Warum mein Nähzimmer gerade verwaist

Nähtechnisch ist es hier ein bisschen ruhiger geworden. Das liegt nicht daran, dass ich nicht mehr nähen und/oder bloggen mag. Ganz im Gegenteil (obwohl die DSGVO wie ein großes Damoklesschwert über der gesamten Bloggerwelt hängt, aber dazu am Ende mehr). Ich blättere durch die Nähzeitschriften, schmiede Pläne, hätte neulich schon wieder Stoff & Stil leerkaufen und vernähen können, aber trotzdem fehlt es mir an Konzentration. An Durchhaltevermögen. Maximal zwei Stunden schaffe ich es, dann muss ich aus dem Zimmer raus. Am Sonntag Vormittag habe ich genäht und parallel meinem Mann geholfen, die neue Esszimmertischleuchte zu montieren. Normalerweise regt es mich auf, wenn ich nähen will und ständig unterbrochen werde, aber am Sonntag hat mich das Null gestört.

Ein bisschen was habe ich trotzdem geschafft. Für meinen Favorit des Monats habe ich mir wieder ein Kleid aus der Fashion Style rausgesucht. Der erste Zuschnitt ging in die Hose, weswegen ich nochmal Stoff kaufen musste. Zugegeben: Ein sehr viel schönerer Stoff als meine erste Wahl. Und beim Zuschnitt hat es dann auch geklappt:



Das Kleid ist wirklich schnell genäht. Nur am Reißverschluss habe ich mich extrem lange aufgehalten. Der wollte um´s Verplatzen nicht so, wie ich wollte, und fast hätte ich es aufgegeben. Ich habe mir nicht nur einen Ast, sondern sogar einen Fingernagel abgebrochen. Fragt nicht.

Auf alle Fälle ist das gute Stück jetzt fertig. Gestern Abend habe ich es noch ein bisschen gekürzt und gesäumt, dann war es auch schon wieder vorbei mit meiner Konzentration. Der Gürtel fehlt noch, und den brauche ich unbedingt, denn sonst wirkt das Kleid mehr wie ein Sack.

So, jetzt noch etwas zur DSGVO.
Seit Tagen klicke ich mich durch das WWW und suche Antworten zu meinen Fragen. Sandra von Rehgeschwister hat mich auf die DSGVO-Facebook-Gruppe aufmerksam gemacht und dort wird unglaublich viel gepostet, gefragt und diskutiert. Allerdings bezieht sich dort fast alles auf Blogs, die selbst gehostet werden, die viel mehr "Aktionsfläche" bieten als mein Blog und kein Hobbyblog mehr sind, sondern geschäftsmäßig betrieben werden. Mit "Aktionsfläche" meine ich, dass der Leser/die Leserin viel mehr machen kann, als nur Bildchen gucken und vielleicht einen Kommentar hinterlassen. Viele Blogs bieten Newsletter an, Dinge zum Downloaden, Umfragetools, hier was zu gewinnen, dort was zu bestellen. All das gibt es bei mir nicht, aber genau diese zusätzlichen Tools, die man einbauen kann, sammeln Daten. Logischerweise. Woher sollen denn sonst die Versender von Newsletter wissen, wen sie anschreiben, wenn nicht irgendwo eine Liste mit E-Mail-Adressen vorhanden ist?

Gestern Mittag habe ich meine Kollegen mal gefragt, ob sie sich damit auskennen oder jemanden kennen, der jemand kennt, der sich damit auskennt. Ein Kollege, der in der Politik sehr aktiv ist und sich auch mit dem Gesetz dieser Verordnung beschäftigt, hat mit einem Satz mein Gedankenkarusell angehalten: "Du sammelst keine Daten, also gilt das nicht für Dich." Da hat er natürlich recht. Ich persönlich sammele keine Daten. Punkt.

Natürlich sammelt Googel Daten. Jeder, der mir ein Kommentar hinterlässt, hinterlässt Daten auf den Servern von Google. Darauf weise ich auch hin, aber mehr kann ich nicht tun. Doch, ich könnte die Kommentarfunktion abschalten und mein Kontaktformular vom Blog runternehmen. Dann wäre ich ganz raus aus der DSGVO-Nummer, denn gucken ist ja auf jeden Fall erlaubt, nur nicht anfassen.

Kommentare

  1. Ein Traumstoff. Es wäre schade, wenn es auch deinen Blog nicht mehr geben würde. Ich finde, dass die meisten Blogs, sobald sie das professionell betreiben peu á peu uninteressant werden. Schleichend irgendwie....LG Anja

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    1. Die Blogs, die früher mal ganz klein waren und dann auf professionell umgeschwenkt sind, lese ich auch nicht mehr. Es ist nicht mehr das gleiche wie vorher. Klar wollen die Blogbetreiberinnen ihr Produkt verkaufen und das sollen sie auch tun, das ist nicht mein Problem, aber ..... es liest sich einfach anders. Leider leider.

