Kleine Brötchen backen

Zur Zeit nähe ich mein Weihnachtskleid und gestern Abend habe ich es bis auf den Saum fertig gemacht.
Und ich hatte es zum ersten Mal an.
Ich sag mal so: Es ist das zweitschlimmste Kleid, was ich bis jetzt zu Weihnachten produziert habe.


Es passt, aber es haut mich überhaupt nicht von den Socken (wie man sieht). Die Schleife werde ich so festnähen, dass sie den Ausschnitt noch ein bisschen verdeckt - ich habe es tatsächlich vergessen, ein Probeoberteil zu nähen, und habe direkt alles zugeschnitten. 
Im Moment ist die Tendenz eher so, dass ich mein Kleid vom letzten Jahr anziehen werde. Oder das vom Jahr zuvor. Ich weiß noch nicht, ob das diesjähre Kleid und ich Freunde werden.

Bis zum Finale am 23.12. ist ja noch ein bisschen hin, und damit es hier nicht ganz so langweilig zugeht, wollte ich euch heute gerne ein bisschen was von meinem neuen Hobby erzählen, an das ich mich gerade so langsam rantaste: Das Brot backen. Die Parallelen zum Nähen sind ähnlich: Ich habe null Ahnung, ich probiere viel aus, vieles ging schon in die Hose, aber in letzter Zeit klappt es immer besser.

Meine ersten Brote sind allesamt nach Thermomix-Rezepten entstanden. Das "Problem" hierbei ist allerdings, dass sie auf Schnelligkeit ausgelegt sind. Damit das Brot trotzdem gelingt, wird entsprechend (viel) Hefe zugesetzt, was mich nicht stört, denn ich mag den Hefegeschmack, aber die Qualität des Brotes leidet. Brot mit einem Vorteig / Sauerteig / Kochstück hält viel länger frisch, braucht aber auch viel länger in der Herstellung.

Also habe ich weiter gesucht und klicke mich im Moment durch diese drei Blogs:

Brotbackliebeundmehr
Pötzblog
Ketex
 
Ich weiß, dass es noch zig andere Blogs gibt, aber ich träume nachts schon von Teigausbeute, Stückgare, Krume und Kruste, und das ist für mich ein Zeichen: Es reicht :)

Zusätzlich zum Thermomix habe ich mir die Mum geholt. Beide Maschinen haben Vor- und Nachteile, und ich entscheide dann immer spontan, welches Brot ich mit welcher Maschine mache. Außerdem habe ich mir einen Gusstopf besorgt. Ich habe lange überlegt, ob ich den auch noch brauche, weil ich schon zwei Römertöpfe habe, aber es ist so ähnlich wie mit dem Nähen: Von gutem Equipment kann man nicht genug haben.

Die Anschaffung des Gusstopfes hat sich auf alle Fälle gelohnt.
Mein erstes Brot ist ein bisschen verunfallt, weil ich sehr großen Respekt vor diesem wirklich sehr, sehr, sehr heißen Topf hatte.


Das Brot ist schief reingeplumst und es lag direkt an der Topfwand. Das hatte dann wohl diese Färbung und auch die Form zu Folge. Trotzdem hat das Brot sehr gut geschmeckt.


Der zweite Versuch gelang mir deutlich besser.


Wie gemalt, oder? Da war ich richtig stolz drauf. Der Vorteil bei dem Gusstopf ist, dass sich das Brot selbst beschwadet. Seht Euch mal den Deckel von dem Topf an:


An diesen Noppen sammelt sich das Wasser und tropft dann auf das Brot, was dadurch eine unglaublich tolle Kruste bekommt, die dann auch so bleibt. Wie oft habe ich ein Brot aus dem Römertopf geholt, was nach dem Abkühlen eine richtig zähe Kruste hatte.

