gefällt die Quernaht, die Länge der Ärmel und das einfache Armbündchen. Genäht habe ich in Größe 38, obwohl 36 auch gereicht hätte, aber ich wollte unbedingt eine legere und bequeme Bluse. Und das ist mir in der Tat geglückt.

Natürlich habe ich mich wieder um die Knöpfe und Knopflöcher gedrückt, aber am Montag habe ich mich dann aufgerafft und die Bluse endlich fertig gestellt.

Das wird ein neues Lieblingsteil werden. Wenn ich nochmal über so einen Stoff stolpere, dann weiß ich, dass ich damit eine Bluse nähen werde.






Ich bin wirklich sehr happy mit der Bluse und ab sofort halte ich Augen und Ohren offen, damit ich nochmal so einen tollen Stoff finde, der perfekt zum Schnitt passt.

Und noch mehr selbstgenähte (Lieblings-)Kleidung gibt es auf dem MeMadeMittwoch-Blog.

Problemfälle

Ich mache zurzeit ja meine eigene kleine Challenge:
"Nähe jeden Monat einen Schnitt aus der aktuellen Burda"
Bis jetzt war immer ein Schnitt dabei, den ich gerne genäht habe - die Mai-Ausgabe ist für mir ein ziemlicher Griff in den Klo. Es spricht mich einfach nichts an. Deswegen gibt es am Ende diesen Monats auch keinen Mai-Schnitt.

Am Ende diesen Monats bin ich auch gar nicht da, sondern nehme an einem Intensiv-Nähkurs teil. Meine Mutter kennt die Kursleiterin und hat auch schon den ein oder anderen Intensiv-Kurs mitgemacht. Die Teilnehmeranzahl ist klein und jede kann nähen, was sie möchte. Ich habe mir vorgenommen, ein paar (ich muss jetzt schon lachen) T-Shirts vorzubereiten und mitzunehmen, um mir zeigen zu lassen, wie das mit dem Einfassen geht.

Und auch das Thema Kragen ist im Moment wieder recht aktuell - ich habe eine Bluse aus der Fashion Style auf dem Tisch, und obwohl ich ja schon den ein oder anderen Kragen genäht habe, merke ich gerade, dass ich das Prinzip noch nicht ganz verinnerlicht habe. Der Kragen ist dran, aber ich habe mich sehr schwer getan und das könnte besser gehen. 


Es werden also T-Shirts mit Halseinfassung und Kragen auf dem Programm stehen. Überhaupt habe ich mir einiges vorgenommen. Gestern war ich bei Stoff & Stil und für meine Verhältnisse war ich echt gut vorbereitet. Ich hatte mir die kleinen Bildchen aus der Zeitung rauskopiert, damit ich auch noch im Laden weiß, ich nähen will, und so habe ich für jeden Schnitt einen Stoff rausgesucht.





Das Hemdblusenkleid bekommt evtl. kurze Ärmel, damit es nicht ganz so bieder aussieht, aber den Kragen werde ich unter Anleitung machen. Auch das T-Shirt wird zum Kurs mitgenommen, und das Kleid Nr. 12 auch. Ich denke, hier lässt sich gut das Einfassen üben. Ach ja, und bei dem Overall muss ich mal gucken, wie der verarbeitet wird. Ich hatte schonmal so einen Schnitt mit Gummiband, und die Anleitung fand ich so kryptisch, dass ich letztendlich frei Schnauze genäht hab.

Ich werde soviel wie möglich vorbereiten - zwei Tage am Stück nähen ohne Gassi gehen, Essen kochen und "Schatz, können wir mal eben...." wird bestimmt toll.

Der April-Schnitt

Wisst Ihr noch - vergangenen Sonntag? Als das Wetter so schön war? Sonne und 20 Grad? Das war doch herrlich. An diesem Tag habe ich tatsächlich ein bisschen Farbe bekommen. Wir saßen draußen im Strandkorb, haben gegrillt und den Tag einfach genossen. Mein Kleid 107 aus der Burda 04/2017 war dafür wie gemacht.


Zuerst hatte ich ein bisschen Bammel, weil Jersey, Halsausschnitte und ich ja nicht so gut harmonieren. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Oder anders gesagt: Ich werde es nie lernen, wenn ich es nicht übe. Also ran an den Speck.


Beide Einfassungen - Hals und Rücken - gingen mir erstaunlich leicht von der Hand. Den Einfassstreifen für den Halsausschnitt habe ich allerdings dann doch um ca. 5 cm gekürzt, weil ich beim Stecken schon den Eindruck hatte, dass das so, wie die Burda das vermaßt hat, nix wird.


Die Entscheidung war goldrichtig. Endlich mal ein Halsausschnitt, der ordentlich anliegt.

Auch mit dem restlichen Kleid bin ich sehr zufrieden. Die Raffungen sind super - soviel Gegrilltes konnte ich gar nicht essen, bis das Kleid eng geworden wäre.

 
Aber natürlich ist auch hier nicht alles perfekt. Bei der rückwärtige Naht habe ich einen ziemlichen Knick reingenäht.


Ich könnte natürlich die ganze Naht wieder auftrennen, neu raffen und neu zusammen nähen, aber das Problem ist schneller behoben, wenn ich das Kleid einfach ein bisschen weiter nach oben ziehe und der Knick somit zwischen den Falten verschwindet.

Auf alle Fälle bin sehr angetan von dem Schnitt. Dieses Jahr steht seit langem endlich mal wieder ein Urlaub an der Adria an, und ich freue mich wahnsinnig darauf, zwei Wochen lang Sonne tanken zu können. Ich denke, für diesen Urlaub könnte ich mir noch ein paar Jersey-Kleider nähen. Und das mit dem Halsausschnitt, das bekomme ich auch irgendwie hin.

Aber jetzt hoffe ich erstmal, dass das Wetter hier sich wieder einfängt und mindestens so schön wie am vergangenen Sonntag wird. Und bis dahin klicke ich mich durch den MeMadeMittwoch