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  2. Liebe Sandra, genau das Kleid hab ich derzeit auch in Arbeit. Leider hab ich da wohl beim Zuschnitt etwas falsch gemacht, so daß mein Oberteil zu eng ist. Zum Glück habe ich noch Stoff, kann das also beheben.
    Was das Bloggen angeht, bin ich im Moment richtig unglücklich. Auf der einen Seite möchte ich das gerne genau so weiterbetreiben wie ich es jetzt mache. Auf der anderen Seite habe ich überhaupt keine Lust, mich in irgendeiner Weise in die Nesseln zu setzen.
    Man ist raus, wenn man die Kommentarfunktion abschaltet? Gut, aber genau von dieser Möglichkeit der Kontaktaufnahme lebt je gerade der Hobbyblog. Schwieriges Thema, mal sehen, wie das noch ausgeht.

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    1. Liebe Susan, ich glaube Dir, dass Du unglücklich bist. Aber von all den Dingen, die ich bis jetzt über die DSGVO gelesen habe, habe ich kaum etwas gefunden, was auf meinen Blog zutrifft. Mit Sicherheit wird es den ein oder anderen Verstoß auch auf meinem Blog geben, wenn man diese Verordnung in- und auswendig kennt, aber Fakt ist nunmal, dass ICH keine Daten sammele und sie demzufolge nach auch nicht schützen kann. WP-BloggerInnen haben da weitaus mehr Schwierigkeiten, und die, die ihren Blog komplett selbst hosten, sowieso.
      Je weniger der geneigte Leser macht (machen kann), desto weniger Daten hinterlässt er (auf welchem Server auch immer) und desto weniger muss man sich um den Schutz dieser Daten kümmern.

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  3. Ein wunderbares Kleid - so richtig Frühling. Einen ähnlichen Schnitt will ich jetzt auch bald nähen, aber in uni. Bin gespannt auf Tragefotos! LG Kuestensocke
    P.S. ich bin hinsichtlich der Impressungsangaben unschlüssig. Wenn ich Name und Adresse nur verkürzt angebe, haben die Abmahnanwälte keine Adresse unter der sie mich behelligen können. Den Text für einen halbwegs korrekten Datenschutzpassus kann man gut aus verfügbaren Vorlagen entnehmen, so dass ich derzeit einigermaßen unaufgeregt bin.

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    1. Tragefotos kommen noch, versprochen! Wegen dem Impressum habe ich gerade gegoogelt. Es ist tatsächlich gesetzlich vorgeschrieben - wenn du einen gewerblichen Blog hast. Rein private Hobbyblogs sind davon ausgenommen. Also habe ich das bei mir auch wieder rückgängig gemacht. So sonderlich wohl fühle ich mich da nämlich auch nicht bei, meine Adresse öffentlich zu machen.

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  4. Das Kleid sieht schon sehr schön aus, toller Stoff.
    Ich wünschte, ich käme mal zwei Stunden zum nähen, aber gerade ist die kleine Fellnase wichtiger und abends, wenn er schläft, bin ich momentan selbst zu müde, : ).
    Ich sehe das auch so, wie Frau Küstensocke, dass rein private Hobbyblogs derzeit nicht verpflichtet sind, ihre Adresse anzugeben.
    LG von Susanne

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    1. Jaaaa, so eine Fellnase kann ganz schön fordern :))))

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  5. Mir gehts mit den Blogs wie Dir - ich habe schon viele Blogs, die zu gewerblich, zu sponsoringorientiert, zu professionell wurden abbestellt. Da ist mir meine Zeit zu schade die durchzulesen. Ich kenne da einen Fall einer "Professionellen" die alle Kommentare zu einem gesponserten Kinderwagen gelöscht hat, weil alle ihre Leserinnen für einen Wagen einer anderen Marke Werbung machten. Sowas muss sie wohl machen, wenn das Teil zur Verfügung gestellt wurde, schön ist es aber nicht.
    Dein Kleid gefällt mir aber schon mal sehr. Freue mich auf die Tragefotos.
    Bzgl. Impressum - da bin ich unaufgeregt. Wir sammeln keine Daten, also sind wir raus. Und wenn die "Professionellen" ein paar Regeln einhalten müssen, finde ich das eigentlich sogar in Ordnung. Jeder der einen Job hat muss gewisse Regeln einhalten, sich informieren, hat Papierkrieg, "muss" Sachen und kann sich nicht nur die Rosinen picken. Warum nicht auch Profi-Blogger?
    LG
    Martina

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  6. Wunderschönes, frühlingshaftes Kleid! Auch ich freue mich auf die Tragefotos und bin gerade schwer versucht, die aktuelle Fashion Style noch zu kaufen. Ich empfinde das Angeben der vollständigen Privatadresse, am besten noch in Zusammenhang mit einem Post 'bin gerade im Urlaub' schon beinahe fahrlässig. Mein Kenntnisstand ist auch, dass private Blogger ihre Adresse nicht angeben müssen. LG Manuela

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  7. Ein schönes Kleid. Woher kommt den die Nähunlust? Ich habe seit Anfang des Jahres eine Nähunlust par excellence. Keine Ahnung warum.