Inzwischen habe ich mir Hefewasser hergestellt, damit einen Weizensauerteig angesetzt und eine Art Lievito Madre. Mit der Lievito Madre habe ich gestern Abend einen Pizzateig vorbereitet, der gerade im Kühlschrank steht und über sich hinaus wächst. Heute Abend will ich damit mal eine Pizza machen und ich hoffe auf ein Erfolgserlebnis. Ein Roggensauerteig ist zwischenzeitlich auch wieder in Produktion. Letztes Jahr habe ich schonmal einen Roggensauerteig gemacht, aber die Brote, die ich damit gebacken hatte, wurden nichts, ich hatte den Dreh einfach noch nicht raus und habe mich dann doch lieber den Hefebroten gewidmet.

Bei den Brötchen muss ich noch ein bisschen üben. Meistens werden es kleine Ballons, aber ich habe mir bei Ketex jetzt mal ein Video angesehen und wenn ich an Weihnachten bei meiner Mutter bin, werde ich die Brötchen genau so zur Stückgare vorbereiten. Geschmacklich waren sie nämlich sehr gut.


Das Rezept ist vom Pötzblog. Über das darin verwendete Aktivmalzextrakt habe ich viel zu viel gelesen und mir den Kopf zerbrochen. Letztendlich habe ich das hier bei uns im Reformhaus gekauft. Ob das jetzt das richtige "aktive" Malz war, weiß ich nicht, aber zumindest richtet es keinen Schaden an.

Ich muss noch eine Menge lernen, damit ich am Ende gute Ergebnisse erziele. Ich muss an meinem Timing arbeiten und spare auf einen Holzbackofen. Aber ich muss auch sagen, dass meine Schwiegereltern jetzt schon zum dritten Mal Baguettes bei mir bestellen und das, meine Herrschaften, ist wirklich ein großes Lob.

Kommentare

  1. Sehr spannend Deine Backerfahrungen und die Brote sehen sehr köstlich aus!
    Beim Kleid würde ich nicht so rigoros sein wie Du. Passende Strümpfe, Schuhe, Schmuck und Lippenstift und die Schleife am Ausschnitt - zack dann bist Du eine Königin, die es mit jedem Tannenbaum aufnimmt. Gib dem Kleid eine Chance! Du nähst lange genug um bei der Schnittwahl nicht daneben zu liegen - vertraue Dir. LG Kuestensocke

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    1. Dummerweise habe ich für sowas einfach keinen Blick. Ich könnte auch nie sagen, ob mir etwas steht oder nicht. Zumindest nicht, bevor ich es an mir gesehen habe. Jetzt sehe ich das Kleid an mir und denke: Na ja.
      Vielleicht ist es der Stoff, vielleicht der Schnitt, vielleicht beides, aber ich finde es für mich nicht so prickelnd.

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  2. Hallo...erst einmal schöne Weihnachten und viel Freude beim Brotbacken...mache es schon 2 Jahre und neuerdings auch im Topf...wenn es schief reinfällt schüttele ich den Topf noch mal kurz...blogge auch drüber auf schurrmurr-Berlin.de. Eine gute Seite ist "Waldstaudenkorn"... Danach Backe ich das Turbobrot mit eigenem Sauerteig.
    LG schurrmurr

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    1. Danke für den Tipp! Auf der Seite von Waldstaudenkorn werde ich mich mal umsehen.

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  3. Liebe Sandra, das Kleid ist doch sehr schön, was gefällt dir nicht? Ich würde so ein Kleid anziehen, und auch an dem Ausschnitt nichts mehr ändern. Wirkt schlicht und elegant, meiner Meinung nach.

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    1. Das Kleid ist schön, aber nicht an mir. Finde ich.
      Ich folge dem Rat von Küstensocke, nähe es fertig und brezel mich auf. Vielleicht wirkt es dann tatsächlich anders auf mich.

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  4. Wenn die Blende um den Ausschnitt herum maximal halb so breit wäre... Alles an Dir und dem Kleid ist zierlich, aber die ist zu wuchtig! Der Brotbackerfahrung zu folgen ist spannend!

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  5. Also, das mit dem Brotbacken habe ich alles links liegen gelassen. Stattdessen möchte ich Natallia zustimmen. Das Kleid ist toll! Es ist ein super Figurschmeichler und auch der Ausschnitt ist super. Vermutlich würde ich den Stoff vom Ausschnitt noch an anderer Stelle sichtbar machen, aber das ist nur ein Finetuning.
    My 5 Ct.

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