    Zur DSGVO: Ich glaub mit "ich sammel ja keine Daten" ist man nicht raus. Sobald man eine Plattform nutzt, die Daten abzieht, muss man sich auch mit dem Thema beschäftigen. Wichtig sind getrenntes Impressum und Datenschutzerklärung, letztere angepasst an die DSGVO.
    Klar ist es wichtig, dass Google nachzieht. Es braucht Angebote um die Nutzung von Blogspot rechtskonform zu machen (Opt- in zb). Das kann nur Google machen. Wenn sie das nicht tun, ist die Nutzung durch uns aber eben auch nicht mehr rechtskonform.
    Wichtig ist zu gucken, wo man selbst noch Daten sammeln lässt. Zb InlinkZ (dazu hatte ich ja schon geschrieben, die arbeiten dran), Social Media Share Buttons, Pinterestbuttons auf den Bildern, Folow by Email ggf., Kontaktformular ... Das ist aber für die meisten Hobbybloggerinnen weniger schrecklich, als es klingt. Gut ist auch, seine Datenschutzseite auf "nofollow" zu setzen. Wie genau das geht, weiß ich allerdings noch selber nicht *lach*
    Im Grunde gilt für Hobbyblogger das gleiche wie für Hobbyköche: Man muss wissen, wie man seine Geräte nutzt. Und beim Bloggen gibt es eben auch Regeln und Grundlagen, die beachtet werden müssen. Ich glaube, wir sind da einfach zu lange dem Irrglauben aufgesessen, dass man ja nur eine kleine Seite nutzen will ohne Datensammeln und das ja alles irgendwie nichts relevantes ist. Nur bedeutet einen Blog haben eben auch, sich mit dem Thema Datenschutz und Sicherheit und Recht auseinander zu setzen. Musst fürs Autofahren ja auch die Regeln kennen ;)

    Ganz liebe Grüße
    und nicht stressen lassen,

    Janine

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    1. Wenn ich doch nur wüsste, wie und wo ich persönlich Daten von meinen Lesern auf meinem Rechner speichere.... Der guten Ordnung halber habe ich natürlich eine Datenschutzerklärung, aber ist das wirklich korrekt? Alles, was ich im Internet finde, bezieht sich auf gewerblich betriebenen Blogs. Und denen geht der Hintern wohl gerade so richtig auf Grundeis.
      Wenn Google seine Produkte nicht DSGVO-konform macht, dann kann ich sie natürlich auch nicht nutzen. Sollte also bis zum 25.05. z. B. das Kontaktformular oder die Kommentarbox nicht die nötigen Hinweise habe, schalte ich sie ab. Eine andere Möglichkeit habe ich ja nicht.

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    2. Liebe Sandra, wie siehst Du das mit Bloglovin etc. )
      Sollte man das auch vom Blog nehmen?
      Meinen Pinterest-Button hab ich schon gelöscht. Ein bißchen schwer tue ich mich mit dem Löschen der anderen Hobbyblogs (bei mir unter "was andere lesen" gespeichert.
      Bei mir entsteht eine ungute Gefühlmischung aus Zorn, Frust und Ratlosigkeit.
      Liebe Grüße und Dir einen schönen Tag,
      Susan

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    3. Wie löscht man denn diesen Pinterest-Button???
      Mit Bloglovin habe ich keine Ahnung. Ich habe das eh schon lange nicht mehr auf dem Blog und bekomme trotzdem neue LeserInnen bei Bloglovin. Die werden mich dort direkt suchen bzw. angezeigt bekommen.
      Ja, ich bin auch nicht begeistert von dem ganzen Regelwerk :(
      LG, Sandra

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    4. Wenn ich das richtig sehe, dann hast Du diesen Button nicht eingebaut (gemeint ist das rote P auf den Fotos mit dem man das Foto sofort bei Pinterest pinnen kann). Dieses hättest Du dann auch über einen html-Code in deine Vorlage einbauen müssen.
      Vorsicht ist wohl auch geboten, falls Du deinen Blog irgendwann wieder auf eine anderes Design umstellst.
      Dann klick in deinem Dashbord : Layout-Blogpost. Dort findest Du die Einstellungen für Datum, Labels und eben auch ein Kästchen für Freigabeflächen , das Du deaktivieren mußt.
      Ich hoffe sehr, daß es noch eine ganz klare "Ansage" seitens Google gibt.
      Dir ein schönes Wochenende!
      Susan

      Apropos Bloglovin: Widget nicht mehr auf dem Blog. Aber bei Bloglovin selbst sammelt man doch Daten. Was ist damit?

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